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Afghanistan: Nato-Raketen gegen Tanklaster

04.09.2009 | 18:31 |  Von unserem Korrespondenten SASCHA ZASTIRAL (Die Presse)

Schwere Explosion forderte Dutzende Tote und heizt Debatte über Einsatz an. Taliban-Kämpfer hatten zuvor zwei Tanklaster gekapert und die Fahrer enthauptet.

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NEU DELHI. Die Bilder lassen nur erahnen, was sich in der Nacht zum Freitag in der Nähe der nordafghanischen Stadt Kunduz abgespielt hat: Ausgebrannte Wrackteile eines Tanklasters zeugen von der gewaltigen Detonation, die sich im Distrikt Ali Abaad ereignet hat. Noch am Freitagvormittag transportierten Rettungskräfte schwer verletzte Bewohner eines Dorfes in Krankenhäuser ab. Einheiten der afghanischen Armee und Polizei sicherten das Gebiet und nahmen Verdächtige fest.

Mehr als 90 Menschen sollen hier gestorben sein, unter ihnen viele Einwohner eines Dorfes, als in der Nacht zum Freitag ein Nato-Kampfjet einen Tanklaster angriff. Taliban-Kämpfer hatten zuvor zwei Tanklaster gekapert und, so berichteten später Augenzeugen, die meisten der Fahrer enthauptet. Dann hätten sie versucht, mit den Lkw einen Fluss zu überqueren.

Dabei blieb Berichten zufolge einer der Tanklaster in dem Flussbett stecken. Die Taliban-Kämpfer riefen die Bewohner eines nahe gelegenen Dorfes dazu auf, den Diesel aus dem Tanker abzuzapfen. Kurze Zeit später schlugen Nato-Raketen ein. Bei der Explosion kamen Augenzeugen zufolge Dutzende Taliban sowie eine große Zahl Zivilisten ums Leben.

Afghanistans Präsident Hamid Karzai erklärte, er sei „zutiefst betrübt“ über die zivilen Toten des Luftangriffs. Ein Sprecher des Provinzgouverneurs erklärte, die meisten der Getöteten seien Militante gewesen. Der Polizeichef der Provinz sagte, 56 Taliban befänden sich unter den Todesopfern, der Rest seien „Diebe, die versuchten, Treibstoff zu stehlen“.

 

Neue Nachschubroute

Die Nato selbst machte keine Angaben über die Zahl der Getöteten. Es sei jedoch vor dem Angriff ausgekundschaftet worden, dass sich nur Militante in dem Gebiet aufgehalten hätten. „Eine große Zahl Aufständischer wurde getötet oder verletzt“, teilte die ISAF-Sprecherin mit.

Der Vorfall ereignete sich an einer neuen wichtigen Nachschubroute der US-geführten Truppen in Afghanistan. Offenbar hatten die Extremisten die beiden Tanklaster aus einem Nachschubkonvoi gestohlen, der die ausländischen Truppen mit Diesel versorgt. Erst kürzlich hatten die ISAF-Truppen begonnen, ihren Treibstoff verstärkt aus Tadschikistan über Kunduz ins Land zu holen. Denn entlang der bisherigen Hauptnachschubroute, die von der pakistanischen Hafenstadt Karatschi durch Peschawar bis nach Kabul verläuft, war es in den vergangenen Monaten immer wieder zu schweren Angriffen auf Versorgungs-Lkw gekommen.

Der Vorfall zeigt auch, dass sich der Krieg immer weiter in den Norden des Landes ausbreitet. Dort war es bis vor Kurzem nur selten zu Zusammenstößen mit Taliban-Kämpfern gekommen. Doch seit einigen Wochen nimmt die Gewalt rasant zu. Erst kürzlich lieferten sich Sondereinheiten der deutschen Bundeswehr, die in der Region Kunduz für Sicherheit sorgen sollen, schwere Gefechte mit Taliban-Kämpfern. Auch wirft der Vorfall einen Schatten auf die neue Afghanistan-Strategie der USA, die die Zahl ziviler Opfer drastisch reduzieren will. Die Obama-Regierung begründete die Aufstockung der US-Truppen um 21.000 Mann: Durch die Präsenz von mehr Soldaten im Land müssten sich die Nato-Truppen weniger auf Einsätze aus der Luft verlassen, die besonders oft zivile Opfer fordern. Bis Jahresende sollen 68.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert sein.

