Der Iran verfügt nach Einschätzung der US-Geheimdienste noch nicht über hochangereichertes Uran, das zur Herstellung von Atomwaffen benötigt wird. Die Islamische Republik habe ferner auch noch keine Entscheidung getroffen, das Material herzustellen, sagten am Dienstag Inlandsgeheimdienstchef Dennis Blair und der Chef des Verteidigungsnachrichtendienst, Michael Maples.
Sie ergänzten, dass die jüngsten iranischen Raketentests nicht direkt mit den iranischen Atomaktivitäten in Verbindung stünden. Die beiden Programme würden unabhängig voneinander vorangetrieben werden.
Laut dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO (IAEA) hat der Iran bisher 1010 kg schwach angereichertes Uran produziert. Nach Angaben von Atomexperten würde die dem Iran zu Verfügung stehende Uran-Menge nach weiteren Anreicherungsschritten ausreichen, um eine Atombombe zu bauen. Für den Betrieb eines Kernkraftwerk muss Uran 235 auf rund drei Prozent angereichert werden, für eine Nuklearwaffe auf über 90 Prozent.
Diplomatie machtlos?
Nach Einschätzung von US-Geheimdienstkoordinator Dennis Blair ist der Iran mit diplomatischen Mitteln kaum zur Abkehr von seinem Atomprogramm zu bewegen. Es bedürfe dazu einer glaubhaften Mischung aus politischem Druck, der Androhung verstärkter internationaler Beobachtung und auch gewisser Anreize für den Iran, sagte Blair am Dienstag in einer Anhörung vor dem US-Senat. "
Woraus genau diese Mischung bestehen muss, ist schwer zu sagen." Zahlreiche Beobachter sähen einen Zusammenhang zwischen atomarer Bewaffnung und nationaler Sicherheit im Iran. Das Land habe immerhin seit Ende der 80er Jahre an seinem Atomprogramm gearbeitet.
Nach Angaben der Regierung in Teheran dient das Atomprogramm des Landes ausschließlich zivilen Zwecken. Unter anderem die USA verdächtigen Teheran allerdings, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomkraft etwa zu Stromerzeugung am Bau von Atomwaffen zu arbeiten.
(Ag.)
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