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Russische Invasion: Hilferuf Georgiens

11.08.2008 | 18:53 |   (Die Presse)

Südossetien. Moskaus Truppen rücken auf georgisches Kerngebiet vor, obwohl Georgiens Präsident Michail Saakaschwili einen Waffenstillstand anbietet und damit quasi kapituliert.

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Tiflis/Moskau/Brüssel (ag., do.). Die internationale Diplomatie hat in der Südkaukasus-Krise sozusagen volle Gefechtsstärke erreicht – dennoch gehen die Kämpfe zwischen Georgien und Russland um Südossetien unbeeindruckt weiter.

Georgiens Präsident Michail Saakaschwili hatte am Montag vor Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner (für die EU) und dessen finnischem Amtskollegen Alexander Stubb (für die OSZE) zwar einen Entwurf für ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet und damit quasi kapituliert.

Dessen ungeachtet gab es weiter schwere Gefechte: Georgien soll den Beschuss der abtrünnigen Region fortgesetzt haben, russische Truppen rückten dafür erstmals aus den abtrünnigen Provinzen auf georgisches Kerngebiet vor.

Teile der georgischen Armee zogen sich Richtung Tiflis zurück, um die Hauptstadt zu verteidigen. „Die Regierung erbittet dringend eine internationale Intervention um den Fall Georgiens zu verhindern“, hieß es in einem Statement. Auch Saakaschwili rief um Hilfe: „Wir haben moralische und humanitäre Unterstützung erhalten, aber wir brauchen mehr, um diese barbarische Aggression aufzuhalten.“

Stichwort humanitäre Unterstützung: Paris hat 30 Tonnen Hilfsgüter in die Region geschickt. Das Rote Kreuz meldete allerdings, dass man aufgrund der schweren Gefechte in viele Regionen nicht vordringen könne.

Frankreich, dessen Präsident Nicolas Sarkozy auch persönlich vermitteln will, bot zudem an, Ausländer aus Tiflis auszufliegen. Das Außenamt in Wien hat einen Krisenstab eingerichtet und spricht von 25 Österreichern, die sich in der Region aufhalten und mit denen man ständig in Kontakt stehe.

Die Außenminister Kouchner und Stubb reisten noch am Montag nach Moskau weiter, um auch die russische Regierung zu einer Unterschrift unter den Vier-Stufen-Plan zu bewegen. Dieser sieht eine Feuerpause vor, die Versorgung der Verwundeten, den Rückzug der Truppen und die Rückkehr zu politischen Verhandlungen.

Russland wies die Bemühungen von EU und OSZE zunächst aber zurück: Ein Abkommen über einen Waffenstillstand müsse von Tiflis direkt mit den Abtrünnigen Regionen ausgehandelt werden, sagte Russlands Vize-Premier Sergej Ivanov dem Sender CNN.

Scharfe Kritik von Bildt


Während sich die französischen Vertreter bemühten, keine der Konfliktparteien zu verurteilen, legten andere weniger Zurückhaltung an den Tag. Besonders scharf reagierte der schwedische Außenminister Carl Bildt, der als Vorsitzender des Ministerkomitees des Europarats nach Georgien reisen will. Er verglich das russische Vorgehen mit der Politik Nazi-Deutschlands. Russlands Begründung, dass Angehörige der eigenen Nationalität gefährdet seien, sei „kein neues Argument in Europas Geschichte zur Rechtfertigung von Interventionen“, heißt es.

Die EU-Kommission rief Russland zur „sofortigen Einstellung aller militärischen Aktivitäten auf georgischem Territorium“ auf: „Wir erachten Russland verantwortlich für den Eintritt seiner Truppen in georgisches Territorium“. Georgien hat indes die EU aufgefordert, die Gespräche über ein EU-Russland-Abkommen auf Eis zu legen. Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik warnte in diesem Sinne, dass eine weitere Eskalation durch Moskau „Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union haben könnte“.