 

Gates fordert mehr Geduld

Innerhalb der USA dürfte der jüngste Zwischenfall die Kritik am Afghanistan-Einsatz verstärken. Kürzlich durchgeführte Umfragen zeigen, dass die Unterstützungen für den Krieg gegen die Taliban im Sinken sind.

Erst am Donnerstag hatte Verteidigungsminister Robert Gates von den Amerikanern mehr Geduld gefordert. Die US-Militärpräsenz in Afghanistan sei erforderlich, um Terroristen zu Fall zu bringen. „Ich glaube absolut nicht daran, dass es Zeit ist, Afghanistan zu verlassen“, sagte er auf einer Pressekonferenz im Pentagon.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2009)

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28 Kommentare
 
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Wo gehobelt wird

fallen eben Späne. Und das die deutsche Bundeswehr die ohnehin nicht weit vom Image eines Männergesangsvereins weg ist absichtlich "unschuldige Zivilisten tötet" ist ja ausgeschlossen.

Gast: koji
06.09.2009 18:26
2 0

Ohne Kommentar

Es steht außer Zweifel, die Entschlussfassung eines verantwortlichen Offiziers im Deutschen Lager Kunduz zum Einsatz von Luftunterstützungskräften gegen die festliegenden Tanklastzüge war sicher mehr als schwierig. Er hat aufgrund von vorliegenden Aufklärungsergebnisse entschieden. Inwieweit diese Entscheidung den Luftangriff und die Inkaufnahme der hohen Zahl an Toten rechtfertigen bleibt abzuwarten. Eine Frage der Zeit und von subjektiven Empfindungen derjenigen die an der Untersuchung arbeiten. Keiner Untersuchung bedürfen dagegen die Reaktionen der Verantwortlichen in Politik und Medien. Es sind Tatsachen und Fakten, die auf dem Tisch liegen, nicht nur widersprüchlich klingen, obendrein auch optisch anzuschauen sind. So verkündet Verteidigungsminister Jung am gestrigen (05.09.09) Abend in der "Heute-Sendung" des ZdF im Interniew "es waren alles Taliban", die gleiche Sendung zeigt hochrangige Vertreter der ISAF im Krankenhaus an den Betten verletzter "Taliban". Da haben die Redakteure nicht nur den Verteidigungsminister, auch die Zuschauer ganz schön gelinkt oder ? und das ganz ohne Kommentar !

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was soll da zu gewinnen sein?

schon die engländer haben sich in den 3 anglo-afghanischen kriegen (1839/41, 1878/81 und 1919) eine blutige nase geholt und dann das land in ruhe gelassen. den russen ging es auch nicht besser und jetzt, in zeiten der politischen korrektheit, wo man die nicht unterscheidbaren zivilisten unbedingt verschonen muss, sollen ausländer das land unter kontrolle bringen um ein korruptes regime zu festigen?

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Als es Engländer und Russen versuchten,

war der Terrorismus noch nicht globalisiert. Engläönder und Russen konnten sich nicht durchsetzen und es war irgendwie für das Schicksal der Welt egal. Heute ist aber auch der Terrorismus globalisiert. Gescheiterte Staaten werden dafür genutzt die Ausbildungsbasis für Aktionen am anderen Ende Erdkugel zu sein. Wenn man Afghanistan den Taliban überlässt, dann wäre das insofern noch ärger, als es sich dann nicht um einen gescheiterten Staat handelte, sondern um ein straff geführtes Staatswesen mit informellen K ontakten in alle Welt. Ausbildungslager für Terrorismus inklusive. Ein Staat, dessen Irrationalität auch seine Nachbarn infiziert: Das ist im Fall Afghanistan alles Mögliche zwischen Iran und China. Unter anderem auch die Atommacht Pakistan.
Ich habe großen Respekt vor den Deutschen, dass sie sich diesen Job antun. Vor allem auch, weil sie sich alles möglich schimpfen lassen müssen seit dem 2. Weltkrieg. Die Deutschen sind heute auf der richtigen Seite.

