26.05.2012 08:51 | Meine Presse Merkliste 0

Obama: Truppenabzug aus dem Irak bis 2011

27.02.2009 | 18:26 |   (DiePresse.com)

Der "Kampfeinsatz" der US-Truppen geht am 31. August 2010 zu Ende. Bis zu 50.000 Soldaten bleiben aber bis 2011 stationiert, um die Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte zu unterstützen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

US-Präsident Barack Obama will die Kampftruppen im Irak bis Ende August 2010 abziehen. Zwischen 35.000 und 50.000 US-Soldaten sollen aber im Irak zurückbleiben, um die Ausbildung der irakischen Armee zu unterstützen und US-Einrichtungen zu schützen. Bis Ende 2011 sollen dann sämtliche US-Truppen den Irak verlassen haben.

Das hat Obama am Freitag bei einem Truppenbesuch auf dem Militärstützpunkt Camp Lejeune im Bundesstaat North Carolina verkünden. dass der "Kampfeinsatz" der US-Truppen am 31. August zu Ende gehe. Zu diesem Zeitpunkt beginne eine neue, "begrenztere" Mission, die sich auf die Ausbildung irakischer Streitkräfte, den Schutz von zivilen US-Einrichtungen und "gezielte Einsätze" beschränken werde, wollte Obama den Angaben zufolge sagen.

Der Rückzug der Truppen aus dem Irak gehörte zu den wichtigsten Wahlkampfversprechen Obamas, der dem Einmarsch der US-Armee unter seinem Vorgänger George W. Bush im März 2003 stets kritisch gegenübergestanden war.

Die US-Armee hatte Obama mehrere Szenarien vorgestellt, darunter waren die Varianten für einen Abzug der Kampftruppen binnen 16, 19 oder 23 Monaten. Der Präsident entschied sich jetzt für die 19-Monats-Frist. Damit würde der Rückzug drei Monate später erfolgen, als Obama im Wahlkampf versprochen hatte.

Obamas Pläne werden nach Medienberichten von den oppositionellen Republikanern unterstützt. Sein Rivale im Präsidentschaftswahlkampf, John McCain, habe die Pläne bei dem Treffen am Donnerstagabend im Weißen Haus als "durchdacht" und "gut vorbereitet" gelobt, zitierte die Tageszeitung "New York Times" Teilnehmer des Treffens.

Kritik aus den eigenen Reihen

Bei den Demokraten im Kongress regte sich hingegen Kritik. Mehrere demokratische Abgeordnete monieren, dass Obama auch nach dem Abzug der Kampftruppen weiterhin bis zu 50.000 Soldaten im Irak lassen will. Das wären über ein Drittel der gegenwärtigen Truppenstärke von rund 140.000 Mann. Die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erklärte, die geplante Zahl der im Irak verbleibenden Soldaten sei zu hoch. Ähnlich äußerte sich auch der demokratische Fraktionschef im Senat, Harry Reid. "50.000, das ist eine etwas höhere Zahl, als ich erwartet hatte."

Obama habe zugesagt, die Pläne zu überarbeiten, sollte sich die Sicherheitslage im Irak in den kommenden Monaten wieder verschlechtern, erklärte John McHugh, ranghoher Vertreter der Republikaner im parlamentarischen Kontrollausschuss für militärische Angelegenheiten. Der Irak stehe in diesem Jahr vor wichtigen Herausforderungen, unter anderem den Parlamentswahlen im Dezember. "Unsere Kommandanten müssen die Flexibilität haben, um darauf zu reagieren", sagte McHugh.

Eine zweite Etappe des Abzugs ist nach Angaben aus Regierungskreisen vor Dezember 2011 geplant. Bis zu diesem Datum hatten Obamas Vorgänger Bush und die Regierung in Bagdad den vollständigen Abzug aller amerikanischen Soldaten vereinbart.

Die USA haben zurzeit rund 142.000 Soldaten im Irak stationiert. Mindestens 4.250 amerikanische Soldaten hat der Irak-Krieg bisher das Leben gekostet. In den jüngsten Meinungsumfragen sprachen sich mehr als 60 Prozent der US-Bürger für einen raschen Abzug aus.

 

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
Gast: tja
27.02.2009 08:53
0 0

Effizienz

Außer Spesen wird¿s wohl nicht¿s gewesen sein! Die von den Besatzern zurückgelassenen Kollaborateure werden, wie weilands in Vietnam, in der erstbesten Nacht der langen Messer über die Klinge springen müssen oder sich mit schnell zusammengerafftem Diebsgut in das Land der Besatzer abzusetzen versuchen. So die Besatzer sie aufzunehmen geruhen! Wir werden diese moralisch verkommenen Quieslinge ja hoffentlich nicht aufnehmen!

0 0

Re: Effizienz

Genau DARIN besteht ja seit jeher das eigentliche Problem bei militärischen Besetzungen: Die Fremden konnten nie für "ewig" bleiben; vor allem aus rein finanziellen Gründen; weil ihre permanente Anwesenheit auf Dauer zu teuer kam! Die Einheimischen blieben und hatten daher zwangsläufig den längeren Atem...

Ob NACH einem Abzug der US-Truppen aus dem Irak überhaupt so etwas wie "Frieden" eintreten wird, muß leider bezweifelt werden. Die rein religiös determinierte traditionelle Ur-Feindschaft zwischen Sunniten und Schiiten führte trotz militärischer US-Präsenz immer wieder zu schweren Selbstmordanschlägen; auch und vor allem "gegnerische" Moscheen wurden rücksichtslos zerstört. Diese bilutigen Vorfälle könnten sich NACH dem endgültigen US-Abzug vermehren...

Ganz ähnlich verhält sich die Lage in Afghanistan: Dort haben die Taliban schon jetzt praktisch alle kurzzeitig verlorene Gebiete zurück erobert. Auch sie brauchen nur noch auf den Rückzug der Pleite-Amerikaner warten...

Antworten lurch
27.02.2009 11:39
0 0

Re: Effizienz

Schauen wir mal, wie viel Geld die Amis nach 2009 noch zum Kriegsspielen haben. Vielleicht löst sich alles ganz rasch auf.

So gesehen hat alles Unglück auch immer noch ein bißchen Glück zumindest für die Iraqis und die Afghanen.