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Völkerrecht: Streubomben-Verbot in Reichweite

19.05.2008 | 18:18 |   (Die Presse)

Blindgänger töten und verstümmeln noch Jahre nach Ende eines Krieges.

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Wien/Dublin (hd). Mit knapper Not kam Branislav Kapetanovic mit dem Leben davon. Es war im November 2000, der routinierte serbische Entminungs-Spezialist in Diensten der jugoslawischen Armee inspizierte eine Stelle, an der sogenannte „Bomblets“ gefunden worden waren: nicht explodierte Sprengkörper, Relikte jener Streumunition, die von der Nato bei den Luftangriffen auf Serbien im Jahr 1999 eingesetzt worden war.

Die Wucht der Explosion trennte Kapetanovic beide Beine und Arme ab, auf einem Auge ist er blind, auch das Gehör trug Schäden davon. Heute ist der 42-jährige Serbe einer der Vorkämpfer in der internationalen Kampagne zum Verbot von Streumunition.

Diese Waffen bestehen aus Dutzenden „Submunitionen“, die über einer Zielfläche niedergehen. Die Blindgängerrate liegt bei manchen Fabrikaten bei bis zu 40 Prozent – und die kleinen, oft bunten Sprenkörper entfalten noch Jahre nach Ende eines Krieges ihre tödliche Wirkung, meist an Zivilisten. Seit gestern, Montag, verhandeln in der irischen Hauptstadt Dublin Vertreter von 109 Staaten über einen Vertrag, der dieses Verbot völkerrechtlich besiegeln soll. Österreich ist an vorderster Front dabei: Ein so umfassendes Verbot, wie es Österreich in seiner nationalen Gesetzgebung bereits verankert hat, gebe es in keinem anderen Staat, sagt Judith Mailath, die umtriebige Chefin der Österreich-Sektion der „Streu-Munitions-Koalition“, eines Zusammenschlusses zahlreicher NGOs.

„Die große Frage ist, wie umfassend das Verbot ausfällt“, prophezeit Majlath im Gespräch mit der „Presse“ ein hartes Feilschen, bis der Vertragstext Ende Mai fixiert sein wird. Zahlreiche Länder fordern Ausnahme-Regelungen. Denn nicht nur die NGOs betreiben Lobby-Arbeit, auch die Rüstungsindustrie ist aktiv. Zwei offene Punkte sind, was genau unter den Begriff „Streumunition“ fällt, und ob es Auslauf-Fristen geben wird; manche Länder verlangen eine Übergangszeit von bis zu 15 Jahren.


„Können nicht auf USA warten“

Signifikant ist, wer in Dublin nicht mit am Tisch ist: Die USA, China, Russland, Pakistan, Indien und Israel, das erst im Libanon-Krieg 2006 Streumunition einsetzte. Es fehlt also eine ganze Reihe der wichtigsten Produzenten und Benützer. Dennoch glaubt Majlath – ähnlich wie beim Ottawa-Vertrag zum Verbot von Anti-Personen-Minen – an die Signalwirkung, die von einer Ächtung von Streumunition ausgehen würde: „Wir können nicht auf die USA warten, sonst kommen wir nirgendwohin.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2008)

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8 Kommentare
Gast: thomas
22.05.2008 16:25
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ich empfehle den üblichen "kritikern"


2 wochen urlaub in sderot oder einer anderen israelischen stadt, die täglich (!) von arabern beschossen wird.

eine brise realität hilft oft gegen klugschei..en.


Gast: böse böse juden???
20.05.2008 18:46
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überhaupt keine ahnung

dein kommentar ist absolut wertlos und reiner müll. mit seinen islamistischen feinden...welche denn?
schon mal dran gedacht das israel, ebenso wie die USA, sich seine Feinde selbst macht?
Alles dummes Geschwätz, das solche Nullen wie du auch noch glauben und versuchen es mit interlektueller Schreibweise auszubessern!

Frei nach dem Motto: Daham statt Islam - alles glauben was berichtet wird und nichts selbst hinterfragen!

P.S.: ich wünsch dir mal eine "unkonventionelle" Bombe in deinem Garten, viel Spaß dann damit!

Antworten mehrdad
20.05.2008 19:41
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Re: überhaupt keine ahnung

israel macht sich seine feinde, indem es die frechheit besitzt, zu existieren.

welche feinde?

iran, syrien...und extrem fragile regime wie in saudi-arabien, ägypten, pakistan (atommacht), jordanien, die jederzeit von islamisten überrannt werden können.

deine beleidigungen sind übrigens dumm und zeugen von wenig IQ.

mehrdad
20.05.2008 16:26
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böse böse juden

es ist eine tatsache, dass ein winziges land als einzige demokratie der region, ohne jegliche strategische tiefe in grösse hessens, dessen engste stelle keine 15 KM schmal ist, und das von zwei dutzend diktaturen umgeben ist, die dessen vernichtung als staatsziel haben, nicht mit länder verglichen werden kann, deren existenz nicht bedroht ist.

israel braucht jede erdenkliche waffe, weil es konventionell und zahlenmässig nie mit seinen islamischen feinden mithalten kann.

konventionell ist israel heutzutage nicht zu verteidigen. das erkennt jeder mit etwas hirn, der sich die karte israels anschaut.

tomschi
20.05.2008 11:40
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Reine Alibiaktion,

wenn USA, China, Russland, Pakistan, Indien und Israel nicht dabei sind. Wie oft hat Österreich schon Streubomben gegen seine Feiden eingesetzt? Oder die Schweiz, oder Schweden???

ralshob
20.05.2008 08:54
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Wenn ich mir..............

das oe arsenal an streubomben so ansehe, dann ist ein verbot von noeten!

Gast: Beobachter2
19.05.2008 21:17
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und wie immer

bei solchen "Nichtmehrgeschäften" ist Israel nicht dabei dabei -

Gast: Österreicher
19.05.2008 20:25
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wenn zwei dasselbe tun ...

Österreich wird sich an das Streubomben-Verbot halten, Israel nicht. - Besser wäre umgekehrt!