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Studie: Peking hat für EU nur „Geringschätzung“ übrig

17.04.2009 | 17:45 |   (Die Presse)

Die europäische China-Politik sei anachronistisch, naiv und ineffizient, behauptet die Denkfabrik „European Council for Foreign Relations“. Europa begegne dem roten Riesen mit „diplomatischer Geringschätzung“ .

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Wien/LONDON (b. b.). Die Denkfabrik „European Council for Foreign Relations“ kommt in einer aktuellen Bewertung der Beziehungen zwischen der EU und China zu einem vernichtenden Ergebnis. Der EU-Politik gegenüber China wird Anachronismus, Verzagtheit, Naivität vorgeworfen, während Peking der EU mit „diplomatischer Geringschätzung“ begegne.

Der chinesische Akademiker Pan Wei, der in der Studie zitiert wird, beschreibt die Einschätzung der Führungselite seines Landes: „Die EU ist schwach, politisch gespalten und militärisch ohne Einfluss. Wirtschaftlich ist sie ein Gigant, den wir allerdings nicht länger fürchten. Denn wir wissen, dass die EU China mehr braucht, als China die EU braucht.“

Tatsächlich, führen die beiden Studienautoren John Fox und Francois Godement an, ist das EU-Handelsdefizit mit China bereits auf 169 Millionen Euro angeschwollen, die EU habe die USA als größten Handelspartner Chinas abgelöst. Gleichwohl erlaube die EU, dass Peking europäischen Unternehmen, die auf den chinesischen Markt drängten, immer neue Hindernisse in den Weg lege.

In Menschenrechtsfragen hätten 20 Jahre ständigen europäischen Predigens nichts gebracht – weder in Sachen Todesstrafe noch bei der Religionsfreiheit. Ja, es sei Peking gelungen, den Menschenrechtsdialog mit der EU in eine „ergebnislose Quatschrunde“ umzufunktionieren. In der Außenpolitik würden europäische Anstrengungen, repressive Regime wie in Burma, im Sudan oder in Simbabwe zu einem anständigeren Verhalten zu bewegen, von China unterminiert.

Die Denkfabrik hat mehrere Empfehlungen für die EU:

• Die EU solle viel robuster mit Peking verhandeln und härtere Vereinbarungen anstreben. Zum Beispiel: „Wir, die EU, heben das Waffenembargo auf, wenn China bereit ist, schärfere Sanktionen gegen den nach Kernwaffen strebenden Iran mitzutragen.“

• Die EU-Führer sollten öffentlich erklären, dass sie jegliche Beschränkung ihres Rechts, mit dem Dalai Lama zusammenzutreffen, schärfstens zurückweisen.

• Der Europäische Rat sollte eine komplette Revision seiner bisherigen China-Politik vornehmen. Denn bis jetzt behandle die EU China noch immer eher als Entwicklungsland denn als eine kommende Weltmacht.

www.http://diepresse.com/ecfr

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.04.2009)

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5 Kommentare
Gast: vonirgendwo
18.04.2009 15:44
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gähhn

die Primitiven müssen mit Zuckerbrot und Peitsche geführt werden - China reagiert nur auf Härte und gezeigter Stärke blablabla

Ich habe mich wirklich gefreut, als ich die Überschrift gelesen habe. Ich finde die China Politik der EU wirklich unter aller Sau. Besonders in den letzten Jahren hat sie sich nur durch Arroganz, Ignoranz und unnötiger Überheblichkeit hervorgetan. Gleichzeitig hat man sobald man Geld roch, geschleimt bis zum geht nicht mehr um dafür 2 Monate später den Dalai Lama zu hofieren und Unsummen an Gelder in Anti-Chinesische Kampagnen und Organisationen zu stecken.

Im Sudan ist man ganz moralisch, in der Nachbardiktatur Tschad ganz kolonial.

Diese Doppelmoral macht die EU unglaubwürdig, desweiteren sieht kein Chinese mehr die EU seit 2008 noch als Freund. Höchstens als Geschäftsparter

Gast: GRaf Gudenus
17.04.2009 22:16
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Kleinstaaterei muss die massgebenden EU-Länder

in die EU hinein drängen; bis Paris, Berlin, etc nicht mehr existiert. Ö hat si vorzugehgen, dass etwa in Sachen Vermögensteuer Frankreich 100 % kopiert wird. Frankreich soll sich pudelwohl in der EU fühlen.

Gast: Brennstein
17.04.2009 22:15
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Realisten

Tja, die Chinesen scheren sich eben nicht um Propaganda aus Brüssel, sondern schätzen die Situation aufgrund von Fakten ein.

klops
17.04.2009 20:00
0 0

„WIR, die EU, heben das..."

Interessant, dass die EU sich jetzt schon als eigenständige Rechtspersönlichkeit sieht und mit ihren Entscheidungen scheinbar im Namen aller Europäischer Staaten spricht.

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Re: „WIR, die EU, heben das...

der ganz normale grössenwahn und die grossmannssucht der eu.

"wissen sie, was das für ein machtrausch ist, über 500 mill menschen zu gebieten"?
ein ungenannter eu-funktionär.

sagt alles.

mfg
mc