Vier Tage nach der Auslieferung des kroatischen Ex-Vizeverteidigungsministers Zagorec (44) an sein Heimatland ist die Tochter seines Anwalts Zvonimir Hodak in Zagreb ermordet worden. Die 26-jährige Ivana Hodak wurde laut Medien gegen 11.00 Uhr im Zentrum der kroatischen Hauptstadt mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet.
Ivana Hodak wurde nach kroatischen Medienberichten im Zentrum Zagrebs in einem Hausflur mit zwei Kopfschüssen umgebracht. Augenzeugen berichteten von einem 30- bis 35-jährigen Mann, der aus dem Haus gestürmt sei, in dem die Leiche der Rechtspraktikantin gefunden worden war. Schüsse seien aber keine zu hören gewesen.
Auf die Frage nach den Urhebern des Mordes an seiner Tochter sagte der sichtlich geschockte Zagorec-Anwalt gegenüber Journalisten vieldeutig: "Raten Sie doch, wer dahinter steckt." Ein Polizeisprecher betonte, es werde "in alle Richtungen ermittelt". Der Fall ist besonders pikant, weil sich Ivana Hodak Medienberichten zufolge jüngst in einem "besonderen Interessenskonflikt" befand. Seit dem Sommer war sie nämlich mit dem Anwalt von Zagorec' "Erzfeind" Hrvoje Petrac, Ljubo Pavasovic Viskovic, liiert. Petrac wurde wegen der Entführung von Zagorec' Sohn verurteilt.
Zagorec' Wiener Anwältin Elisabeth Rech kündigte umgehend einen neuen Vorstoß im Fall Zagorec an, der seine Auslieferung mit dem Argument bekämpft hatte, in Kroatien um sein Leben fürchten zu müssen.
Der kroatische Präsident Stjepan Mesic berief wegen des "schrecklichen Verbrechens" eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein. Premier Ivo Sanader verurteilte die "schreckliche Tragödie".
Zagorec wird vorgeworfen, Edelsteine im Wert von fünf Millionen Dollar (3,42 Mio. Euro) veruntreut zu haben. Der seit dem Jahr 2000 in Österreich lebende frühere General hatte das Gerichtsverfahren gegen ihn als politisch motiviert bezeichnet.
(APA)

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