untertan
05.09.2009 10:35
0 2

Offensichtlich sind große Teile der Bevölkerung

bereits mit den Taliban auf besserem "Fuß" als mit ihren "Befreiern". Wann werden auch die immer die als US-Knechte agierenden Deutschen das begreifen. Ohne sie ist eine wirksame Verteidigung der "westlichen Werte" ohnedies nicht mehr möglich. Wenn sich nunmehr die Wut der Afghanen auf die Deutschen weltweit überträgt, dann gibt es eine neues Bild. Nach dem des Nazi dann das des "häßlichen Deutschen". Keine kluge Entscheidung. Komplize zu sein.

diablo
05.09.2009 10:33
1 0

Schrecken ohne Ende ...

...aber die einzige Sprache, welche die Taliban verstehen. Man kann sie nur - wenn überhaupt - mit ihren eigenen Mitteln schlagen, alles andere ist Illusion !

untertan
05.09.2009 10:30
1 0

Wenn ich Afghane wäre.

Würde ich vor Wut schäumen und alles daransetzen den korrupten Staatspräsidenten zu töten und mit ihm genügend Besatzer.
Bin ich aber nicht. So kann ich mich zurücklehnen und je nach Ansicht das Geschehen gutheißen oder kritisieren. Im Stile des abgeklärten TV-Sehers natürlich. Wohin das führen wird ist ja schon klar. Jeder Staat der sich in den Dienst der Besatzungsmacht stellt wird mit steigendem Terror zu kämpfen haben. Wenn erst einmal bekannt wird, wie schwach der Sicherheitskordon in diesen Staaten ist, dann wird man wohl von Terrorismus sprechen können. Wozu sich die BRD in Afghanistan engagiert ist mir ohnedies nicht klar. Will sie sich von der Nazivergangenheit durch besonderen Eifer wieder Kriegsverbrechen zu begehen distanzieren? Ich verstehe nicht. Sobald in Afghanistan die Besatzer abrücken werden ohnedies wieder die alten Strukturen hergestellt. Also wozu soll dann das überflüssige Gemetzel? In den Alliertenarsch können die Deutschen doch auch anders als sich neuerlich schuldig zu machen kriechen.

Antworten Gast: nuan
06.09.2009 04:27
0 0

Re: Wenn ich Afghane wäre.

guter post !

stimme mit dir fast überein, ich bin ja der meinung, dass die Amis die terroristen sind.
aber naja, die amis machen filme und gute musik, die anderen nicht also können diese ja gar keine terroristen sein sondern nur.. Kämpfer für "Gerechtigkeit" und "Ordnung" ..

was die bundeswehr dort macht nennt man ja heutzutage "arschkriechen" auf seeeehr hohe kosten, sowohl geld als auch menschenleben.. auf beiden seiten.

gruss

1 0

Diesen Krieg kann der Westen NIE gewinnen!

Lt. US-Verteidigungsminister Gates soll die neue NATO-Strategie in Afghanistan bewirken, daß weniger Zivilisten als bisher im Zuge der Kampfhandlungen getötet werden. An sich ein löbliches Unterfangen; nur: Wie will man es in der Praxis umsetzen? Wie will man, ganz simpel gefragt, die "Guten" von den "Bösen" unterscheiden? Vermummt sind sie beide und Waffen tragen tun sie ebenfalls, weil¿s halt dort seit ewigen Zeiten Brauch ist. Da wurden seitens der westlichen Allierten schon ganze Hochzeitsgesellschaften ausradiert, weil man die Freudenschüsse in die Luft für einen Angriff auf US-Flugzeuge hielt. Und einen Krieg ohne klaren Frontverlauf kann man eben leider NIE gewinnen!

Hatte man in ersten Meldungen noch von einem verheerenden Schlag gegen die Taliban und 50 deren Toten gesprochen, so sind wir derzeit bei 90 Getöteten angelangt und die überwiegende Mehrzahl sollen Zivilisten sein. Propagandistisch hätte es also für die Taliban kaum besser kommen können.

