Der Streit zwischen Libyen und der Schweiz droht zu eskalieren - und nimmt zugleich immer skurrilere Züge an. Trotz der Zusage der libyschen Regierung, zwei seit einem Jahr festgehaltene Schweizer wieder heimreisen zu lassen, sind diese noch immer nicht frei. Und Libyens Staatschef Gaddafi legt noch eines drauf: Er will angeblich bei der UN-Vollversammlung Mitte September formell beantragen, das schweizerische Staatsterritorium auf die Nachbarländer Deutschland, Frankreich und Italien aufzuteilen.
Rein rechtlich hat der Antrag keine Chance, das Völkerrecht schützt die territoriale Unversehrtheit. Doch er zeigt, dass Gaddafi nichts auslässt, um sich an dem "Schurkenstaat" Schweiz (Zitat) für die kurzzeitige Verhaftung seines Sohns in Genf zu rächen.
Die Schweiz setzt demgegenüber auf Deeskalation. Erst gestern betonte Bundespräsident Hansrudolf Merz, die Regierung werde die mit Libyen unterzeichnete Vereinbarung einhalten, wonach ein Schiedsgericht die Verhaftung von Gaddafis Sohn untersuchen soll. Im Gegenzug hatte Libyen die Freilassung der zwei Schweizer Geschäftsleute versprochen. Wann das passieren soll, ist unklar. Geplant war die Abreise für Montag. Inzwischen gibt es Gerüchte, dass Libyen eine Kaution von mehreren 100.000 Dollar für ihre Freilasung fordert. Dementsprechende Berichte des Zürcher "Tages-Anzeigers" hat die Schweizer Regierung aber nicht bestätigt.
(Red.)
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