„Merkel ist Teil derselben Rechten wie die Nazis“

12.05.2008 | 18:18 |  Von unserer Korrespondentin CORNELIA MAYRBÄURL (Die Presse)

Venezuelas Präsident Chávez nimmt vor Gipfeltreffen in Lima Deutschlands Kanzlerin aufs Korn.

WIEN/LIMA. Armutsbekämpfung, Klimawandel, Handelsabkommen – das sind eigentlich die großen Themen, um die es beim fünften Gipfel der EU mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik in Perus Hauptstadt Lima gehen soll. Hochrangige Beamte verhandeln über diese Fragen, bevor sich dann am Freitag Dutzende Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Gusenbauer, in Lima treffen.

Einer davon schoss aber schon am Wochenende quer: Venezuelas Präsident Hugo Chávez: Bundeskanzlerin Angela Merkel „ist von der deutschen Rechten, genau jener Rechten, die Hitler und den Faschismus unterstützt hat“, schimpfte er am Sonntag. Merkel hatte zuvor in einem Interview gemeint, in einigen lateinamerikanischen Ländern seien Linkspopulisten am Werk und sprach dann konkret Chávez an. Damit zeichne sich ab, dass die thematische Arbeit am Gipfel in Lima unter markigen Sprüchen und den großen ideologischen Differenzen innerhalb der lateinamerikanischen Länder leiden werde.


„Weil Sie eine Dame sind...“

Nicht anders war es vor zwei Jahren beim EU-Lateinamerika-Gipfel in Wien gewesen. „Ein einziges Land kann die Beziehungen zwischen der EU und Lateinamerika nicht auf Dauer beschädigen. Präsident Chávez spricht nicht für Lateinamerika“, sagte Merkel. „Frau Bundeskanzler, gehen sie doch...“, deutete Chávez an, „aber weil Sie eine Dame sind, halte ich mich zurück.“ Ebenso wie in Wien veranstalten linksgerichtete NGOs in Lima einen Gegengipfel.

Chávez und seine Amtskollegen Evo Morales (Bolivien) sowie Rafael Correa (Ecuador) haben schon angekündigt, dort aufzutreten. Sie geben damit ein klares Signal, dass sie mit Marktwirtschaft und Freihandel, zwei der Prämissen, auf denen der Dialog zwischen den beiden Staatengruppen beruht, Schwierigkeiten haben.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hingegen macht sich erst gar nicht die Mühe, nach Lima zu reisen – ebenso ein Indiz dafür, dass er nicht so recht an den Ausbau der „strategischen Partnerschaft“ zwischen den beiden Staatengruppen glaubt. Auch Italiens Silvio Berlusconi und der britische Premier Gordon Brown könnten durch Abwesenheit glänzen.

Die Gipfeltreffen wurden Ende der 90er-Jahre vereinbart, um herauszufinden, welche Positionen die EU und Lateinamerika teilen, und um diese in multilateralen Organisationen wie der UNO gemeinsam zu vertreten.

Für die EU geht es freilich auch darum, die Region nicht gänzlich dem Einfluss der USA preiszugeben. Tatsächlich investieren die EU-Staaten mehr in Lateinamerika als die USA, und sie geben am meisten Entwicklungshilfe. Beim Volumen der Handelsbeziehungen haben aber noch die USA die Nase vorne.


Gespräche über Marktöffnung

Deshalb hofft die EU-Kommission, dass es nach Lima Fortschritte in den Verhandlungen über Assoziationsabkommen geben wird, die mit drei lateinamerikanischen Staatengruppen laufen. In diesen Abkommen sind zwar auch politische Fragen enthalten, hauptsächlich geht es jedoch um eine gegenseitige Marktöffnung.

Seit Oktober 2007 laufen sowohl Verhandlungen zwischen der EU und den mittelamerikanischen Ländern als auch mit der Andengemeinschaft (Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien).

