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Afghanistan: Ärger über amerikanische "Frechheit"

08.09.2009 | 11:04 |   (Die Presse)

Deutschland reagiert "irritiert" auf die Kritik der Verbündeten am verheerenden Angriff bei Kunduz. US-General Stanley McChrystal hatte sich zuvor für den verheerenden Luftschlag auf zwei Tanklastzüge entschuldigt.

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BONN/WASHINGTON (ag.) Der deutsche Offizier konnte seinen Ärger nur schwer verbergen: „Ich halte es geradezu für unanständig von einem Nato-Befehlshaber, dass er die Sicherheit deutscher Soldaten in Gefahr bringt, indem er in die Öffentlichkeit geht und voreilig den Eindruck erweckt, hier seien Zivilisten getötet worden“, sagte Haralj Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, am Montag in einem Interview mit dem Nachrichtensender N24. Ziel der Attacke war niemand geringerer als US-General Stanley McChrystal, der Oberkommandierende der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf.

McChrystal hatte sich zuvor für den verheerenden Luftschlag auf zwei Tanklastzüge entschuldigt, bei dem Ende vergangener Woche in Nordafghanistan Dutzende Menschen getötet worden waren. Die islamistischen Taliban hatten die Tanklastzüge geraubt. Der Kommandant des deutschen Militärlagers in nahen Kunduz, Oberst Georg Klein, forderte daraufhin den Angriff an, der von US-Jets durchgeführt wurde.

Der blutige Vorfall lässt nicht nur die Wogen in der deutschen Innenpolitik hochgehen. Er sorgt auch für wachsende Spannungen zwischen Deutschland und den Verbündeten. Kujats Ärger über McChrystal ist dabei nur eine Facette. Vor allem die offene Kritik mehrerer EU-Außenminister an der Militäraktion sorgt in Berlin für Verstimmung.

„Gezielte Falschinformationen“

Der deutsche Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt rief die Partner auf, sich mit Äußerungen über die Aktion bei Kunduz zurückzuhalten: Die Außenminister der anderen EU-Staaten sollten nicht Spekulationen verbreiten, sondern das Ergebnis der Untersuchungen abwarten. Schmidt zeigte sich „irritiert“ darüber, dass das US-Militär einem US-Journalisten erlaubt hatte, die Nato-Ermittlungen zu dem Angriff direkt mitzuverfolgen. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ bezeichnen namentlich nicht genannte deutsche Militärs dieses Vorgehen sogar als „bodenlose Frechheit“. Sie beschuldigten die USA des Verbreitens „gezielter Falschinformationen“, um den deutschen Afghanistan-Einsatz zu diskreditieren.

Die „Washington Post“ hatte zuvor – unter Berufung auf das Nato-Ermittlungsteam – dem deutschen Oberst Klein vorgeworfen, zu wenig umsichtig gehandelt zu haben. Klein sei nur von einer einzigen Quelle zugesichert worden, dass bei der Aktion keine Gefahr für Zivilisten bestünde.

Merkel kündigt Erklärung an

Wie viele Opfer es bei dem Angriff gab und wie viele davon Zivilsten waren, ist nach wie vor umstritten. Laut „Washington Post“ gingen erste Nato-Schätzungen von 125 Toten aus, davon mindestens zwei Dutzend Zivilisten. Die Bundeswehr sprach zunächst von etwa 50 Toten, die allesamt Taliban seien. Ein erster afghanischer Bericht stützte diese Darstellung. Afghanistans Präsident Hamid Karzai sprach nun in einem Interview aber von zahlreichen zivilen Opfern und verurteilte die Aktion als „Fehleinschätzung“.

Am Montag räumte Deutschlands Verteidigungsminister Franz Josef Jung ein, dass möglicherweise auch Zivilisten getötet worden seien. Man dürfe aber vor dem Ende der Untersuchungen keine voreiligen Schlüsse ziehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute, Dienstag, zu dem Vorfall sogar eine Regierungserklärung abgeben. Sie kündigte noch für dieses Jahr eine Afghanistan-Konferenz an. Dabei wolle man gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien auch über ein Zurückfahren des Engagements am Hindukusch beraten.

