Die internationale Gemeinschaft hat sich am Dienstag zur neuen US-Strategie für die Überwindung des blutigen Konflikts in Afghanistan bekannt. "Endlich sind wir auf dem Weg einer gemeinsamen Strategie, die uns auch gemeinsame Erfolge gewährleistet", erklärte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf einer UNO-Konferenz für Afghanistan in Den Haag.
Ähnlich äußerten sich Außenminister zahlreicher der mehr als 70 vertretenen Staaten. "Wir können es uns nicht erlauben zu versagen", sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon. "Versagen wäre ein Verrat am afghanischen Volk."
Allgemein begrüßt wurde auch die Teilnahme des Iran an der Konferenz. Die Regierung in Teheran sei bereit, den Wiederaufbau Afghanistans und insbesondere den Kampf gegen den von dort ausgehenden Drogenschmuggel zu unterstützen, erklärte der Vizeaußenminister des Iran, Mohammed Mehdi Achundsadeh. Zugleich warnte er aber indirekt vor der von US-Präsident Barack Obama angekündigten Verstärkung der US-Truppen in Afghanistan um 17.000 auf mehr als 50.000 Soldaten. Ausländische Soldaten hätten Afghanistan keine Stabilität gebracht. "Eine Erhöhung der Zahl ausländischer Truppen wird sich als uneffektiv erweisen", sagte er.
Clinton: Extremisten von Gemäßigten separieren
US-Außenministerin Hillary Clinton betonte das Interesse Washingtons, bei der Lösung des Afghanistan-Konflikts mit allen Staaten der Region zusammenzuarbeiten. Die US-Strategie ziele darauf ab, den Konflikt nicht nur mit militärischen Mitteln, sondern zugleich mit zivilen und diplomatischen Aktivitäten zu überwinden.
Jenen Taliban-Kräften, die zur Niederlegung ihrer Waffen bereit seien, müsse eine "ehrenhafte Form der Versöhnung" angeboten werden, sagte Clinton. "Wir müssen Anstrengungen der Regierung Afghanistans unterstützen, die Extremisten der al-Qaida und der Taliban von jenen zu separieren, die sich ihnen nicht aus Überzeugung, sondern aus Verzweiflung angeschlossen haben."
Steinmeier: "Zivilies Engagement verstärken"
Für einen dauerhaften Sieg über die Taliban müsse mehr Aufbauhilfe geleistet werden, betonte der deutsche Außenminister Steimeier. "Wir werden unser ziviles Engagement verstärken müssen". Es sei wichtig, die richtige Balance zwischen den Einsatz von Soldaten und dem Engagement beim Wiederaufbau zu finden.
Auch Afghanistans Präsident Hamid Karzai lobte die von den USA anvisierte Zusammenarbeit mit allen Staaten der Region. Afghanistan sei auf die Hilfe seiner Nachbarn ebenso angewiesen wie auf die des Westens. Karzai versprach, stärker gegen die Korruption in seinem Land vorzugehen und mehr Anstrengungen für den Aufbau eigener Sicherheitskräfte zu unternehmen.
(Ag.)

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