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Chronologie des umstrittenen Luftangriffs

07.09.2009 | 16:22 |   (DiePresse.com)

Das deutsche Verteidigungsministerium in Berlin hat die Abläufe des von der Bundeswehr angeordneten umstrittenen Luftangriffs in Nordafghanistan bei Kunduz präzisiert.

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DONNERSTAG, 3. September:

- Um 21.12 Uhr Ortszeit (18.12 Uhr MESZ) wird dem deutschen Feldlager in Kunduz von der gemeinsamen afghanischen Operationszentrale gemeldet, dass zwei Lkw südlich des Standorts des deutschen Wiederaufbauteams (PRT) entführt wurden. Einer der Fahrer wurde demnach ermordet.

- Um 23.14 Uhr werden nach Angaben des Verteidigungsministeriums beide Lkw durch ein US-Flugzeug auf einer Sandbank in einer Furt sechs Kilometer südwestlich vom PRT im Kunduz-Fluss geortet. Von dem Flugzeug aufgenommene Bilder, die an das PRT weitergeleitet wurden, hätten gezeigt, dass "etliche" Menschen Waffen getragen hätten. Laut Verteidigungsministerium gab es mindestens drei Quellen, wonach sich keine Zivilisten vor Ort befunden haben sollen.

- Um 23.29 Uhr wird das US-Flugzeug wegen Treibstoffmangels abgezogen.

- Um 23.49 Uhr kommen zwei F-15-Kampfflugzeuge, die das Geschehen weiter beobachten.

FREITAG, 4. September:

- Um 01.39 Uhr befiehlt der deutsche Kommandant Oberst Georg Klein den Luftangriff.

- Um 01.49 Uhr feuern die Piloten der F-15-Jets zwei Bomben ab, die jeweils 227 Kilogramm schwer waren. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden 56 Taliban getötet und zwölf verletzt.

SAMSTAG, 5. September:

- Um 12.30 Uhr trifft ein deutsches Untersuchungsteam der Bundeswehr vor Ort ein.

- Um 13.09 Uhr wird das Team von Unbekannten beschossen. Die Bundeswehr schickt unbemannte Drohnen zur weiteren Aufklärung. Auch ein Untersuchungsteam der ISAF-Truppe trifft ein, sowie der Oberbefehlshaber der US- und NATO-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal. Zehn Minuten nach seinem Abflug werden am Ort des Geschehens Mörsergranaten abgeschossen.

(Ag.)

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2 Kommentare

Der deutsche Kommandant hat einen Luftangriff

auf ein militärisches Ziel befohlen. Na und?

Cicero
08.09.2009 09:26
1 0

Wenn Krieg mit einem spektakulären Verkehrsunfall verwechselt wird, wo man gaffen gehen oder vielleicht sogar, wenn man schnell ist, seinen Treibstoffvorrat auffüllen kann.

Aha, da wird also um ¿ 10 am Abend, somit bei Dunkelheit, ein Überfall auf zwei Tanklastwagen gemeldet. Ort des Geschehens in einem Fluß, genau in einer Furt, also außerhalb bewohnten Gebietes.

Einer der beiden Fahrer ist tot.

Zwei Stunden nach der ersten Meldung, also um ¿ 12 nachts kommt ein einzelnes Flugzeug und kreist eine Viertelstunde lang über den LKWs, muß dann aber wegen Treibstoffmangels wieder abziehen.

Zwanzig Minuten später kommen zwei weitere Flugzeuge, als Kampfflugzeuge erkennbar, die nichts anderes machen als weiter beobachten.

1 Stunde 50 Minuten später will der deutsche Kommandant einen Angriff. Es dauert neuerlich 1 Stunde 10 Minuten, dann erst wird der Angriff geflogen. Es gibt Tote.

Und nun gibt es Streit, waren das nur Taliban-Kämpfer und/oder auch Zivilisten.

Bei allem Bedauern über mögliche tote Zivilisten darf man fragen, was haben Zivilisten dort verloren gehabt und wenn schon, warum haben sie nicht erkannt, daß da militärisch etwas abläuft. Was machen Zivilisten um Mitternacht bei überfallenen Tanklastzügen mit mindestens einem toten Fahrer? Warum sind die nicht weit weg zuhause im Bett? Wieso begeben sich Zivilisten in Gefahr, denn daß dort Krieg herrscht, muß wohl jedem Zivilisten klar sein. Nicht nur das, in dem Herumgerede wird auch von getöteten Kindern gefaselt. Kinder um Mitternacht bei überfallenen Tankzügen?

Und dann ist der deutsche Offizier an allem schuld, weil er ein Bombardement verlangt hat. Warum nicht die Piloten der beiden US-Bomber?