Die Koalition aus Union und SPD hütet sich freilich, ein mögliches Abzugsdatum der deutschen Truppen zu nennen. Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hat damit aber weniger Probleme. Er forderte bei einem Wahlkampfauftritt Deutschlands Afghanistan-Einsatz bis 2015 zu beenden.

AUF EINEN BLICK

Kämpfer der Taliban hatten Ende vergangener Woche bei der nordafghanischen Stadt Kunduz zwei Tanklastzüge geraubt. Der deutsche Kommandant in Kunduz forderte einen US-Luftangriff an.

Die Bundeswehr gab zunächst bekannt, dass nur Taliban bei dem Angriff getötet worden seien. Andere Quellen sprechen jedoch von Dutzenden toten Zivilisten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2009)

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204 Kommentare
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Gast: schlÄchter
10.09.2009 09:13
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sg miseau lellouche!

sehr gut!
eine deutsch-französiche linie gegen die anglo-amerikanische ist dringend nötig.
GB und USA haben mit ihrer invasions-und demokratie durch waffen erzwingen-strategie sowohl im irak als auch in afghansistan versagt.
F mit seinen traditionell guten kontakten und eigenen linie im den nahen osten (auch berechtigte israelkritik, untertützung der maroniten, enge dipl. kontakte zu syrien und nordafrika) und D mit seinem noch guten ruf im iran, bis vor kurzem auch afghanistan (oft als brudervolk gesehen, als feind englands in guter erinnerung) könnten viel mehr ohne masseninvasion erreichen, als die in diesem teil der welt wirklich verhassten ex-kolonialherren GB und deren nachfolger USA.
die briten beginnen auch schon umzudenken.
die lösung steckt im zulassen neuer - der islam. leitkultur angepassten/kompatiblen staatsformen, ev auch neue grenzen, neufassung diplom. kontaktaufnahmen mit gemäßigten taliban/anderen relevanten gruppen - zulassen einer eigenen entwicklung und förderung einer länder-und kulturspez. langsamen aufklärung/hinführung ins 21jhd.
die situation erinnert an charles de gaulle im WK II dem es auch gelang als schwächster sich aus dem übermächtigen schatten roosevelts und churchuills zu befreien.
deutschland tut gut daran diese hilfe von F dankend anzunehmen und die verbindung aufrecht zu erhalten/zu vertiefen.
gilt auch für die europapolitik, will man die EU nicht zu einer wirtschfstzollunion verkommen lassen.

mfg in die grande nation!
s.

Gast: Astrowolf
10.09.2009 09:00
0 0

Der "dumme Michel" am Pranger des US-Ölkrieges!

Wie viele Jahrzehnte wurde Deutschland verboten, auch nur einen einzigen Soldaten außerhalb der eigenen Grenzen einzusetzen?

Plötzlich ist alles ganz anders, und Deutschland ließ sich dazu verleiten, sich in einen TERRORKRIEG der USA gegen den weltgrößten Rohopiumproduzenten (mit dem der CIA beste Geschäftskontakte pflegt) ziehen zu lassen.

Die USA haben "911" inszeniert, um Afghanistan attackieren zu können, um die Voraussetzungen zu schaffen, um an die RIESIGEN Ölvorkommen im Becken des Kaspischen Sees heranzukommen. (Da laut offizieller Pentagon-Lesart die Mehrheit der angeblichen "911-Terroristen" aus Saudiarabien stammten, wäre ein Angriff auf Arabien die logische Konsequenz gewesen. Aber Afghanistan? Der Braten stinkt zum Himmel!)

Das naive Deutschland beteiligt sich jetzt treudeutsch an dem Raubkrieg der USA, und wird von den Verbündeten jetzt als kleine Gegenleistung an den Pranger gestellt!!!

SOFORT RAUS AUS DIESEM "RATTENLOCH" - denn die Taliban verstecken sich hinter der Zivilbevölkerung, und können militärisch NIE besiegt werden. (Ein lautes Nachdenken über die Zukunft der NATO wäre höchst an der Zeit!)

WAS HAT DEUTSCHLAND DORT AM "A" DER WELT VERLOREN?

WAS KÖNNEN WIR VON EINER TRUPPE, DIE IM EINSATZ IHREN MÜLL TRENNT, ERWARTEN? (Fragen die dann auch die Taliban um Erlaubnis, wenn sie auf diese schießen?)