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Aber eben nur propagandistisch

Von der absoluten Zahl der getöteten Zivilisten ist dieser Krieg einer der harmlosesten überhaupt. Es wird nur jeder Tote medial erwähnt. Niemand kann etwas dafür, wenn sich Dutzende Menschen in Bereicherungsabsicht auf eine Tanklastzug stürzen, der gerade von Militärs erbeutet wurde. Taliban sind militärische K räfte. Man kann die NATO und schon gar nicht die Deutschen dafür verantwortlich machen, wenn sich Zivilisten scharenweise und natürlich unangekündigt ohne Not in ein Gefecht begeben.
Man kann sich aber mit der Propaganda der Taliban gemein machen und alles, was schießt und kracht und aus Deutschland kommt grundsätzlich verurteilen. Das Argument, dass man sich lieber daheim verteidigen möge zieht seit dem 11. Sept. nicht mehr so recht. Der Terror ist genauso globalisiert wie alles andere auch.

Gast: 1789
05.09.2009 06:18
0 0

Die armen Opfer

Also ganz ehrlich, was haben sie denn ERWARTET?? Diese ach so armen Dorfbewohner haben halt gemeinsame Sache mit den Taliban gemacht, ihnen Sprit geholt, welchen die Taliban übrigens mit Ammoniumkunstdünger leicht zu Bomben hätten machen können... und nun sind sie "die Opfer"??

Nein, sorry. Hätte die Nato zuerst die Laster beschossen, und dann einen Angriff auf ein X-beliebiges Dorf gestartet, um einpaar Bewohner abzuschlachten, hätte man die Aufregung verstehen können... aber man kann die Gehilfen von Terroristen nicht mit Samthandschuhen anfassen.

Ich finde - gute Aktion. Vor allem auch ein wenig abschreckend, damit die Leute dort nicht glauben, der Westen ist voller Weicheier, die sich ihre eigene Verteidigung nicht trauen.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
05.09.2009 11:48
0 1

Re: Die armen Opfer

>> "die Gehilfen von Terroristen" ??? Sind Sie so dumm, oder stellen Sie sich nur so? Woher haben Sie Ihr profundes Wissen?

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Das sind die Tatsachen, die allgemein nicht bestritten werden

Taliban erbeuten Tanklastwagen und sind so gewieft, die Zivilbevölkerung dazu einzuladen sich Treibstoff zu stehlen. Die ziehen damit Zivilisten in ein Gefecht. Wovon der deutsche Kommandant nichts wissen musste. Wenn es sich um Diesel gehandelt hat - was allerdings unklar ist - dann kann dieser ganz leicht zu Sprengstoff umgearbeitet werden. Dazu ist kein besonderes Wissen und kein Labor nötig (Ersparen Sie mir Details, damit nicht bei uns auch noch welche auf solche Ideen kommen)

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Re: Die armen Opfer

Eine "gute Aktion" seitens der NATO war das ganz sicher NICHT! Denn sie wird den Haß der afghanischen Zivilisten auf die westlichen Besatzer noch mehr steigern und sie zu Sympathisanten der Taliban machen. Dieser Feldzug ist nämlich u.a. auch ein Propagandakrieg, bei dem es darum geht, die Unterstützung des Volkes für die jeweils "eigene Sache" zu gewinnen. Und das können die Taliban eben viel besser als die westlichen Allierten, welche all die vermummten und mit Gewehren bewaffneten Gestalten nur schwer auseinander halten können! Schon oft wurden dann schnell aus toten Taliban tote Zivilisten!

Und wenn auch die "neue" US-Strategie die Zahl der zivilen Toten reduzieren soll: Je mehr US-Truppen ín Afghanistan eingesetzt werden (auch die Allierten sollen ja ihr Kontigent aufstocken), desto öfter wird es zu ähnlichen Zwischenfällen kommen, die den Taliban propagandistisch in die Hände spielen. So jedenfalls wird "unsere Freiheit" am Hindukusch gewiß nie auf Dauer "verteidigt"...

heri3
04.09.2009 22:36
0 3

AUND WARUM BESTREITEN DIE DEUTSCHEN IMMER NOCH

das es mehrzahls zivilisten getroffen hat, die sich ein paar kanister benzin holen wollten?menschen mit sehfehler sollen sich nicht als offiziere aufspielen!die deutschen hättenn halt besser auf die tanklastwägen aufpassen sollen.

