22.11.2009 07:43 | Meine Presse Merkliste0

Georgien: Dauerkonflikt Tiflis–Moskau vor der UNO

22.04.2008 | 18:43 |   (Die Presse)

Georgier werfen Moskau den Abschuss einer Drohne vor – der Kreml dementiert.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

WIEN/TIFLIS (ag.). Der Abschuss eines unbemannten Aufklärungsflugzeuges sorgt für eine weitere Verschärfung der diplomatischen Krise zwischen Russland und Georgien. Die Regierung in Tiflis beschuldigt die russische Luftwaffe, die Drohne am vergangenen Sonntag über der abtrünnigen Provinz Abchasien zerstört zu haben. Das georgische Verteidigungsministerium veröffentlichte am Montag ein Video, das nach georgischen Angaben einen russischen MiG-29-Kampfjet zeigt, der eine Rakete auf die ferngesteuerte Drohne abschießt.

Georgiens Präsident Michail Saakaschwili bezeichnete den Abschuss in einer TV-Ansprache – sichtbar verärgert – als „ernsthaften Verstoß gegen die UN-Charta“. In einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin verlangte er ein „sofortiges Ende der aggressiven Attacken auf Georgien“.


Verstoß gegen Waffenruhe

Sowohl Putin als auch die russische Militärführung lehnten jede Verantwortung für den Zwischenfall ab. Ein Sprecher der Luftwaffe erklärte, kein russisches Flugzeug habe sich zur fraglichen Zeit in der Nähe befunden. Der Abschuss müsse das Werk der abchasischen Luftabwehr sein.

Putin reagierte auf die Nachricht mit einem verbalen Gegenangriff: Er sei „verwundert“ über die Anwesenheit eines georgischen Aufklärungsflugzeugs über Abchasien. Schließlich sei dies ein Verstoß gegen die 1994 vereinbarte Waffenruhe zwischen Abchasien und Georgien.

Die anhaltenden Spannungen zwischen Georgien und Russland werden am heutigen Mittwoch auch im Rahmen eines UN-Treffens thematisiert werden. Georgien hatte den UN-Sicherheitsrat angerufen, nachdem Russland vergangene Woche die Vertiefung der Beziehungen zu den beiden abtrünnigen Regionen Abchasien und Süd-Ossetien im Norden Georgiens angekündigt hatte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2008)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
Gast: Azeri-baku
23.04.2008 20:33
0 0

es waren die Russen

Was haben die Russen in Abchasien zu suchen? Diese Region gehört offiziel zu Georgien.

der russe
23.04.2008 10:28
0 0

es waren wohl doch die russen

die Russen dementieren, die Abchasier sagen sie waren es selber mit einer L39. allerdings zeigt das Video eine Mig - erkennbar am doppelten Leitwerk

http://www.youtube.com/watch?v=-uyTFPwSXUI

Antworten Gast: amadeo
23.04.2008 14:21
0 0

Nicht die russen

Laut Radar ist der Flieger aber in Abchasien gestartet. Wurde von dem Amis bestaetigt.

Schlagzeilen Politik

  • EU-Topjobs: Schüssel und Plassnik bis zuletzt im Rennen
    Die Dänen und Osteuropäer waren für Ex-Kanzler Schüssel als Ratspräsident der EU. Aber Bundeskanzler Faymann will nichts gehört haben.
    Strache: "Hass gegen demokratische Bewegung"
    FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache betonte die Friedlichkeit des Festkommers der Burschenschafter in der Wiener Hofburg. Rund 500 Personen demonstrierten am Ring.
    Hofburg-Wahl: Gerüchte über Fischers Wiederkandidatur
    Angeblich will Bundespräsident Fischer am Donnerstag seine Wiederkandidatur bekanntgeben. Aus der Präsidentschafts-Kanzlei kam bloß: "Kein Kommentar".
  • Regierungsbilanz: Das verlorene Jahr
    Das Kabinett „Faymann I“ hat in seinem ersten Jahr viel getan. Nur das Wichtigste nicht. Selten war die Zeit für die Vorbereitung unpopulärer, aber notwendiger Reformen besser als im Vorjahr. Eine verpasste Chance.
    Heinisch-Hosek: Eine Mutter auf Zeit
    Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek erzählt u.a. wie ein schwerstbehindertes Kind drei Jahre lang ihr Leben bereichert hat, was ihr von dieser ungewöhnlichen Beziehung geblieben ist.
    Adoption: Zwei Mütter für Janis
    Adoption bleibt im Gesetz zur Homo-Ehe für schwule und lesbische Partner verboten. Doch viele Paare mit Kinderwunsch haben längst ihren Traum vom Nachwuchs verwirklicht.
  • Grünen-Chef Özdemir: "Das Türkische ist keine In-Kultur"
    Seit einem Jahr ist Cem Özdemir Chef der Grünen Deutschlands. Mit der "Presse am Sonntag" spricht er über Integration, Bildung und seine Elternzeit: "So modern, wie wir immer tun, sind wir in Mitteleuropa nicht".
    Davutoglu: Der Kissinger aus Konya
    Lernen von den Osmanen: Ahmet Davutoglu richtete die türkische Außenpolitik neu gen Osten aus: Europa muss sich Ankaras Aufmerksamkeit nun teilen. Mit seiner Brille, seiner zierlichen Gestalt wirkt Ahmet Davutoglu manchmal wie ein gealterter Student.
    Kabul: Rakete schlägt in Luxushotel ein
    Bei dem Anschlag stürzte eine Wand des Gebäudes ein. Es gab sieben Verletzte. Die Regierung in Kabul will die afghanischen Polizei- und Militärkräfte auf 400.000 Mann ausbauen.
  • Bürgerkrieg: "Es war eine Diktatur. Punkt."
    Umstrittenes Gedenken an 1934: Vor 75 Jahren war Bürgerkrieg in Österreich, ideologische Gräben verhindern eine gemeinsame Aufarbeitung. Prominente Historiker wollen jetzt die Opfer des Ständestaates rehabilitieren.
    Avraham Burg: „Traumawettbewerb“
    Avraham Burg provoziert: Der Sohn eines Holocaust-Überlebenden und frühere Knessetpräsident fordert die Überwindung des Holocaust-Traumas. Leistet er damit einen Beitrag zur Schlussstrichdebatte?
    Gasstreit: Putin als Timoschenkos Wahlhelfer
    Mit seiner „Großzügigkeit“ unterstützt Russland die einstige Erzfeindin. Die Ukraine darf fortan ohne Angst vor Sanktionen weniger Gas einkaufen als bisher vertraglich vereinbart war.