22.11.2009 02:52 | Meine Presse Merkliste0

Abchasien-Konflikt: Georgien rät Russland zu "Valium"

04.05.2008 | 13:54 |   (DiePresse.com)

Der Tonfall zwischen den beiden Staaten wird rauer: Tiflis lässt den Kollegen in Moskau ausrichten, man solle doch zur Nervenberuhigung "Baldriantropfen nehmen" oder gleich "zu Valium greifen".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren
Im Konflikt zwischen Georgien und Russland rät Tiflis den Politikern des großen Nachbarlandes zu Valium, wenn Baldriantropfen nicht mehr helfen. Georgiens Staatsführung empfiehlt "zur Nervenberuhigung Baldriantropfen zu nehmen. Georgiens Ärzte meinen allerdings, dass die Tropfen bei solchen Provokationen nicht mehr wirksam sind - daher wäre es besser, zu Valium zu greifen", sagte der amtierende Außenamtschef Georgiens, Grigol Waschadse, laut russischer Nachrichtenagentur RIA Novosti zu russischen Medienberichten, wonach Tiflis einen Militärangriff gegen die nicht anerkannte Republik Abchasien vorbereite.

Die Sprecherin des georgischen Außenministeriums, Maka Gigauri, die diese Worte des Ministers zitierte, betonte, dass im Ministerium keine Panik zu verzeichnen sei. Es werde nur die "übliche Routinearbeit" getan.

Zuvor hatte ein Sprecher der Armee mitgeteilt, dass Georgien mit Unterstützung ausländischer Fachleute schon in den nächsten Tagen mit Waffen gegen Abchasien vorgehen könnte. "Der Plan sieht die Einnahme der wichtigsten Objekte im Küstengebiet Abchasiens vor", sagte der Sprecher. Der Einsatz von rund 3.000 Mann sei vorgesehen. Ausländische Botschaften würden deswegen an Evakuierung denken.

"Akt der Aggression"

Am 29. April hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow vor Journalisten auf "zahlreiche Fakten" hingewiesen, die "davon sprechen, dass die georgische Staatsführung Pläne für eine gewaltsame Lösung der Probleme Abchasiens und Südossetiens schmieden könnte." Lawrow drohte mit "Vergeltungsmaßnahmen". Russland begann damit, die Truppen in der von Georgien abtrünnigen Region aufzustocken. Dies wertete Georgien als Provokation. Das Außenministerium in Tiflis sprach von einem "Akt der Aggression".

Abchasien und Südossetien hatten sich nach dem Ende der UdSSR in Unabhängigkeitskriegen von der Ex-Sowjet-Republik Georgien gelöst. Völkerrechtlich gehören sie weiter zu Georgien, sind jedoch wirtschaftlich von Russland abhängig. Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo am 17. Februar streben sie nun verstärkt nach internationaler Anerkennung. Mitte April hatte Moskau angekündigt, seine Zusammenarbeit mit Abchasien zu vertiefen.

(APA)
Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Schlagzeilen Politik

  • EU-Topjobs: Schüssel und Plassnik bis zuletzt im Rennen
    Die Dänen und Osteuropäer waren für Ex-Kanzler Schüssel als Ratspräsident der EU. Aber Bundeskanzler Faymann will nichts gehört haben.
    Strache: "Hass gegen demokratische Bewegung"
    FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache betonte die Friedlichkeit des Festkommers der Burschenschafter in der Wiener Hofburg. Rund 500 Personen demonstrierten am Ring.
    Hofburg-Wahl: Gerüchte über Fischers Wiederkandidatur
    Angeblich will Bundespräsident Fischer am Donnerstag seine Wiederkandidatur bekanntgeben. Aus der Präsidentschafts-Kanzlei kam bloß: "Kein Kommentar".
  • Regierungsbilanz: Das verlorene Jahr
    Das Kabinett „Faymann I“ hat in seinem ersten Jahr viel getan. Nur das Wichtigste nicht. Selten war die Zeit für die Vorbereitung unpopulärer, aber notwendiger Reformen besser als im Vorjahr. Eine verpasste Chance.
    Heinisch-Hosek: Eine Mutter auf Zeit
    Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek erzählt u.a. wie ein schwerstbehindertes Kind drei Jahre lang ihr Leben bereichert hat, was ihr von dieser ungewöhnlichen Beziehung geblieben ist.
    Adoption: Zwei Mütter für Janis
    Adoption bleibt im Gesetz zur Homo-Ehe für schwule und lesbische Partner verboten. Doch viele Paare mit Kinderwunsch haben längst ihren Traum vom Nachwuchs verwirklicht.
  • Grünen-Chef Özdemir: "Das Türkische ist keine In-Kultur"
    Seit einem Jahr ist Cem Özdemir Chef der Grünen Deutschlands. Mit der "Presse am Sonntag" spricht er über Integration, Bildung und seine Elternzeit: "So modern, wie wir immer tun, sind wir in Mitteleuropa nicht".
    Davutoglu: Der Kissinger aus Konya
    Lernen von den Osmanen: Ahmet Davutoglu richtete die türkische Außenpolitik neu gen Osten aus: Europa muss sich Ankaras Aufmerksamkeit nun teilen. Mit seiner Brille, seiner zierlichen Gestalt wirkt Ahmet Davutoglu manchmal wie ein gealterter Student.
    Kabul: Rakete schlägt in Luxushotel ein
    Bei dem Anschlag stürzte eine Wand des Gebäudes ein. Es gab sieben Verletzte. Die Regierung in Kabul will die afghanischen Polizei- und Militärkräfte auf 400.000 Mann ausbauen.
  • Bürgerkrieg: "Es war eine Diktatur. Punkt."
    Umstrittenes Gedenken an 1934: Vor 75 Jahren war Bürgerkrieg in Österreich, ideologische Gräben verhindern eine gemeinsame Aufarbeitung. Prominente Historiker wollen jetzt die Opfer des Ständestaates rehabilitieren.
    Avraham Burg: „Traumawettbewerb“
    Avraham Burg provoziert: Der Sohn eines Holocaust-Überlebenden und frühere Knessetpräsident fordert die Überwindung des Holocaust-Traumas. Leistet er damit einen Beitrag zur Schlussstrichdebatte?
    Gasstreit: Putin als Timoschenkos Wahlhelfer
    Mit seiner „Großzügigkeit“ unterstützt Russland die einstige Erzfeindin. Die Ukraine darf fortan ohne Angst vor Sanktionen weniger Gas einkaufen als bisher vertraglich vereinbart war.