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Spesen-Skandal erschüttert Großbritannien

11.05.2009 | 13:35 |   (DiePresse.com)

Von Häuser-Sanierungen bis Tampons für die Ministergattin: Auf Kosten des Steuerzahlers lebten britische Politiker ein Luxus-Leben. Eine Zeitung veröffentlicht nun die Abrechnungen und bringt die Politik in Bedrängnis.

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Die britischen Parteien werden gegenwärtig von einem Spesenskandal riesigen Ausmaßes heimgesucht: Sowohl Abgeordnete der Labour-Partei von Premier Gordon Brown als auch die oppositionellen Torries sollen bei der Abrechnung ihrer Spesen betrogen haben. Das deckte die Zeitung "Daily Telegraph" auf. Die Fälle reichen dabei von Haussanierungen auf Kosten des Steuerzahlers, Privat-Chauffeuren und teuren Möbel für den Privatgebrauch bis hin zu Cent-Beträgen. So setzte eine Abgeordnete etwa einen Einkaufssack für fünf Cent auf die Spesenliste, ein Minister die Tampons für seine Gattin.

Die Ministerin für Integration und Gemeinden, Hazel Blears, wechselte innerhalb nur eines Jahres drei Mal ihren Hauptwohnsitz in London - um mehr Spesen kassieren zu können, wie ihr nun vorgeworfen wird. Blears selbst sieht das naturgemäß anders: "Ich möchte klarstellen, dass ich immer nur in einer kleinen Einzimmerwohnung in London gelebt habe", erklärte sie. "Mein Wahlbezirk ist in Salford und ich muss in London irgendwo wohnen, um meine Arbeit zu machen. Haben die Abgeordneten korrupt oder betrügerisch gehandelt? Alle sagen, sie hätten sich nur an die Regeln gehalten, die sie wohlgemerkt selbst festgelegt haben."

Nach den Enthüllungen über die Spesenabrechnungen hat sich Premierminister Gordon Brown für das Verhalten der Abgeordneten entschuldigt. Er wolle sich im Namen der Politiker und aller Parteien entschuldigen, sagte Brown am Montag im nordenglischen Harrogate. Die Abgeordneten müssten dem öffentlichen Interesse und nicht sich selber dienen. Der "Daily Telegraph" hatte am Freitag enthüllt, dass Brown selbst umgerechnet rund 6700 Euro als Kosten für eine Putzfrau dem Staatshaushalt in Rechnung gestellt hatte.

Skurrile Posten auch bei Torries

Nachdem die Zeitung seit Freitag über die Abrechnungen der Politiker aus Browns Labour-Partei berichtet hatte, nahm das Blatt am Montag die Spesenanträge der konservativen Opposition unter die Lupe. Wie zuvor bei den Labour-Politikern listete der "Telegraph" zahlreiche teils skurrile Posten auf, die Mitglieder der Konservativen Partei sich aus der Staatskasse hatten wiedergeben lassen.

Demnach beantragte etwa der Fraktionschef der Konservativen im Unterhaus, Alan Duncan, über einen Zeitraum von zwei Jahren umgerechnet 7800 Euro für Gärtnerdienste. Der Bildungspolitiker David Willetts stellte der Staatskasse 115 Pfund (rund 127 Euro) in Rechnung, nachdem er Elektriker mit der Auswechslung von 25 Glühbirnen in seinem Zweitwohnsitz beauftragt hatte. Die walisische Abgeordnete Cheryl Gillan ließ den Steuerzahler für den Kauf von drei Packungen Hundefutter bezahlen.

Der Chef der Konservativen Partei, David Cameron, dem von der Zeitung keine Abrechnung abwegiger Beträge angekreidet wurde, forderte alle Abgeordneten auf, sich für die Abrechnungen zu entschuldigen. Dieser Vorschlag findet aber nicht überall Anklang: Mehrere Abgeordnete prüfen eine Anzeige gegen Unbekannt, um den Informanten des "Daily Telegraph" zu finden.

(Ag./Red.)

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10 Kommentare
harbard
12.05.2009 08:43
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Auf Kosten des Steuerzahlers

...ist doch bei uns nicht viel anders!
...nur: die subventionierten medien schweigen brav!

Gast: Zweifler
11.05.2009 17:49
0 0

Zur Aufklärung

Britischen Abgeordneten stehen im Rahmen ihres "Besoldungsrechts" etwas über 24.000 Pfund an Ausgaben für den Betrieb eines Zweitwohnsitzes durchaus jährlich zu. Theoretisch soll ein Abgeordneter sowohl in seinem Wahlkreis als auch in London "aktiv" sein können.

