08.11.2009 11:45 | Meine Presse Merkliste0

Abchasien-Konflikt: Georgien rät Russland zu "Valium"

04.05.2008 | 13:54 |   (DiePresse.com)

Der Tonfall zwischen den beiden Staaten wird rauer: Tiflis lässt den Kollegen in Moskau ausrichten, man solle doch zur Nervenberuhigung "Baldriantropfen nehmen" oder gleich "zu Valium greifen".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren
Im Konflikt zwischen Georgien und Russland rät Tiflis den Politikern des großen Nachbarlandes zu Valium, wenn Baldriantropfen nicht mehr helfen. Georgiens Staatsführung empfiehlt "zur Nervenberuhigung Baldriantropfen zu nehmen. Georgiens Ärzte meinen allerdings, dass die Tropfen bei solchen Provokationen nicht mehr wirksam sind - daher wäre es besser, zu Valium zu greifen", sagte der amtierende Außenamtschef Georgiens, Grigol Waschadse, laut russischer Nachrichtenagentur RIA Novosti zu russischen Medienberichten, wonach Tiflis einen Militärangriff gegen die nicht anerkannte Republik Abchasien vorbereite.

Die Sprecherin des georgischen Außenministeriums, Maka Gigauri, die diese Worte des Ministers zitierte, betonte, dass im Ministerium keine Panik zu verzeichnen sei. Es werde nur die "übliche Routinearbeit" getan.

Zuvor hatte ein Sprecher der Armee mitgeteilt, dass Georgien mit Unterstützung ausländischer Fachleute schon in den nächsten Tagen mit Waffen gegen Abchasien vorgehen könnte. "Der Plan sieht die Einnahme der wichtigsten Objekte im Küstengebiet Abchasiens vor", sagte der Sprecher. Der Einsatz von rund 3.000 Mann sei vorgesehen. Ausländische Botschaften würden deswegen an Evakuierung denken.

"Akt der Aggression"

Am 29. April hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow vor Journalisten auf "zahlreiche Fakten" hingewiesen, die "davon sprechen, dass die georgische Staatsführung Pläne für eine gewaltsame Lösung der Probleme Abchasiens und Südossetiens schmieden könnte." Lawrow drohte mit "Vergeltungsmaßnahmen". Russland begann damit, die Truppen in der von Georgien abtrünnigen Region aufzustocken. Dies wertete Georgien als Provokation. Das Außenministerium in Tiflis sprach von einem "Akt der Aggression".

Abchasien und Südossetien hatten sich nach dem Ende der UdSSR in Unabhängigkeitskriegen von der Ex-Sowjet-Republik Georgien gelöst. Völkerrechtlich gehören sie weiter zu Georgien, sind jedoch wirtschaftlich von Russland abhängig. Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo am 17. Februar streben sie nun verstärkt nach internationaler Anerkennung. Mitte April hatte Moskau angekündigt, seine Zusammenarbeit mit Abchasien zu vertiefen.

(APA)
Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Schlagzeilen Politik