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Irak klagt Unternehmen wegen Schmiergeldzahlungen an Saddam

01.07.2008 | 07:52 |   (DiePresse.com)

Der Irak hat zahlreiche ausländische Unternehmen auf mehr zehn Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt. Sie sollen währdend des Regimes von Saddam Hussein Geld aus einem Hilfsprogramm abgezweigt haben.

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Der irakische Staat hat eine Zivilklage in Manhattan eingebracht. Er fordert von Duzenden ausländischen Unternehmen Schadenersatz wegen angeblicher Bestechungszahlungen an die Regierung unter Saddam Hussein. Die Klagssumme beläuft sich auf über zehn Milliarden Dollar (rund 6,7 Milliarden Euro).

Deckmantel Hilfsprogramm


Die angeklagten Unternehmen sollen Gelder aus dem "Öl für Lebensmittel"-Programm der Vereinten Nationen missbraucht haben, um sich Aufträge der irakischen Regierung zu sichern. Das Programm ermöglichte es dem damaligen Regime, trotz des US-Handelsembargos geringe Mengen Erdöl zu verkaufen. Allerdings unter der Auflage, dass die Erlöse für Lebensmittel, Medikamente und andere existenzielle Güter für die Bevölkerung verwendet werden. Das Programm bestand von 1996 bis 2003 und umfasste ein Gesamtvolumen von rund 67 Milliarden Dollar.

Unter den beklagten Unternehmen sind etwa

  • der Ölmulti Chevron
  • die französische Großbank BNP Paribas
  • die Pharmakonzerne GlaxoSmithKline und Roche
  • Töchter von Schering Plough und ABB

Aus Deutschland werden Daimler, mehrere zum Siemens-Konzern gehörende Firmen sowie das Medizintechnikunternehmen B. Braun Melsungen genannt.

Der größte Finanzbetrug der Menscheit

Einer Untersuchung der Vereinten Nationen zufolge sind rund 2200 Unternehmen aus 66 Ländern in den Fall verwickelt. Gesamt sollen rund 1,8 Milliarden Dollar an
Schmiergeldern in den Irak geflossen sein. Die Klage beläuft sich aber auf über zehn Milliarden Dollar, da die Korruptionsaffäre das Leben und die Gesundheit der Iraker unmittelbar beeinträchtigt habe. Aus der Klagsschrift geht hervor, dass es sich um den größten Finanzbetrug der Menschheitsgeschichte handle.

(Ag./Red.)

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8 Kommentare
Gast: AK
01.07.2008 11:28
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zynisch

"..das Leben und die Gesundheit der Iraker unmittelbar beeinträchtigt habe." Und wie sieht man den Massenmord der Amerikaner an der Bevoelkerung Iraks? Nicht allzu lange her wurde die Zahl der direkten und indirekten Kriegsopfer (u.a. von Napalmbomben der Amerikaner ins Jenseits befoerderte) mit 200.000 beziffert und keiner reicht eine Klage gegen die amerikanische Regierung ein.. wahrscheinlich wuerde eine solche mit dem Argument abgewiesen werden, dass es diesen Irakern im Himmel sicherlich besser gehe..

freeman
01.07.2008 14:53
0 0

Saddam hat rund 1.000.000 ermordet,

und hätte damit wohl auch noch weitergemacht.

Die große Mehrheit der Iraker lebt heute besser und freier als unter der Diktatur - auch wenn es ein paar bornierte Europäer nicht wahrhaben wollen: der Irakkrieg war ein Erfolg, auch wenn er mit der offiziellen einstellung der Kampfhandlungen noch keineswegs beendet war.

Staunton
03.07.2008 19:44
0 0

Na ja, Saddam, den ehemaligen Freund der USA, der während seiner größten Verbrechen von den USA sogar mit Luftwaffe, Flotte, Aufklärung und Giftgaslieferungen (lt. Galloway) unterstützt wurde...

...wird man ja nicht mehr so richtig verklagen können
Aber die USA könnte man wegen des kriminellen Angriffskrieges, der außerdem mit handfesten Lügen herbeigeführt wurde, noch immer verklagen.
Wenn man sich anschaut, wie kaputt und arm der Irak nach dem kriminellen Angriff der USA geworden ist und wie viel zivile Iraker die US-Army die letzten fünf Jahre ins Jenseits geschickt hat, würde ich vermuten, dass die USA ca. eine Billion Dollar Schadenersatz zahlen müsste. Zumindest, wenn man US-Maßstäbe für Schadenersatzprozesse heranzieht.

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Re: Saddam hat rund 1.000.000 ermordet,

"freeman" bedeutet das "Naivling"?

panda82
01.07.2008 16:28
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Re: Saddam hat rund 1.000.000 ermordet,

Macht es ein Unterschied, ob die Menschen durch Saddam oder durch die Amerikanern getötet werden???

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Re: Re: Saddam hat rund 1.000.000 ermordet,

Ja. Wenn die Amis morden ist das lustig.

demedici
01.07.2008 10:43
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da kann man ja nur lachen ??

Ist doch nicht zu fassen. Die Iraker lernen als Erstes blödsinnige Klagen nach dem Schema der verblödeten Amerikaner einzubringen, und in der USA Firmen auf der ganzen Welt zu verklagen. Die USA, der Weltpolizist, der in der Zwischenzeit andere Regierungen stürzt, andere Politiker ermorden lässt, gesellschaftliche Unruhe stiftet, usw. usw, - nichts Neues, ich weiß.

Gast: elenor
01.07.2008 09:55
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Ist doch nichts neues

Das aus dem "Food for oil" Programm Gelder zweckentfremdet wurden und da haben die USA sowohl auch die liebe EU keine Skrupel gehabt.Geschäft ist Geschäft Moral ist dabei unnötig.

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