Acaloth
09.09.2009 22:58
1 0

...

Die Deutschen haben keinen wirklichen Fehler gemacht, in einem krieg kommt es zu zivilen opfern und Tatsache ist, das Tanklaster in Talibanhand sich früher oder später meist als sehr explosives Vergnügen erwiesen. Wieviel Leute mehr wären draufgegangen wenn die diesen Tanklaster in Kabul aufm Basar gesprengt hätten?

Einzige richtige Entscheidung Deutschlands wäre ein sofortiger Rückzug aus Afgahnistan gewesen, nach der Kritik durch die USA, die USA sollen mal schön ihre Klappe halten, denn die haben weit mehr Zivilisten auf dem Gewissen als die Deutschen.
Die einzigen die hier wirklich richtig reagierten waren die Franzosen.

Antworten Gast: Thomas
10.09.2009 08:10
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Re: ...

Ich finde, Sie haben völlig recht.
Die Franzosen sind ja eh meist die einzigen, die sich etwas trauen.

1 1

Die Österreicher sind doch Deutsche...

Welches Volk würde das Verbrechen des anderen so vehement verteidigen?

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Re: Die Österreicher sind doch Deutsche...

es gibt zwar draussen, in der realen welt, auch jede menge, aber das presse-forum stellt halt doch einen sehr eigenen ausschnitt aus der bevölkerung dar.

manchmal wundere ich mich, meist aber denke ich mir: wenn sie hier einen platz zum austoben gefunden haben, dann richten sie (hoffentlich!) im wahren leben weniger schaden an.

denn dass gewisse leute face to face ernstgenommen werden, halte ich für sehr unwahrscheinlich. aber man kann nie wissen....

Gast: pour le merite
09.09.2009 15:35
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Und wir verbitten uns Merkel samt deren

usraelisch hörigen Bundeswehr.

Antworten Gast: gast
09.09.2009 18:29
1 2

"Wir"? Du stehst allein auf weiter Flur, Terroristenversteher.

Und das Eis, auf dem Du stehst, wird dünner.

Und eines Tages wird man auch an Sympathisanten wie Dich denken.

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merkel verbittet sich kritik.

sich kritik an fehlern/fehlentscheidungen zu verbitten, ist grundsätzlich problematisch.

es gegenüber ländern/regierungen zu tun, die noch wesentlich größeren mist gebaut haben, ist es zwar auch, aber noch irgendwie verständlich.

wenn sie sich aber kritik in bezug auf vorverurteilungen verbittet, dann sollte sie sich auch verbitten, dass ihr verteidigungsminister zitzerlweise jeden quatsch nachplappert, den ihm seine überforderten leute aus afghanistan übermitteln.

Antworten Gast: gast
09.09.2009 18:31
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Re: merkel verbittet sich kritik.

Ich verbitte mir Kritik an dem richtigen Einsatz gegen den Terror ebenfalls.

Ich erachte es als Verrat des Westens, den notwendigen, richtigen und gerechten Antiterrorkampf auch nur im Ansatz zu kritisieren.

Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann, daß zu behutsam vorgegangen wird.

Gast: CBKorn
09.09.2009 08:32
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Bündnistreue?

Unabhängig von der Frage, wie man zum Afghanistan-Einsatz steht, kann es nicht sein, dass die Bündnispartner in der NATO bei solchen vergleichsweise kleinen Zwischenfällen einem Mitgliedsland öffentlich in den Rücken fallen. Ein Bündnis ist nicht kriegs- oder verteidigungsfähig, wenn es sich so schnell spalten lässt. Dabei würde es einst gegründet, um weitaus härtere Proben zu bestehen. Deutschland sollte sein Engagement in Afghanistan vor allem deswegen hinterfragen. Soll Obama seinen Kram alleine machen, wenn er mit der Arbeit des Bündnispartners nicht zufrieden ist. Ausgerechnet aus London ist die Kritik überdies sehr verlogen. Wie viele zivile Opfer hat London in Irak noch einmal verursacht? Gab es da NATO- oder UNO-Untersuchungen?

Gast: peterle
09.09.2009 06:52
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Verbittet sich Kritik

na na Frau Merkel: das klingt aber stark nach persönlichen Jugenderinnerungen.
Sich Kritk vom Volk zu verbitten ds ist ja wohl mehr Honecker oder gar Ulbricht-Stil,
sollte man meinen.

