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Das politische Hasardspiel der Sarah Palin

04.07.2009 | 17:56 |  von THOMAS VIEREgGE (Die Presse)

Die Gouverneurin von Alaska hat sich aus der Lokalpolitik verabschiedet, um sich womöglich auf der nationalen Bühne auf ein Comeback als Präsidentschaftskandidatin vorzubereiten.

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Was für eine pittoreske Szene am Vorabend des Unabhängigkeitstages, an dem die Nation im patriotischen Überschwang ihre Einzigartigkeit zelebriert. Vor ihrem Haus in Wasilla und dem Lake Wasilla und einer Bergkette im Hintergrund hat Sarah Palin, die Gouverneurin von Alaska und republikanische Bannerträgerin konservativer Werte, ihre Familie, Freunde und Nachbarn um ein Stehpult im Garten gruppiert. Doch sie eröffnete nicht etwa eine Grillparty, sondern verkündete in einer 18-minütigen erratischen Erklärung, in der sie von der Philosophie des Basketballspiels bis zum Einsatz der US-Soldaten im Kosovo schweifte, mitten in ihrer ersten Amtsperiode ihren Rücktritt.

Das Medienspektakel um Michael Jackson war nach der Nachricht am Freitagabend, die die politische Landschaft wie ein tektonisches Beben durchrüttelte, jäh beendet. Der 45-jährige Shooting-Star der Republikaner, vor zehn Monaten als Vizepräsidentschaftskandidatin John McCains über Nacht wie ein Komet am Polit-Himmel aufgegangen, hat mit ihrer abrupten Entscheidung Freunde wie Gegner überrumpelt, die sich längst auf dem Weg in den Kurzurlaub befanden.

Sie werde sich auf ihre Familie und ihren 14 Monate alten Sohn Trig, der am Down-Syndrom leidet, konzentrieren, sagte sie einerseits. Sie wolle ihrem Staat ersparen, dass sie wie eine lahme Ente dem Ende ihrer Amtszeit entgegenwatschle. Und andererseits sprach sie von blutigen politischen Kämpfen, Schlammschlachten und medialen Attacken. Erst jüngst hat ein mit Insiderinformationen gespickter Artikel in „Vanity Fair“ ein decouvrierendes Porträt von Palin gezeichnet, das ihr Unkenntnis in Sachpolitik und Desinteresse ankreidete. Mit Talk-Show-Moderator David Letterman, der böse Witze über sie und ihre Familie gerissen hat, hat sie sich neulich in einen Infight verstrickt.

„Nur ein toter Fisch schwimmt mit dem Strom“, erklärte Palin, die sich wegen ihrer Härte als Basketballspielerin einst den Spitznamen „Sarah Barracuda“ erwarb. Im Wahlkampf hatte sie sich als „Pitbull mit Lippenstift“ bezeichnet, als Elchjägerin, Hockey-Mom und Outdoor-Sportlerin hat sie die republikanische Basis im Sturm erobert. „Wir ziehen uns zurück, um in eine andere Richtung vorzurücken“, zitierte sie eine Militärparole, die sie fälschlicherweise dem legendären Weltkriegsgeneral Douglas MacArthur zuschrieb.

Die Gouverneurin legte einen Auftritt hin, wie er typisch ist für Sarah Palin. Ihre Erklärung gab Rätsel über ihre Motive auf. „Sie ist eben unberechenbar“, urteilte eine langjährige Kennerin. Der republikanische Stratege Ed Rollins meinte: „Sie wird enden wie Katherine Harris.“ Die ehemalige Justizministerin von Florida, die George W. Bush im Wahlchaos im Jahr 2000 zum Sieg verhalf, war rasch verglüht.

Andere rühmten ihren Schritt als smart. Unbeschwert von der Lokalpolitik in Alaska könne sie sich auf nationaler Bühne auf eine Präsidentschaftskandidatur 2012 vorbereiten, lautet die Lesart Bill Kristols, des konservativen Kolumnisten des „Weekly Standard“ und ein Palin-Fan der ersten Stunde. Sie hatte ihn mit ihrem Charme während einer Alaska-Kreuzfahrt bezirzt.

Verehrt und verschmäht.Von den einen verehrt für ihre frische, volkstümliche Art, von den anderen gerade deswegen verschmäht, hat sie nicht nur das Land polarisiert, sondern auch ihre eigene Partei. Mit divahaften Allüren, Shopping-Exzessen und eine Reihe von Fauxpas hat sie McCains Wahlkampfmanager verstört. McCain hatte sie in einem Hasardmanöver zu seiner Vizepräsidentschaftskandidatin erkoren, obwohl er sie kaum kannte.

