Teheran/Wien (red.). Am 4. und 5. Oktober treffen Experten und Geschäftsleute der Öl- und Gasindustrie im IRIB International Conference Center in Teheran zur zweiten „Iran- Gas-Export-Konferenz“ zusammen. Dass der österreichische Erdölkonzern OMV bei dieser Konferenz als „Silber“-Sponsor auftritt, erweckt den Argwohn proisraelischer, irankritischer Kreise. Die Gruppierungen „Stop the Bomb“ oder „Realité EU“ fordern die OMV seit langem auf, die Geschäfte mit dem Iran auf Eis zu legen.
Doch die OMV ist nicht allein: Shell ist ebenfalls als Sponsor der Konferenz angeführt, die Liste der „Medien-Sponsoren“ ist lang: Darunter finden sich iranische Medien wie „Iran Exports Magazine“ und „Iran Daily“ sowie die in der Branche geschätzten Fachmedien „Energy Intelligence“, „Middle East Economic Survey“ und „Alexander's Oil and Gas“.
„Der Iran ist einer der wichtigsten Reservenhalter von Gas. Dass OMV-Vertreter an Konferenzen teilnehmen und die Abhaltung derartiger Zusammenkünfte unterstützen, um über die zukünftige Entwicklung auf dem Laufenden zu bleiben, ist daher nur logisch“, sagt Thomas Huemer, Unternehmenssprecher der OMV: „Die OMV unterhält Geschäftsbeziehungen zum Iran, wir verstoßen gegen keine wie immer gearteten Sanktionen, daher sind diese Geschäftsbeziehungen legitim.“
Die OMV ist im Iran tatsächlich sehr aktiv: In einem Vorvertrag mit dem nationalen iranischen Ölkonzern NIOC im Volumen von 22 Milliarden Dollar über die nächsten 25 Jahre geht es um den Bau einer Gasverflüssigungsanlage und Flüssiggaslieferungen. Die 3300 Kilometer lange Nabucco-Pipeline (Kosten rund 4,6 Mrd. Euro) soll Gas aus dem Iran und dem kaspischen Becken nach Europa bringen. Seit der Verschlechterung der Beziehungen zu Russland gewinnen alternative Gasanbieter an Bedeutung.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2008)

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