Antworten Gast: gast
09.09.2009 18:32
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Re: Verbittet sich Kritik

Wenn "das Volk" den richtigen und gerechten Einsatz gegen

TERRORISTEN

kritisiert, dann ist "das Volk" (=einige wenige Pazifistenspinner und Terrorversteher) der Feind.

Ganz einfach.

Ophicus
09.09.2009 09:24
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Re: Verbittet sich Kritik

Sie verbittet sich nicht die Kritik aus dem Volk sondern von ausländischen Regierungen.
Und auch das nicht prinzipiell, sondern nur so lange die Fakten noch nicht auf dem Tisch liegen.

Beides völlig legitim und hat mit Honecker ungefähr so viel zu tun wie eine freiwillige Spende an sozial schwächere mit dem Stalinismus.

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Re: Re: Verbittet sich Kritik

Ophicus..

Das ist mir neu, dass du vor Merkel kuschst...

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dass ich mal angie verteidigen muss, hätte ich mir auch nicht gedacht!

sie verbittet sich VORVERURTEILUNGEN.

hätten sie obigen artikel gelesen, anstatt beim namen merkel feuchte träume über honi&co zu bekommen, hätten sie das sicher eh bemerkt.
sollte man meinen.

Antworten Gast: Ein Vergleich macht uns sicher
09.09.2009 08:37
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Re: Verbittet sich Kritik

Im Vergleich zu Angie ist unser unvergeßliches Banital eine in aller Welt respektierte, ja von Hu bis Putin gefürchtete AkteurIn der Weltpolitik. Und das ist gut so!

Antworten Gast: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
09.09.2009 08:22
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Re: Verbittet sich Kritik

Die Körperhaltung auf dem Bild spricht Bände ...

Antworten Gast: O tempora, o zores
09.09.2009 08:18
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Re: Verbittet sich Kritik

Tja, nostalgisch erinnert sich Angie der guaden oiden Zeit, als sie noch ihren Chef, den Onkel Mielke, um Rat fragen konnte und Onkel Honni dafür sorgte, daß im Schwarzen Kanal nur die richtigen Nachrichten verbreitet wurden. Da herrschte noch Zucht und Ordnung hinter der Mauer, aber heute ... Oft jammert Angie wie Travnicek: Wann mi der Mofrow net vermittelt hätt! Na ja, wenn alle Stricke reißen, bleibt immer noch ein Platzerl in Brüssel. Und das ist gut so!

Gast: IceAge
09.09.2009 01:13
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weils im eigenen Land

zu wenig Sorgen hat..
Für Deutschland wäre es besser, wenn man einfach sämtliche "Spitzen"-Politiker dort hinschickt. Wenn statt ihnen dann die Mainzer Faschingsgilde den Staat regiert, kann's auch nicht mehr schlechter werden als jetzt.


democrates
09.09.2009 00:50
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Vorspiel zum grossen Töten

Liest man den Koran als kriegsanleitendes Lehrbuch (eines mit sehr vielen Wassern gewaschenen Autors), so dürfte gerade ein strategisches Vorspiel (Finte) vorliegen.
Deutschland liegt forciert im Focus des Mohakampfleitsystems.
Nach den Monatsregeln und der aktuellen Lage dürfte wohl ein massiver Schlag auf innerdeutschem Hoheitsgebiet mit enormen Opferzahlen in Kürze folgen.

Es stellt sich zunehmend die Frage, wann die schlafwandelnden westlichen Armeen endlich beginnen werden ihren Feind zielstrategisch zu analysieren.

Antworten Gast: gast
09.09.2009 07:17
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Re: Vorspiel zum grossen Töten

Also wenn die Moslems wieder mit Terror in Europa anfangen vermute ich mal es wird über kurz oder lang den Moscheen an den Kragen gehen - wenns der Bevölkerung endgültig reicht.

