08.11.2009 06:08 | Meine Presse Merkliste0

Georgien: Dauerkonflikt Tiflis–Moskau vor der UNO

22.04.2008 | 18:43 |   (Die Presse)

Georgier werfen Moskau den Abschuss einer Drohne vor – der Kreml dementiert.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

WIEN/TIFLIS (ag.). Der Abschuss eines unbemannten Aufklärungsflugzeuges sorgt für eine weitere Verschärfung der diplomatischen Krise zwischen Russland und Georgien. Die Regierung in Tiflis beschuldigt die russische Luftwaffe, die Drohne am vergangenen Sonntag über der abtrünnigen Provinz Abchasien zerstört zu haben. Das georgische Verteidigungsministerium veröffentlichte am Montag ein Video, das nach georgischen Angaben einen russischen MiG-29-Kampfjet zeigt, der eine Rakete auf die ferngesteuerte Drohne abschießt.

Georgiens Präsident Michail Saakaschwili bezeichnete den Abschuss in einer TV-Ansprache – sichtbar verärgert – als „ernsthaften Verstoß gegen die UN-Charta“. In einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin verlangte er ein „sofortiges Ende der aggressiven Attacken auf Georgien“.


Verstoß gegen Waffenruhe

Sowohl Putin als auch die russische Militärführung lehnten jede Verantwortung für den Zwischenfall ab. Ein Sprecher der Luftwaffe erklärte, kein russisches Flugzeug habe sich zur fraglichen Zeit in der Nähe befunden. Der Abschuss müsse das Werk der abchasischen Luftabwehr sein.

Putin reagierte auf die Nachricht mit einem verbalen Gegenangriff: Er sei „verwundert“ über die Anwesenheit eines georgischen Aufklärungsflugzeugs über Abchasien. Schließlich sei dies ein Verstoß gegen die 1994 vereinbarte Waffenruhe zwischen Abchasien und Georgien.

Die anhaltenden Spannungen zwischen Georgien und Russland werden am heutigen Mittwoch auch im Rahmen eines UN-Treffens thematisiert werden. Georgien hatte den UN-Sicherheitsrat angerufen, nachdem Russland vergangene Woche die Vertiefung der Beziehungen zu den beiden abtrünnigen Regionen Abchasien und Süd-Ossetien im Norden Georgiens angekündigt hatte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2008)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
Gast: Azeri-baku
23.04.2008 20:33
0 0

es waren die Russen

Was haben die Russen in Abchasien zu suchen? Diese Region gehört offiziel zu Georgien.

der russe
23.04.2008 10:28
0 0

es waren wohl doch die russen

die Russen dementieren, die Abchasier sagen sie waren es selber mit einer L39. allerdings zeigt das Video eine Mig - erkennbar am doppelten Leitwerk

http://www.youtube.com/watch?v=-uyTFPwSXUI

Antworten Gast: amadeo
23.04.2008 14:21
0 0

Nicht die russen

Laut Radar ist der Flieger aber in Abchasien gestartet. Wurde von dem Amis bestaetigt.

Schlagzeilen Politik

  • Mitterlehner: Kein neues Konjunkturpaket
    Sozialminister Hundstorfer hat ein neues Konjunkturpaket angeregt, Wirtschaftsminister Mitterlehner erteilt dem eine Absage. Bei der Konjunktur vertraut er dem "freien Spiel von Angebot und Nachfrage".
    US-Gesundheitsreform: Erster Erfolg für Obama
    Die Abgeordneten des Repräsentantenhauses entscheiden, die Vorlage des Präsidenten weiter zu erörtern. Auch in den Reihen der Demokraten war die Reform bis zuletzt umstritten.
    November 1989: Und dann fiel der erste Stein
    Sie haben auf unser Taxi mit Fäusten getrommelt und es hin und her geschaukelt. Wir fühlten uns wie in einem kleinen Boot bei hohem Seegang. Wie ich als ORF-Reporter im November 1989 den Fall der Mauer miterlebte.
  • Minister sollen doch in den U-Ausschuss kommen
    Der U-Ausschuss-Vorsitzende Martin Bartenstein (VP) signalisiert im "Presse"-Interview Einlenken: Mit Minister-Befragungen habe er kein Problem. Indes plädiert Bartenstein für einen EU-Außenminister Alfred Gusenbauer.
    UNO fordert Kampf gegen afghanische Korruption
    Der UN-Sicherheitsrat will von Präsident Karzai Maßnahmen gegen Drogenhandel, Vetternwirtschaft und Korruption sehen. Afghanistan reagiert empört auf die Vorwürfe.
    Neuer Job für Gusenbauer in der Vermögensverwaltung
    Der Ex-Kanzler ist seit kurzem der Europa-Direktor des Investmentfonds Equitas European Funds, der Tochter einer Firma mit Sitz in Chile. Ziel sei es, österreichische Investitionen in Chile zu fördern.
  • SPÖ legt sich bei Pensionsvorsorge quer
    Kanzler Werner Faymann akzeptiert die Förderung von Produkten ohne Kapitalgarantie nicht. Das hatte Vizekanzler Josef Pröll vorgeschlagen. Der verteidigt die Wahlfreiheit zwischen Risiko und Sicherheit.
    Michael Spindelegger: "Bin kein Teilzeit-Minister"
    Außenminister Spindelegger hat mehr als nur den ÖAAB im Sinn: Er will Frieden in Sri Lanka vermitteln und gibt Wolfgang Schüssel "intakte Chancen", dank deutscher und skandinavischer Hilfe, Ratspräsident zu werden.
    Sport in der DDR: Spione im Trainingsanzug
    Die Stasi hatte überall Spitzel. Viele Sportler der ehemaligen DDR, die nach der Wende Profikarrieren machten, leugnen bis heute dieses dunkle Kapitel ihrer Vergangenheit.
  • Nominierung: Heftige Kritik an „EU-Unkenntnis“ Hahns
    Grünen-Chefin Eva Glawischnig ärgert sich über eine frühere Ankündigung Hahns, er werde auch als Kommissar Chef der ÖVP Wien bleiben. Doch das ist EU-rechtlich nicht möglich.
    In Honduras heißt es: Zurück an den Start
    Gescheitert ist ein Abkommen zwischen Interimsstaatschef Micheletti und dem gestürzten Präsidenten Zelaya zur Beendigung der Staatskrise. Zelaya erklärte das Abkommen für „tot.
    Hundstorfer: Abgaben auf Vermögen für Sozialstaat
    Sozialminister Rudolf Hundstorfer stellt sich gegen die Seniorenwünsche: Er will eine Erhöhung um 1,5 Prozent, wie sie sich laut Gesetz ergibt, während die Pensionisten 1,9 Prozent fordern.