Elemente des SKANDALS sind jedoch (Quelle: www.thetimes.co.uk):

1. Abgeordnete haben verschiedene Wohnsitze einmal als Zweit- und dann wieder als Erstwohnsitz angegeben, um so möglichst viele Spesenposten zu generieren. So wurde je nach Bedarf etwa der Wohnsitz, an dem die Familie (seit Jahren) lebte als Zweitwohnsitz deklariert, um dort Anschaffungen zu finanzieren.

2. Abgeordnete kauften im Lauf der Jahre Häuser, renovierten diese aus den Spesenmitteln und haben sie dann gewinnbringend verkauft. (oft mehrmals hintereinander)

3. Auch Abgeordnete für Wahlkreis aus dem Raum London haben Anspruch auf die Regelung , selbst wenn sie nur wenige km von Westminster entfernt wohnen.

4. Das ganze System wurde nur darum eingeführt, um das GEHALT der Abgeordneten nicht übermäßig hoch erscheinen zu lassen (derzeit umgerechnet knapp 6000 Euro 12x pro jahr).

5. Die Abgeordneten sehen das Geld schlicht als (steuerfreien) Gehaltsbestandteil und haben hier kein Unrechtsbewußtsein.

Das ganze zeigt jedenfalls auch, daß auch ein "Direktwahlsystem" nicht notwendigerweise größere Verbundenheit zwischen "einfachem Volk" und "Politikern" schafft.

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Re: Zur Aufklärung

Danke für diesen interessanten Beitrag. Aber wann hat wirklich ein Direktwahlsystem zu einer größeren Verbundheit mit dem "einfachen Volk gefüht"????
Erstens muss man sich den direkt-Wahlkampf leisten können oder über genügend Personen kennen, die diesen finanzieren. Beides schließt mit ein, das man einfach genug geld haben muss um überhaupt bei einem wahlkampf mitzumischen.
zweitens wird das "einfache volk" immer die schillernste Persönlichkeit (bzw. geeigneste Person - geeignete personen sind immer alphamännchen oder frauen) wählen. Das liegt in der natur der menschen.
Du musst schon die körperliche konsitenz mitbringen um zu gewinnen. Das inhaltliche ist der breiten masse sch.... egal. Beispiel häupl. Egal was er macht er wird wiedergewählt zum Bürgermeister. Oder Clinton, Fletcher, Chirac, SChröder, usw. und so fort. Sie wurden nicht gewählt weil sie so tolle inhalte haben, sondern wegen ihres auftretens, .... alles eine frage der körperlichen konsitenz gepaart mit dem willen zur macht. Und natürlich auch das nötige kleingeld um einen wahlkampf zu führen

Gast: Ralf
11.05.2009 17:47
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BNP

Da knallen bei der British National Party die Champagnerkorken.

Nie war die Chance grösser, dass sie bei den kommenden Wahlen ein paar Kandidaten durchkriegen werden.

Gast: Kontinentaler
11.05.2009 14:25
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Laßt die Insel

Ist das jetzt die Rache von Blair an Brown? Jedenfalls können solche Leute den Rachen nicht voll kriegen. Wenn sie wollen steck ich ihnen hinten auch noch den Regenschirm rein und spann ihn dann auf. Nicht vergessen sollte man, dass Blair mit seiner Bankenfreizügigkeitslinie einer der Wegbereiter der jetzigen Finanz und Wirtschaftskrise war. Auf England ist daher üeberhaupt kein Verlass.

Prolet
11.05.2009 14:04
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14:03 » antworten › melden Im Koran steht, wenn es dem Islam dient, ist Lug und Trug lobenswert!

Aber so viele davon im englischen Parlament stimmt bedenklich;-)

Prolet
11.05.2009 14:03
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Im Koran steht, wenn es dem Islam dient, ist Lug und Trub


Antworten Gast: xxxxx
12.05.2009 10:39
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Re: Im Koran steht, wenn es dem Islam dient, ist Lug und Trub

aber natürlich, du als experte wirst den koran selbstverständlich auswendig kennen, um hier als der ober guru auftretten zu können =)

Antworten Antworten Prolet
12.05.2009 11:15
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Re: Re: Als Koranschüler sollte man diese Stelle kennen - lernen Sie weiter!


Prolet
11.05.2009 14:03
0 0

Im Koran steht, wenn es dem Islam dient, ist Lug und Trub l