Der italienische Premierminister Berlusconi will einen telefonischen Kontakt zum US-Wahlsieger Obama aufnehmen, nachdem er den Demokraten als "schön, jung und sonnengebräunt" bezeichnet hatte. Er wolle Obama erklären, dass seine Worte nicht respektlos, sondern nur freundlich sein sollten, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Freitag.
Berlusconi befürchte, dass die internationale Aufruhr um seine Worte Missverständnisse mit dem neuen US-Präsidenten generieren könnten. Die Opposition setzt Berlusconi wegen seines internationalen Fehltritts unter Druck. Berlusconis Worte seien nicht die übliche Rüpelei, an die der Premierminister die Italiener bereits gewöhnt habe, sondern eine vor Rassismus triefende Definition. Berlusconi sei davon überzeugt, dass dank ihm Italien das sympathischste Land der Welt sei, er begreife nicht, dass er mit seinem Verhalten auf gefährliche Art und Weise die Grenzen des internationalen Höflichkeitskodex verletzte.
Die rechte Tageszeitung "Il Giornale" im Besitz der Familie Berlusconi, verteidigte den Premierminister. Der verunglückte Scherz Berlusconis sei ohne böse Absichten erfolgt, er entspreche seinem Stil. Berlusconis Stil, dessen direkte Sprache und sein gelegentlicher Ausbruch aus den Grenzen des politisch Korrekten habe seinen politischen Erfolg begründet.
Berlusconi hatte sich nach seinen Worten über Obama bei einer Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Medwedew am Donnerstag vorerst geweigert, einen Rückzieher zu machen. "Die italienische Linke hat keinerlei Sinn für Humor. Wenn jemand nicht begreift, dass ich nur nett sein wollte, wenn die Dummköpfe ihre Kampagnen starten, sind wir am Ende. Gott rette uns vor den Dummköpfen!", sagte Berlusconi nach Angaben italienischer Medien.
(APA)

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