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Re: AUND WARUM BESTREITEN DIE DEUTSCHEN IMMER NOCH

Aus dieser "Doppelmühle derüberzogenen Erwartungen" kommen die Deutschen in Afghanistan nur noch sehr schwer heraus! Zunächst interpretieten sie ihre Rolle in diesem heiß umkämpften Land als "technische Aufbauhelfer"; was ja an sich sehr schön und friedlich klang.

Leider waren die Taliban an der Wiederherstellung von geordneten Verhältnissen und der Etablierung einer friedlichen Zivilgesellschaft am allerwenigsten interessiert. Also sahen sie auch in den Deutschen als natürlichen Feind für ihre Interessen und verwickelten sie zunehmend immer mehr in "Vorfälle". Inzwischen haben bereits 35 "Aufbauhelfer" ihr Leben für ein "freies Afghanistan" geopfert.

Und da der Druck auf Berlin steigt, sich nicht nur mit zivilen Aufgaben zu begnügen, sondern auch militärisch aktiver zu werden, ist es ganz logisch und konsequent, wenn auch die Deutschen immer öfter direkt in Kämpfe hinein gezogen werden. Und hinterher wird dann eben penibel "untersucht". Leider nicht der prinzipielle Sinn...

Antworten Gast: Same procedure
05.09.2009 09:22
0 1

Re: AUND WARUM BESTREITEN DIE DEUTSCHEN IMMER NOCH

Tja, hätten die Talibaner aus der Steueroase Kabul nicht den Sender Gleiwitz überfallen, müßten Tante Angie und Onkel Peer nicht die Kavallerie aus Fort Yuma schicken. Selber schuld. Hoffentlich sind die armen Liechtensteiner nicht die nächsten.

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Gut so


Als Taliban oder Taliban-Freund hat man mit diesem Risiko zu leben.

Die köpfen keine Tankwagenfahrer mehr...


Antworten untertan
05.09.2009 10:38
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Re: Gut so

Aus dem gleichen Holz, wobei der Wahrheitsbeweiß ausständig ist, waren die "siegesgewissen" Deutschen beseelt. Das Ergebnis ist ja bekannt. Denn die Untermenschen sind auch Menschen. Mit den gleichen Anlagen und Ansichten. Nur durch die Technik ist der eine Teil dem anderen überlegen. Und daß die Grausamkeiten weniger werden davon sind wohl nur die Trottel überzeugt.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
04.09.2009 21:52
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Re: Gut so

zumindest nicht bis nächsten Montag

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Re: Re: Gut so


Montag? Tag der Auferstehung?

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Haben die Afganen auch ein Anrecht auf Racheakte?

Wo faengt die Gerechtigkeit an?
Wenn Deutsche nach Afganistan kommen um Menschen zu töten, sollen das auch dei Afganen tun?
Fragen über Fragen...

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Re: Haben die Afganen auch ein Anrecht auf Racheakte?

Auch DAS sollte man nie vergessen: Die Taliban kämpfen in erster Linie gegen die EIGENE BEVÖLKERUNG! Diese hatte ja in den Jahren der Herrschaft unter den radikal-islamischen Fundamentalisten am meisten zu leiden! Leider wurde seiten des Weistens nach dem vordergründig raschen Sieg über die Taliban viel zu wenig Augenmerk auf den Wiederaufbau der zivilen Gesellschaft und die Wiederherstellung der Infrastruktur gelegt. Man wollte es eben wieder einmal so billig wie möglich machen. Doch ein "Point of no Return" konnte auf diese Weise natürlich nie verwirklicht werden. Vielmehr eroberten die Taliban inzwischen viele der zunächst verlorenen Gebiete zurück und zeigen mit Terroranschlägen (ganz besonders während der letzten Wahl), daß man mit ihnen IMMER rechnen muß.

Der Westen weiß als einzige Antwort darauf nur eine sukzessive Aufstockung der Besatzungstruppen. Doch diese sind noch immer primär mit Eigensicherung beschäftigt. Außerhalb der gut bewachten Kasernen lauert für sie der Tod.

