Russland hat mit seiner angekündigten Truppenaufstockung in der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien begonnen. Russland hatte in den vergangenen Tagen angekündigt, etwa 500 bis 1.000 weitere Soldaten nach Abchasien zu schicken. Zur Begründung verwies die Regierung auf eine georgische Truppenkonzentration an der Grenze zu Abchasien und angebliche georgische Angriffspläne.
Die Truppenzahl werde insgesamt aber innerhalb der Höchstgrenze von 3.000 Soldaten bleiben, die in einem 1994 unterzeichneten Waffenstillstand vereinbart sei, hieß es. Georgien kritisierte die Truppenaufstockung indes scharf.
Abchasien wird zwar international als Teil Georgiens betrachtet, führt mit Unterstützung Russlands aber seit den 90er Jahren faktisch seine eigenen Geschäfte. Die NATO hat die russischen Pläne kritisiert und vor einer weiteren Verschärfung der Spannungen in der Region gewarnt. Die EU, die USA, die NATO sowie der Europarat, dem sowohl Georgien als auch Russland angehören, kritisierten die angekündigte Truppenverstärkung im Vorfeld scharf.
Vor wenigen Tagen hatte Russlands Außenminister Lawrow Georgien mit "Vergeltungsmaßnahmen" gedroht, falls Tiflis in den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien militärisch eingreift. Der georgische Außenminister Waschadse drohte am Mittwoch in Reaktion auf die angekündigte Verstärkung der russischen Handelsbeziehungen zu den abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien, den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation zu blockieren.
Abchasien und Südossetien hatten sich nach dem Ende der UdSSR in Unabhängigkeitskriegen von der Ex-Sowjet-Republik Georgien gelöst. Völkerrechtlich gehören sie weiter zu Georgien, sind jedoch wirtschaftlich von Russland abhängig.
(APA)

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