Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad hat nach Angaben der Wahlkommission die Präsidentenwahlen im Iran gewonnen. Nach am Samstagmorgen veröffentlichten offiziellen Teilergebnissen liegt der ultrakonservative Politiker uneinholbar in Führung. Danach erhielt Ahmadinejad 65 Prozent der Stimmen. Für seinen reformorientierten Herausforderer, der frühere Ministerpräsident Mir-Hossein Moussavi, stimmten demnach 31 Prozent der Wähler. Moussavi hatte der Regierung bereits vor Schließung der Wahllokale Manipulationen vorgeworfen und den Sieg für sich reklamiert.
Obwohl die Auszählung noch nicht beendet war, konnte sich Ahmadinejad nach offiziellen Angaben bereits mit 18 Millionen Stimmen die absolute Mehrheit sichern, die für eine Wahl im ersten Durchgang nötig ist. Auf Moussavi entfielen neun Millionen Stimmen. Die anderen beiden Bewerber, der frühere Parlamentspräsident Mehdi Karroubi sowie der konservative Ahmadinejad-Kritiker Mohsen Rezaie wurden überraschend weit abgeschlagen und kamen über zwei Prozent der Stimmen nicht hinaus.
Sensationell hohe Wahlbeteiligung
Anhänger Ahmadinejads feierten den Sieg ihres Präsidenten in der Nacht bereits in den Straßen von Teheran. Das Präsidentenlager gratulierte dem 52-Jährigen zu seiner Wiederwahl. Nach Angaben des Innenministeriums lag die Wahlbeteiligung bei knapp 80 Prozent, das sei der höchste Wert in der iranischen Geschichte.
Vor der Wahl war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ahmadinejad und Moussavi erwartet worden. Moussavi stand im Wahlkampf für einen Neuanfang nicht zuletzt im schlechten Verhältnis zu den USA. Mehrmals war auch seine Ehefrau öffentlich aufgetreten. Damit hatte Moussavi im streng islamischen Iran vor allem bei den reformorientierten Frauen gepunktet.
Moussave hatte sich zum Sieger erklärt
Auf einer Pressekonferenz kurz vor Schließung der Wahllokale hatte Moussavi der Regierung Wahlbetrug vorgeworfen. "Ich bin der eindeutige Gewinner der Wahl und der rechtmäßige Präsident des Volkes", sagte Moussavi. "Ich habe nichts als die Unterstützung des Volkes, aber mit dieser Unterstützung werde ich bis zum Ende gehen." Schon zuvor hatte er beklagt, dass der Mobilfunkverkehr nicht funktionierte. Vor allem seine zahlreichen Anhänger aus jüngeren Wählerschichten hatten sich über SMS verständigt. Auch seien seinen Mitarbeitern Kontrollen der Wahlbüros verwehrt worden, sagte er. Das Kommunikationsministerium räumte technische Probleme ein.
Im Wahlkampf hatten die reformorientierten Kräfte Ahmadinejad vorgeworfen, das Land durch seine kompromisslose Linie international isoliert und die Wirtschaft ruiniert zu haben. Der Präsident setzte dagegen, er habe dem Land "seinen Stolz und seine Würde" zurückgeben. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt die Islamische Republik seit langem, heimlich am Bau der Atombombe zu arbeiten. Der Westen hat deswegen mehrfach Sanktionen gegen den Iran durchgesetzt.
Nach Angaben des Innenministeriums gingen rund 35 Millionen der 46 Millionen Stimmberechtigten zur Wahl. Wegen des großen Andrangs waren die Öffnungszeiten der Wahllokale mehrfach verlängert worden. In vielen Wahllokalen gingen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA schon zu Mittag die Stimmzettel aus.
(Ag.)


Yigg
Webnews
Mr. Wong
Delicious
Facebook
Scoop
Google
Präsident, Drogenboss & Co Die mächtigsten Menschen
Politik skurril ''Kann Solarien nur empfehlen''
ÖVP-Casting Spaßbewerber und Gegenkampagnen