Am Anfang ging die Strategie auf – sie mobilisierte die republikanische Massen, auf die McCain wie ein Fremdkörper wirkte. Schließlich aber schreckte sie die Wechselwähler ab. Ihre intellektuellen Blößen in Außen- und Sicherheitspolitik („Von meinem Haus aus kann ich nach Russland blicken“) gaben sie dem Spott der Satiriker und ihrer umwerfenden Imitatorin Tina Fey preis.

Als McCain in Phoenix im November seine Wahlniederlage eingestand, wollte auch sie das Wort an die Nation richten – und sich quasi zur republikanischen Kronprinzessin küren. McCain wusste dies jedoch zu verhindern. Seither spukt Palin, stets mit ihrem Mann Todd – dem „First Dude“ – an ihrer Seite, mit familiären Kalamitäten durch die Gazetten. Die Trennung ihrer Tochter Bristol füllte die Klatschsendungen. Sarah Palin treibt unterdessen Spendengelder auf, schreibt an ihrer Biografie – und warnt Barack Obama: „Ich kann schneller laufen als er.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2009)

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30 Kommentare
 
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Gast: Grammatik
06.07.2009 02:09
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Steigerung der Adjektive

dumm - dümmer - am dümmsten, ungebildet -
ungebildeter - am ungebildetsten, wenig - weniger - am wenigsten usf.

Antworten Gast: Crusader
06.07.2009 08:42
0 0

Re: Steigerung der Adjektive

Aber hier geht`s gar nicht um die SPÖ!
?

Antworten Antworten Gast: Grammatik
06.07.2009 12:17
0 0

Nein, Crusader, es geht ....

um Dich und auch um die von Dir in Geschmacksverirrung und geistiger Verwirrung hochgeliebte Sarah Palin

Antworten Antworten Antworten Gast: kein-freiheitlicher
06.07.2009 13:29
0 0

Re: Nein, Crusader, es geht ....

ach lass dich vom diesem elenden crusader nicht provozieren. der versteckt sich doch nur feige hinter seinem rechner und postet den ganzen tag, weil er arbeitslos und ständig betrunken ist. ich hoffe das er irgendwann wie haider ableben wird.

Gast: Shakespeare
05.07.2009 19:03
0 0

Palins Frage

Dummheit oder Nicht-Dummheit, das ist hier die Frage. ...... Ob's edler im Gemüt, so blod wie ich, Sarah Palin zu sein ...... blodsein, schlafen, vielleicht auch von meiner eigenen Dummheit träumen .....
(frei nach "Hamlet")

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Palin kommt in den auf innere Probleme fokusierten USA besser an als in Europa


Jedenfalls hatte sie bei der letzten Wahl keine gravierenden Fehler begangen, wenn sich auch das obamisierte Europa auf jede Nebensächlichkeit gestürtzt hat. Und für jedes Palin-Fettnäpfchen lassen sich mindestens fünf von Obama finden.

Je nach von Obama produziertem Leidensdruck hat sie sicher 2012 ihre Chancen, wenn sie die Zeit zur Vorbereitung intensiv nutzt.
.

Antworten Gast: Kommentator der Kommentatoren
05.07.2009 15:55
0 0

Leidensdruck

Von Obama produzierten Leidensdruck ? ja für die 0,5 % Milliardäre ...... zu denen Du Dich auf Grund einer Dissoziation und damit verbundenen Realitätsverkennung wohl rechnest .......
Und der andere Leidensdruck wurde von den Republikanern mit Reaganonics, die schließlich die Wirtschaft der USA etwa durch Entindustrialisierung runierte, und der Dummheit von G.W.Bush produziert.

Gast: Frauenkenner
04.07.2009 20:57
0 0

doof

Schaut die aber doof aus, zumindest auf dem Photo, so sexy wie die Glawisch....
aber es gibt Männer die so einen Frauentyp als sexy empfinden ..... na ja. Geschmack ist Geschmack.

Antworten Gast: Goldfisch
04.07.2009 21:59
0 0

Re: doof

Palin war eine Schönheitskönigin, was Lunicek und andre Grüninnen wohl nie werden.