Auch in der Nato, die am Montag zu einer Krisensitzung zusammentrat, lässt man keinen Zweifel daran, wen man für den Schuldigen hält. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sei „äußerst besorgt über den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt und den Mangel an Respekt für die territoriale Integrität Georgiens“, sagte eine Sprecherin der Allianz. Und auf Antrag Russlands wird heute, Dienstag, eine Sondersitzung des Nato-Russland-Rates stattfinden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2008)

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93 Kommentare
 
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derpradler
12.08.2008 10:37
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Meldungen und Meinungen sind getürkt!

Georgien wurde vom Ami in den Krieg gehußt. Und die Georgier haben tatsächlich geglaubt der AMI zieht für sie in den Krieg, gegen Rußland!
Jetzt, die Verteidiger als Agressoren hinstellen ist typisch amerikanisch.
Die Völkermorde der Amerikaner scheinen aber in der öffentlichkeit immer noch keine besondere Bedeutung zu haben!

Gast: detaildaten
12.08.2008 07:51
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Russland wolle die Energie-Transportwege durch den Kaukasus kontrollieren.

Kriege um Rohstoffe führen - Menschenleben für Rohstoffe opfern. Barbarisch.

Antworten zib2leser
24.08.2008 18:04
0 0

Re: Russland wolle die Energie-Transportwege durch den Kaukasus kontrollieren.

Es wird Zeit diesem Großmachtgehabe von Putin Einhalt zu gebieten.Die Nato und die USA sollten ihre Militärpräsenz im
schwarzen Meer verstärken.Notfalls militärisch den Russen in die Schranken weisen.
Diese ewig gestrigen Postkommunisten sind eine Gefahr für den Rest der Welt.

Antworten Gast: Schrei
13.08.2008 22:53
0 0

Re: Russland wolle die Energie-Transportwege durch den Kaukasus kontrollieren.

Die Russen plündern Georgien!

Das ist BARBARISCH!

Wortmann
12.08.2008 00:31
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Lichtgestalt der Demokratie. Ein Nachruf.

Vom 2. bis 7. November 2007 kam es in Tiflis zu Massenprotesten gegen Saakaschwili. Die Demonstranten forderten den Rücktritt des Präsidenten. Sie warfen ihm eine autoritäre Politik sowie Versagen im Kampf gegen Armut und Korruption vor. Saakaschwili ließ die Menge von Polizeikräften mit Wasserwerfern, Tränengas und akustischen Waffen auseinandertreiben, verhängte am 7. November den Ausnahmezustand über Georgien. Anschliessend liess er sich erneut zu Präsidenten "wählen". Europa schaute ruhig zu. Amerika nutzte die Gelegenheit und unterstützte den brutalen und wie üblich korrupten Diktator wie so oft in der Geschichte der USA. Saakaschwili schickte Georgien in einen dummen, von Anfang an verlorenen Krieg. Sollte er gestürzt werden, niemand wird ihm nachweinen. Ausser vielleicht G.W. Bush.

Antworten JT 1
12.08.2008 10:01
0 0

Re: Lichtgestalt der Demokratie. Ein Nachruf.

das sieht man aber in europa auch ziemlich oft demonstranten gegen polizei. nichts neues...... auch im alten europa

Gast: ASVG-Sklave
11.08.2008 22:44
0 0

Ein übersetzter Kommentar Putins zur Doppelbödigkeit:

“As we all know, Saddam Hussein was hanged for burning down several Shiite villages. But now suddenly the situation is different. The Georgian leaders who in a matter of hours wiped out ten Ossetian villages, who ran over children and the elderly with tanks, who burned civilians alive, those people have to be protected,” he said."--------ÜBERSETZT: " WIE WIR ALLE WISSEN, WURDE SADDAM HUSSEIN DAFÜR HINGERICHTET, DASS ER EINIGE SHIITISCHE DÖRFER NIEDERBRENNEN LIESS. ABER JETZT (Anmerk: in Georgien und Ossetien) WÄRE ALLES ANDERS. DIE GEORGISCHEN FÜHRER, DIE INNERHALB WENIGER STUNDEN ZEHN OSSETISCHE DÖRFER AUSRADIERTEN UND KINDER UND ALTE MENSCHEN MIT PANZERN NIEDERWALZTEN, DIE ZIVILISTEN BEI LEBENDIGEN LEIBE VERBRANNTEN, - DIESE LEUTE WERDEN (Anmerk.: von den USA) GESCHÜTZT", sagte er.

