QUITO (ag). „Wir haben Geschichte gemacht“, jubelte Rafael Correa bereits kurz nach Bekanntwerden der ersten Wählerbefragungen (Exit Polls). Nach vorläufigem Auszählungsstand scheint festzustehen: Der ecuadorianische Präsident kann das südamerikanische Land nicht nur vier weitere Jahre regieren, er ist auch der erste Staatschef seit drei Jahrzehnten, der ohne zweite Abstimmung sein Amt fortführen kann.
Um die Wahl im ersten Anlauf zu gewinnen, benötigte Correa entweder eine absolute Mehrheit oder mindestens 40 Prozent der Stimmen bei einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten auf den Nächstplatzierten. Nach vorläufigen Angaben stimmten über 50 Prozent der Wähler für den 46-jährigen Wirtschaftsexperten. Sein schärfster Widersacher, der 2005 vom Parlament abgesetzte Expräsident Lucio Gutierrez, lag mit 28 Prozent weit hinter ihm.
„Gerechteres Ecuador“
Rafael Correa bekundete „tiefe Dankbarkeit“ und versprach die Fortführung seiner „Bürgerrevolution“, die in einen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ münden soll. Seine Politik sozialer Reformen kommt gut an in einem Land, in dem fast 40 Prozent der Menschen in Armut leben. Allerdings ist der Ölpreis auch hier im Keller – und Correas Projekt eines „gerechteren Ecuador“ könnte bald das Geld ausgehen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2009)
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