Antworten Antworten Gast: Jury
05.07.2009 11:21
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Die soll sexy sein

Eine Schönheitskönigin aus Alaska ..... aber das ist alles und die paar Eisbären und Säufer, die sie gewählt haben, sagen nichts aus.
Schönheit aber findet man wo anders, z.B. in Kalifornien, Brasilien, Frankreich etc. Außerdem ist DIE schön ?
Sie ist so schön wie Lunacek & Co, nämlich Durchschnitt. Und sexy ist sie wie ein Eisblock

Gast: peter kern
04.07.2009 19:47
0 0

das amerikanische flintenweib

sie soll sich in ein grizzlybärenrevier begeben und schneller laufen lernen wenn sie obama überholen will und den strache soll sie dazu einladen mit seinen paintball kanonen das ideale pärchen für ein gizzlysonntagsmahl

Gast: Zirkusdirektor
04.07.2009 16:52
0 0

nur Unterhaltung

Chance hat sie keine, aber sie möchte uns unterhalten... wenn sie es schon nicht nach Hollywood, sondern nur bis Alaska geschafft hat ...... aber auch durch Dummheit kommt man in die Medien

Gast: Der Schrei
04.07.2009 16:19
0 0

die Dummheit

Wenn Dummheit weh tun würde, müsste diese Frau Tag und Nacht schreien.....

Antworten Gast: Hansi Hüpfer
04.07.2009 17:14
0 0

"Der Schrei" schreit wegen seiner Dummheit

Wieso denn, warum sollte sie denn schreien? Immerhin ist sie Gouverneur geworden und hat aus eigener Kraft ein Vermögen erwirtschaftet. Und was hast du denn so Grossartiges geschafft, um zu glauben, ihr an's Bein zu pinkeln zu müssen?

Antworten Antworten huhu
05.07.2009 07:32
0 0

Re:

Was hast DU denn so grossartiges geschafft, um Der Schrei ans Bein pinkeln zu dürfen?

Antworten Antworten Antworten Gast: Hansi Hüpfer
05.07.2009 08:19
0 0

uhu tönt wie ein huhu!

Genau so wenig wie du, NUR wir pöblen auch nicht eine erfolgreiche Frau an, die schon mehr erreicht hat als wir jemals erreichen werden! Wenn jemand vom Schreien (wegen der "Riesenschmerzen) was versteht, ist es sicher "Der Schrei"!

Antworten Antworten Gast: Der Schrei
04.07.2009 20:54
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Hansilein

Hüpf weiter ..... aber schrei nicht dabei, doch Dummheit kann wirklich weh tun

Antworten Antworten Antworten Gast: Peter Dach
05.07.2009 08:28
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Re: Hansilein

Schön, von dir zu hören, dass Dummheit weh tut. Du weisst das ja aus eigener Erfahrung! Versuch's mit TREO! Vielleicht hilfts.

Antworten Antworten Antworten Gast: Goldfisch
05.07.2009 06:19
0 0

Re: Hansilein

Ich kann Hansi Hüpfer nur zu 100 % Recht geben. Palin hat enorm viel erreicht im krassen Gegensatz zu dir. Sich Schrei zu nennen, nur deshalb, weil's dir Tag und Nacht weh tut, ist zwar mit deinem IQ zu erklären, entschuldigt aber noch lange nicht deinen Kommentar.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hansi Hüpfer
04.07.2009 22:05
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Dem Schrei tut's schreien weh und schreit trotzdem weiter; hallo!

Na du musst es ja wissen! Mit deinem Kommentar hast du übrigends die letzten Zweifel and deiner Vertrotteltheit ausgeräumt. Gratuliere.

Qualtinger
04.07.2009 15:57
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Charly Rival of Alaska!

Da glaubt doch keiner im Ernst, dass diese Lachnummer eine Chance haette! Do dumm sind die Ami auch wieder nicht!
Q.

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Dass sie sich da mal nicht taeuschen.............

die masse der amerikaner ist so bloed......

Antworten Antworten hedu
05.07.2009 04:12
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Re: Dass sie sich da mal nicht taeuschen.............

die masse der amerikaner ist so bloed......
und nicht nur die Amerikaner .... Hudri-wudri! gggg

Gast: loboto
04.07.2009 15:46
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lustig, diese frau...

also einen gewissen unterhaltunswert hätte das schon, wenn sie sich ernsthaft um das präsidentenamt bewerben würde... das schlimme ist, dass sie nicht mal schlechte chancen hätte, tatsächlich kandidatin der republikaner zu werden...

Gast: Leser
04.07.2009 14:22
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Liebe Presse

Warum soviele Berichte über diese ach so dumme Dame aus Alaska .... es gibt wichtigeres

Antworten Gast: Crusader
04.07.2009 14:51
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Re: Liebe Presse

Man braucht auch mal ein Gesicht bei dem einem bei der Lektüre nicht das Essen hochkommt wie bei bei Faynachtsmann, Glawasnix und Co......

 
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