Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew hat die Ukraine scharf angegriffen und ihr vorgeworfen, die Sicherheit der Gasversorgung Europas zu gefährden. Kiew habe es auf einen Abbruch der bilateralen Beziehungen mit Moskau abgesehen, sagte Medwedjew am Dienstag. Dies betreffe auch den Energiesektor.
Die Ukraine hat sich jüngst durch die Ausweisung von zwei russischen Diplomaten, die angeblich "nicht-diplomatischen Tätigkeiten" nachgegangen seien, den Zorn des Nachbarlands zugezogen. Moskau reagierte mit der Ausweisung von zwei ukrainischen Diplomaten. Medwedjew sagte am Dienstag, dass er nun die Entsendung eines neuen russischen Botschafters nach Kiew verschieben werde.
Anti-russischer Kurs
Grund sei der "gegenwärtige anti-russische Kurs der ukrainischen Führung", teilte Medwedjew in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an seinen ukrainischen Kollegen Viktor Juschtschenko mit. Er hoffe, dass sich die Beziehungen zwischen Moskau und einer "neuen politischen Führung" verbessern würden, hieß es in dem Brief weiter. In der Ukraine sind für den 17. Jänner Präsidentschaftswahlen vorgesehen.
Der bilaterale Konflikt zwischen den beiden früheren Sowjetrepubliken hat seit 2006 mehrmals zu einer Störung der russischen Gaslieferungen nach Europa geführt, die fast ausschließlich durch die Ukraine erfolgen.