PR-Aktion in Wien: Neues, cooles Image für Israel

10.09.2008 | 18:34 |  THOMAS SEIFERT (Die Presse)

„Liebe auf den zweiten Blick“: Bim soll das Bild des Judenstaats verbessern. Was ist der Hintergrund der Imagekampagne?

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Wien. Image-Offensive aus Israel: Im Juli 2007 posierte eine Gruppe junger Soldatinnen – nur mit Bikini bekleidet – für das Männermagazin „Maxim“. Die Zielgruppe des Männermagazins feierte bei der Präsentationsparty im über-schicken Nachtclub „Marquee“ im New Yorker Stadtteil Chelsea. Die kontroverse Kampagne hatte eingeschlagen, die New Yorker Szene-Blogosphäre nahm des Themas dankbar an. Auch in Wien spricht man nun die Sehnsüchte der Wiener an: Bald wird ein mit dem Slogan „Israel – Liebe auf den zweiten Blick“ bemalter Bim-Wagen der einzige sein, der nach dem 26. Oktober stets an Sonn- und Dienstagen auf der früheren Strecke der geliebten Ringlinien 1 und 2 fährt.

 

Straßenbahn der Sehnsucht

Doch man will sich nicht auf Straßenbahnnostalgie beschränken: Es soll auch in Wien Parties geben. Guy Feldman, Kultur- und Presseattaché der israelischen Botschaft: „Wir wollen die Lebensfreude und den Hedonismus von Tel Aviv nach Wien bringen.“

Was ist der Hintergrund der Imagekampagne? Lior Haiat, Beamter des israelischen Außenministeriums: „Bei Israel denken die Menschen sofort an den Nahostkonflikt. Natürlich ist das ein Teil unserer Realität, aber im Leben der Israelis gibt es auch anderes.“

„Wir wollen Israel von einer anderen Seite zeigen“, ergänzt Botschafter Dan Ashbel. „Wir wollen Israel präsentieren, als das, was es ist: Ein lebensfrohes Land mit High-Tech, Kultur und einer leistungsfähigen Landwirtschaft.“

Die Kampagne wird vom Außenministerium in Jerusalem unterstützt: Nach einem „Economist“-Bericht wurde die britische Werbeagentur Acanchi mit einer Kampagne beauftragt: „Man kann einen neuen Slogan, ein neues Logo und vielleicht einen neuen lustigen Cartoon erwarten.“ „Economist“-Urteil: Die neue Israel-Image werde „schwer verkäuflich“ sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2008)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

9 Kommentare
Gast: Quasi
12.09.2008 03:35
0 0

Lebensfreude...

israelischen Botschaft: „Wir wollen die Lebensfreude und den Hedonismus von Tel Aviv nach Wien bringen.“

BITTE NICHT!!

Antworten Gast: quaks
12.09.2008 11:04
0 0

Re: Lebensfreude...

ja wo kammat ma denn hin...miar gengan liaba zum heurign und am sunntag zum zentralfriedhof...jawoih

Gast: 123hurra
11.09.2008 23:54
0 0

Mir gefällt sie!

Tatsächlich gefällt mir die Israel-Bim auf den 2. Blick sogar recht gut! ;-) Abgesehen davon war es an der Zeit, mal was über Israel zu hören, das nicht mit Terror-Attentaten und Co zu tun hatte.

Auf den ersten Bericht zum Thema Israel der das Unwort "Nahostkonflikt" nicht erwähnt bin ich auch schon gespannt.

Happy Birthday Israel! Vielleicht geht's sich ja mal aus, dass ich mit der Tram auch fahren kann. Und auf die Tel Aviv Parties freu ich mich auch.

Gast: pepe
11.09.2008 14:42
0 0

Musikant!

Steht dort auch oben unter welchen Voraussetzungen der Musikant zu seinem Dachausbau im 1.Bezirk gekommen ist?

0 0

Gute Aktion!

Doch leider gleicht sie den sprichwoertlichen Perlen die vor die Saeue geworfen werden.
In einem Land wie Oesterreich, in dem sich die ueberwiegende Mehrheit der Bevoelkerung lieber mit Terrororganisationen wie Hamas und HisbAllah solidarisiert wird das vermutlich nicht viel nuetzen.
Dennoch freue ich mich schon auf die Bim und wuensche viel Erfolg. Vielleicht werden ja ein paar Touristen lieber mal eine Kulturreise ins heilige Land, der Heimat unserer westlichen Werte machen als im Aegyptischen all-inclusive rot in der Sonne zu liegen.

So gut wie niemand solidarisiert sich hierzulande mit Terrororganisationen!

Aber die Welt kann ruhig von Israel verlangen, nicht immer mit fadenscheinigen Ausreden eine gerechte Lösung des Nahostkonflikts für alle Zeiten verschleppen zu wollen!

Gast: Mundl
10.09.2008 20:08
0 0

Werbung

Gäääääääähn .... So dringend notwendig und komfortabel wie ein Kropf.

Gast: pour le merite
10.09.2008 19:38
0 0

Auch das noch.

Wie sagte schon unser Kaiser:

"Mir bleibt doch nichts erspart!"

Na, hoffentlich gibt es bald auch für die seit Jahrzehnten hoffnungslos unterdrückten Palästinenser so etwas wie Grund zur Lebensfreude!

Ohne halbwegs gerechte Lösung des Palästinaproblems wird es auch keine Verbesserung des Image von Israel -in Europa geben!
Man kann das Nahostproblem eben nur in seiner Gesamtheit sehen!

AnmeldenAnmelden