Antworten Gast: achso
12.08.2008 07:52
0 0

Re: Ein übersetzter Kommentar Putins zur Doppelbödigkeit:

Waren Sie dabei Sklave? Oder sind Sie nur ein uninformierter der bei jeder Gelegenheit dumpfes USA Bashing betreibt?

Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklave
12.08.2008 09:23
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Re: Re: Ein übersetzter Kommentar Putins zur Doppelbödigkeit:

Wie schon beim Schau-Tribunal gegen Saddam, werden sich auch für dass georgische Massaker an den Osseten mühlos ein paar Zeitzeugen finden, die die Verbrechen beeiden können. Glauben¿s net auch? Übrigens Zeugen: (Aus dem Spiegel): ZENSUR IM IRAK-----
US-Armee sperrt Kriegsfotografen aus
Von Marc Pitzke, New York--------
Manche werden aus Gefechtszonen verbannt, andere gleich des Landes verwiesen: Das US-Militär greift immer rigider gegen Fotografen durch, die im Irak unangenehme Motive aufnehmen: Tote, Gefangene, Bombenopfer. Führende Bildreporter wehren sich - und sprechen erstmals offen über die Schikanen. -------
(Und aus Tiflis): Russian media suppressed in Georgia
With fighting in South Ossetia continuing, people in Georgia aren't being shown all the pieces of the puzzle. All Russian TV channels have been taken off air across the country and some internet sites have been blocked. Russian journalists have been harassed and their materials seized. ---

Gast: blitzky
11.08.2008 21:08
0 0

Die französischen Vertreter bemühten sich,

.. keine der beiden Seiten zu verurteilen. Unsere Frau Dr. Plassnik dagegen, gestärkt durch unsere neuen Eurofighter, schwingt sich zu Drohungen gegen Russland im Namen der EU auf.
Im Vergleich dazu ist sogar Georgiens Saakaswilli wohl noch ein überlegter Staatsmann..... Ich kann die Russen nur um Nachsicht ersuchen und darauf hinweisen, dass Plassnik auch den meisten Österreichern schon lange zum Hals heraus hängt...

Antworten panda82
12.08.2008 11:12
0 0

Re: Die französischen Vertreter bemühten sich,

Du Angsthase..

blitzky, du bist wirklich eine Angsthase...

Du entschuldigst dich sofort bei den Russen...

Es ist aber normal. Was sollte man von einem Österreicher in einer Kriesensituation erwarten!!!
Sofort den Schwanz einziehen!!!

Antworten Gast: Christdemokrat
12.08.2008 07:47
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Re: Die französischen Vertreter bemühten sich,

Die tägliche Krone hat für manche Menschen offensichtlich die Wirkung einer Droge. Es ist schon interessant zu beobachten, wie leicht Menschen zu manipulieren sind.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
11.08.2008 22:18
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Re: Die französischen Vertreter bemühten sich,

Herrlicher Kommentar über die Lange, die --Sie wissen schon - wohin gehen kann. Ein Affront für alle Österreicher, diese traurige Gestalt, gegen die Don Quijote noch eine Lichtfigur war.

Gast: conrad
11.08.2008 20:43
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Berichterstattung

Kouchner ist heute auf dem schönen zivilen Flughafen von Tiflis gelandet; dem Flughafen, der gestern laut CNN und den meisten anderen westlichen Medien von Russland zerstört worden war...
Man muß wirklich vorsichtig sein mit den Medien.
Ein bißchen www.russiatoday.ru kann nicht schaden.