AUF EINEN BLICK

Am 16. und 17. Mai findet in Perus Hauptstadt Lima der fünfte Gipfel der EU mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik statt. Die großen Themen sind Armutsbekämpfung, Klimawandel und Handelsabkommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.05.2008)


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12 Kommentare
 
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Von Ferrum am 13.05.2008 um 13:36

Nicht einmal ignorieren

sollte man seine Merkwürden. Der erstickt ohnehin an seiner Unfähigkeit und an der seiner Ideologie. Jedes Wort, das man an oder über ihn ausspricht bietet ihm nur eine willkommene Plattform für seinen Unsinn.

Von Gast: Linker am 13.05.2008 um 09:54

Faschismus

Wenn hier jemand faschistisch ist, dann der Genosse Chavez. In den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts haben die Genossen in aller Welt ja schließlich den nationalen Sozialismus von Benito Mussolini mit großer Sympathie kommentiert. Und Chavez will an diese Tradition jetzt wohl anschließen.

Von Gast: ASVG-Sklave am 13.05.2008 um 08:41

Gleiches mit Gleichem

Herrlicher Volltreffer. Wer andere anpisst Frau Merkel, wird am Ende selbst angegpr...... Bravo Herr Präsident!

Von Aaron Fishhof am 13.05.2008 um 08:13

Dieser KOMMUNISTISCHE Drogen-Händler

soll zuerst einmal vor seiner eigenen Türe kehren und nicht permanent sein eigenes Volk für den Reichtum seiner Groß-Familie ausbeuten!

Sein roter Genosse Morales hat eh ja eh schon genug Probleme in Bolivien und die Tage des Chavec als Diktator sind ja eh auch schon gezählt.

Noah von der Arche am Berg der Freude

Antworten Von Aragorn81 am 13.05.2008 um 09:52

Re: Dieser KOMMUNISTISCHE Drogen-Händler

hoffentlich behalten Sie recht.

Von Gast: querulant am 13.05.2008 um 06:55

Chávez hat in einen Recht, diese europäischen Politiker sind das schlimmste Übel seit Ende des zweiten Weltkrieges

leider muß es erst zur Katastrophe kommen bevor wir sie loswerden.

Antworten Von Gast: Cornell am 13.05.2008 um 12:16

Re: Chávez hat in einen Recht, diese europäischen Politiker sind das schlimmste Übel seit Ende des zweiten Weltkrieges

Ahja, und welche Sorte Politiker schlagen Sie vor???

Antworten Von Ophicus am 13.05.2008 um 09:34

Re: Chávez hat in einen Recht, diese europäischen Politiker sind das schlimmste Übel seit Ende des zweiten Weltkrieges

Stasi, kalter Krieg, sowjet-Regime, Jugoslawien-Kriege, Militärdiktaturen (etwa Griechenland, Spanien) Tschernobyl usw.
Es hat schon einiges an Übel seit dem 2. Weltkrieg gegeben...

Antworten Antworten Von Gast: querulant am 13.05.2008 um 12:55

Re: Re: Chávez hat in einen Recht, diese europäischen Politiker sind das schlimmste Übel seit Ende des zweiten Weltkrieges

Öffnen sie ihre Augen dann sehen sie was ansteht, Weltwirtschaftskrise, atomare Auslöschung des Iran, möglicherweise Weltkrieg, totaler Überwachungsstaat, gigantische Umweltkatastrophen, aber damit haben diese Figuren ja nichts zu tun , oder ?

Antworten Von Gast: Kiotari am 13.05.2008 um 09:00

Na dann wander doch zu dem Clown nach Venezuela aus.

Dort lernst Du noch ganz andere Übel und wahre Katastrophen kennen.

Antworten Antworten Von Aragorn81 am 13.05.2008 um 09:52

Re: Na dann wander doch zu dem Clown nach Venezuela aus.

so ists.

Antworten Antworten Antworten Von Gast: querulant am 13.05.2008 um 12:35

Re: Re: Na dann wander doch zu dem Clown nach Venezuela aus.

Ihr oberster Chef Gusi befindet sich eh schon dort,wahrscheinlich sucht schon eine neue Bleibe.

 
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