Antworten Antworten untertan
05.09.2009 10:46
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Re: Re: Haben die Afganen auch ein Anrecht auf Racheakte?

Daß die Taliban gegen die eigene Bevölkerung kämpfen das wird in den westlichen Medien verzapft. Daran kann ich nicht glauben. Daß sie mit den Radikalinskis nicht glücklich sind, davon bin ich überzeugt. Aber auch ihre eigene Einstellung ist ja nicht besonders weit von der der Taliban entfernt. Jedes Land ist anfangs mit Terror konfrontiert. Sobald keine Störfaktoren, in Afghanistan wieder einmal die europäischen Besatzer, mehr vorhanden sind kann und wird das dem Charakter des Landes entsprechende Regime entstehen. Jahrhundertelang haben die Afghanen die europäischen Krenreiber nicht gebraucht. Nur deren Missionareifer hat das Tohuwabohu verursacht. Wie im Irak und im ganzen Nahen Osten. Wo noch die Öl-Raubzüge hinzukommen.

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Re: Re: Re: Haben die Afganen auch ein Anrecht auf Racheakte?

Die meisten Terroranschläge der Taliban treffen tatsächlich die afghanische Zivilbevölkerung. Egal, ob Sie das nun glauben können oder nicht. Für die Toten macht es keinen Unterschied. Hingegen kann ICH nicht glauben, daß die überwiegende Mehrheit umbedingt unter der Herrschaft von Steinzeitislamisten leben möchten. In der kurzen Zeit nach dem leider nur vordergründigen "Sieg" der Allierten über Taliban, kam das "normale Leben" in diesem geschundenen Staat zurück. Die Menschen durften wieder Musik hören, ihre Bärte scheren und sich auch sonst wieder jener Dinge erfreuen, die das Dasein lebenswert machen.

Inzwischen werden wieder Schulen angezündet und Lehrer ermordet. Und wer wählen will, dem wird der gestempelte Finger abgeschnitten, oder auch die Nase und die Ohren. Nur durch äußerste Einschüchterung der zivilen Bevölkerung können die Taliban ihre Terrorherrschaft stabilisieren. So ist nun mal die Realität und enstpricht leider keineswegs der Fantasie westlicher Medien...

Antworten Antworten Antworten Antworten untertan
05.09.2009 14:12
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Re: Re: Re: Re: Haben die Afganen auch ein Anrecht auf Racheakte?

Ich bin leider nicht so gut informiert wie Sie. Und den westlichen Medien vertraue ich zwar mehr als den fernöstlichen, aber nicht ganz. Ihrer Bartanimosität kann ich nur das Beispiel des Modeschnauzerls in der Vorkriegszeit entgegenhalten. Die Rauschebärte waren bei uns nie in Mode. Eher die Backenbärtchen wie sie der selige Franz-Joseph getragen hat. Die Nachahmer sind überall. Und daß die Afghanen nicht Musik hören dürfen, das lassen Sie sich einreden. Die westliche, ohnedies nur Gelärm, sicher nicht. Ich glaube einen anderen Grund hinter den restriktiven Maßnahmen zu finden. So wie die katholische Kirche es auch gerne sähe, wenn die Abtreibung unmöglich wäre. Der Zehent wieder die Schatzkammern füllen würde haben die Rauschebärte andere Präferenzen.Auch die Bildung ist für Rom nicht ohne Probleme. Wird Gott dadurch ja immer kleiner und rückt in die Ferne. Und das alles wissen die Orientalen. Und deshalb reagieren sie so. Was für unsere postindustrielle verweichlichte nur dem Genuß frönende Diesseitsgesellschaft unverständlich bleibt. Und das Geschwafel von den Steinzeitmenschen kann ich auch nicht mehr hören.Wir, die Europäer sind derart degeneriert, ein Auslaufmodell der Geschichte, daß wir ausschließlich dem Diesseits Tribut zollen. Mit einer Lebensgier, die dank unseres "Wissens", armselig bei genauer Betrachtung, unser Leben bestimmt.Auch zu klären wäre noch, seit wann es die Taliban gibt. Vielleicht nur als Reaktion auf die westliche "Missionstätigkeit"?

 
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