Staunton
11.08.2008 19:48
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Das würde den kleinen Maxis aus Georgien und den USA so passen

Jemanden überfallen und alles in Schutt und Asche legen, aber dann schnell einen Waffenstillstand fordern, damit der andere nicht zurückschlagen kann. Und dieses Spiel könnte man ja beliebig oft fortsetzen. Selbstverständlich muss man dem kriegsgeilen US-Sproß Saakaschwili jetzt einmal anständig das Kriegsspielzeug aus der Hand schlagen. Sonst legt er in ein paar Wochen wieder Südossetien in Schutt und Asche. Oder Abchasien. Natürlich mit Unterstützung der USA. Oder glaubt wirklich jemand, dieser Überfall wäre alles gewesen, wenn es keinen Widerstand gegeben hätte?
Rußland wird sich wieder zurückziehen, aber die USA werden auch weiterhin im kriminell überfallen Irak und im kriminell überfallenen Afghanistan sitzen. Und die USA werden auch weiterhin versuchen, andere Länder so wie Georgien, die Ukraine, Tschechien, Polen usw. zu militärischen Provokationen gegen Rußland anzustiften.

Gladius
11.08.2008 19:26
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Die Russische Horde rollt weiter!

Bald wird Russland vor seinem ziel sthen wieder alle ehemaligen Sowjtrepubliken zu unterjochen. Als erstes Georgien dann kommt die Ukraine und so ghets weiter!
Der Russe war und ist der Feind Europas!

Antworten agafangel
12.08.2008 07:38
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Re: Die Russische Horde rollt weiter!

Dummerl.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
11.08.2008 23:00
0 0

Re: Die Russische Horde rollt weiter!

Von einem amerikanischen (Zeit-) Zeugen in Georgien über georgische Kriegsverbrechen: American Joe Mestas, who witnessed days of shelling, has said U.S. and Georgian leaders are responsible for the violence that has killed 2,000 people in the region. He told RT that Washington will have to answer for the violence.

“I thought that since U.S. is supporting Georgia there would be some control over the situation in South Ossetia and that there would be a peaceful solution to the conflict. But what is happening there now it’s not just war, but war crimes. George Bush and [Georgian president] Mikhail Saakashvili should answer to the crimes that are being committed – the killing of innocent people, running over by tanks of children and women, throwing grenades into cellars where people are hiding,” Mestas said.

“The war is when military fight against military. But the Georgian army is killing innocent civilians. This is genocide,” he added.

Antworten Antworten Gladius
12.08.2008 03:39
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Re: Re: Die Russische Horde rollt weiter!

Hast noch mehr Russen Propaganda!! Wir wiessen ja alle wie lieb die Russen zu Tschetscenien waren. Grosny war schon immer ein Schutthaufen (Sarkasmus)

Wortmann
11.08.2008 17:43
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Trifft ein Amerikaner einen Georgier...

...und sagt: schau da liegt ein Bär und schläft. Ich gib Dir einen Stock. Hau den Bären damit, da wird er aufwachen und wenn er Dich mit dem Stock sieht, wird er davonrennen. Das wird lustig! Da denkt sich der Georgier "ja, da stehe ich gross und mächtig da und kann allen davon erzählen!". Und er geht hin und steckt dem Bären den Stock ins Ohr. Den Rest der Geschichte kennen wir.

Gast: paganus
11.08.2008 16:37
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Abchasien

Was ist eigentlich mit den Bundesheer-Offizieren, die im Rahmen der UNOMIG den Waffenstillstand in diesem Gebiet beobachten sollen?

ginka
11.08.2008 15:44
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georgien ist der agressor in dieser story

Also versuchen Sie bitte nicht aus dem Aggressor ein Opfer zu machen.

Opfer ist Suedossetien, genauso Kosovo es einmal war.


Antworten Gast: Und alle schweigen nur
11.08.2008 15:54
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Re: georgien ist der agressor in dieser story

Georgier sind Opfer einer sogenannten Weltpolitik.

Wortmann
11.08.2008 13:57
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Die Georgier werden schon selber ihre Regierung stürzen.


Gast: Gast
11.08.2008 13:48
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re

Russland wird wie Jugoslavien zerfallen!

Antworten wüterich
11.08.2008 18:13
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Na, dann stecken Sie halt einen Zettel mit Ihrem frommen Wunsch in die Klagemauer und warten dann, wie lange Sie brauchen, bis sich dieser erfüllt!

Sie und Ihre Nachkommen werden es sicher nicht erleben!


 
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