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Maroni: Italiens Sicherheitsdekret ist EU-konform

13.05.2008 | 11:44 |   (DiePresse.com)

Der neue Innenminister will den Kampf gegen die illegale Immigration verschärfen. An den Grenzen will der Passkontrollen wieder einführen. Der Vatikan warnt vor zu hoher Ausländerfeindlichkeit.

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Der neue Innenminister Italiens, Roberto Maroni, bestätigte Medienberichte vom Wochenende, wonach illegale Immigration nach Italien im neuen Sicherheitspaket zukünftig als Verbrechen betrachtet werden soll. Maroni will streng gegen illegale Einwanderung und Kriminalität vorgehen, dabei aber stets die EU-Vorschriften berücksichtigen.

Das umstrittene Sicherheitspaket wird kommende Woche verabschiedet. Es soll die Abschiebung straffälliger Ausländer erleichtern. Außerdem will Maroni wieder Grenzkontrollen einführen - und will dafür Italiens Verpflichtungen nach dem Schengen-Abkommen für passfreies Reisen in Europa aussetzen. Eine Aufenthaltsgenehmigung sollen dem Paket zufolge nur diejenigen Ausländer bekommen, die ein legales Mindesteinkommen vorweisen können: "Das Sicherheitspaket wird sehr streng, aber im Einklang mit den europäischen Vorschriften sein", erklärte der neue Innenminister.

Der Vatikan schlägt vor der Ausländerfeindlichkeit Alarm: Kadinal Renato Martino, "Justizminister" des Vatikans, warnte vor einer "Kriminalisierung des rumänischen Volkes" und betonte, die illegale Immigration dürfe nicht als "Delikt" betrachtet werden. Martino, Präsident des päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax") erklärte, illegale Einwanderung sei für viele Menschen eine Notwendigkeit.: "Natürlich muss man die Legalität respektieren und die Immigrationsströme regeln. Man darf aber dann nicht auch sagen, dass die italienische Wirtschaft Immigranten braucht", betonte der Kardinal. Maronis Pläne richten sich vor allem gegen rumänische Einwanderer und Roma aus Osteuropa. Kardinal Maroni erklärte, man dürfe das rumänische Volk nicht verteufeln. Die Menschenrechte seien stets zu berücksichtigen.

Neben den erhöhten Sicherheitsvorkehrungen an Italiens Grenzen will Maroni auch das elektronische Armband zur Kontrolle von unter Hausarrest stehenden Häftlingen einführen. "Tests wurden bereits durchgeführt, jetzt geht es nur darum, das Gesetz zu verabschieden, das das elektronische Armband einführt", erklärte Maroni.

Im Kampf gegen die Kriminalität will der Innenminister enger mit den Bürgermeistern der größeren Städte zusammenarbeiten. Maroni plant in den nächsten Tagen Treffen mit den Bürgermeistern von Rom, Mailand und Florenz. "Die Bürgermeister verlangen mehr Kompetenzen in puncto Sicherheit. Dies ist der Weg, den wir folgen müssen. Es gilt das Prinzip, dass die Bürgermeister am besten das Gebiet kennen, das sie verwalten", erklärte Maroni.

Der Innenminister sprach sich außerdem für eine Stärkung der Kooperation mit den Ländern, aus denen die meisten illegalen Immigranten in Italien stammen: Rumänien und Libyen. "Die Zusammenarbeit mit diesen Ländern ist absolut wichtig", erklärte Maroni. Er beteuerte, dass die Stärkung der Legalität und der Kampf gegen die illegale Immigration eine absolute Priorität der neuen Regierung Berlusconi sei.

Außenminister Franco Frattini erklärte, Italien müsse in puncto Immigration mehrere europäische Richtlinien noch umsetzen. Er bestritt, dass es zu einer Massenausweisung von Roma aus Italien kommen wird, wie einige Linksparteien befürchten.

(APA/Red.)

 

 

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2 Kommentare
Kassandra
13.05.2008 19:41
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Berlusconi

Der Kardinal müsste doch wissen, dass das rumänische Volk und die rumänischen Roma zwei paar Schuhe sind.
Auch die Roma haben jedes Recht der Welt, nach ihrer FaÇon seelig zu werden, aber bitte auf eigene Kosten und nicht in meiner Nähe. Ich bin sicher, auch der Kardinal würde seine Nachbarwohnug nicht an Roma vermieten.
Um gut zusammenleben zu können, müssen beide Seiten eine etwa gleiche Art zu leben haben und das funktiontioniert leider nicht mit den Roma.
Das was der Kardinal und die EU fordern ist doch, dass wir uns anpassen. Und das will ich nicht. Es gibt auf dieser Welt eben verschiedene Arten zu leben und das ist gut so, auch wenn vor allem die EU versucht uns alle gleichzumachen, mit welchen Hintergedanken auch immer.

Die italienische Regierung handelt mit diesem Beschluss richtig, denn sie leistet ihren Eid dem italienischen Volk und nicht den Roma, auch wenn sie froh wäre, alle Roma nach Italien und Spanien zu schicken.

Antworten Kassandra
14.05.2008 07:24
0 0

Re: Berlusconi

Korrektur:

Letzter Satz muss heissen:

auch wenn die rumänische Regierung froh wäre, alle Roma nach Italien und Spanien zu schicken.