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"Diesen Kampf kann man nicht gewinnen. Es ist an der Zeit, die Bundeswehr sofort aus Afghanistan abzuziehen"

die argumente, die uns bush+spießgesellen vor fast 8 jahren für den angriff präsentierten, waren ALLE erstunken und erlogen.
es ging ausschließlich um geld und macht. wie immer.

dass sich mancher/viele davon täuschen ließen, ist traurig aber teilweise (brainwash-propaganda) verständlich. warum aber auch regierungen (!!) darauf reinfallen konnten?
da muss ich (leider) spekulieren:
wohlwollend: eine art appeasement - er macht es ja sowieso. schauen wir also, dass der schaden, den der narr anrichtet, nicht ins unermessliche wächst.
weniger wohlwollend: wir wollen auch ein stück vom kuchen.

nun, beides hat sich als seifenblase und wunschdenken erwiesen.

die allierten täten gut daran, sich wenigstens jetzt, wo die milch eh schon verschüttet ist, noch rechtzeitig ein beispiel an den sowjets zu nehmen:
oder wollen sie in nicht allzuferner zukunft auch mit eingezogenem schwanz fluchtartig, von allen seiten beschossen, erst das land verlassen?

Re:

Aus Afghanistan abziehen und das Land wieder der Al-Qaida überlassen damit sie dann die dekadenten und verblödeten Europäer in die Luft sprengen können? z.B. mit den pakistanischen Atomwaffen?

Antworten Antworten Gast: schlÄchter
09.09.2009 16:51
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Re: Re:

sg herr dr. zakel!
die al quaida besteeht aus ehemaligen arabischen söldnern, die aufseten der mujaheddin und später der taliban in afghanistan zunächts gegen die russen und das kommunist. regime und dann gegen die nichtpaschtunische oft schiitisch geprägte nordallianz bkämpftenb. es sind keine afghnanen sonder gäste der paschtunen in afghanistan-pakistan. grenzgebiet. die damaligen gastgeber - die paschtunischen taliban - waren durchaus bereit die zu¿nehmend arrogant und besserwissersich auftretenden araber loszuwerden, allerdings gelten sehr strenge gastregeln. die usa wollten aber nicht auf eben von stammeshäuptlingen und clanchefs verhandeln - wollte rasch erfolge und rache.
dadurch wurde diese chance verten, die taliban und ihre schütztlinge wurden wieder eng aneinandergeschweißt.
der int. terrorimus geht nicht von den taliban sondern von eben den arabischen ex-söldnern aus.
hier liegt auch wieder die chance: die talibanvon den areabern spalten - eine zusammenarbeit verhindern. gefährlicher für basen und int. terroismus sind saudi arabien, yemen und auch somalia, arabische bruderstaaten.
pakistan ist sehr fragil, aber die stammesgebiete der paschtunen machen nur einen sehr geringen teil der bev. und fläche aus.
solange der punjab und sind einigerm. ruhig sind, kippt pakistan (noch) nicht.

mfg
s.

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bitte fallen sie nicht in die bush-propaganda-falle!

afghanistan und al kaida sind 2 völlig verschiedene dinge.
al kaida gibt es, obwohl afghanistan bombardiert und besetzt wurde, nach wie vor.
braucht al kaida die seinerzeitigen ausbildungslager? mE ganz sicher nicht: *weder haben die 9/11 leute dort das fliegen gelernt, noch ist es nötig für das erlernen von bombenbau und anderem terr. handwerk ein lager zu besuchen. dieses wissen kann man sich teilweise aus dem internet runtersaugen, oder gegenseitig in kleingruppen beibringen.
*braucht al kaida die lager zwecks motivation und indoktrination ihrer mitglieder? dafür sind sie geeignet, aber nach 8 jahren ohne lager ist mE die al kaida nicht demotiviert und -moralisiert. ansonsten wäre unsere angst davor extrem irrational.

terror KANN nicht durch armeen bekämpft werden. dafür ist im inland die polizei da, im ausland die geheimdienste. den terrorgruppen die unterstützung durch die bevölkerung zu entziehen ist letztlich eine politische aufgabe. (ich wundere mich jedesmal, wenn militärs das 'verstecken unter zivilisten' beklagen: haben sie solch eine klage jemals von der polizei gehört - der verbrecher/mörder versteckt sich auch dort -, NUR für militärs ist dieses verhalten ein problem).

all das ist nicht auf meinem mist gewachsen. schon kurz nach 9/11 haben das leute wie scholl-latour und viele andere deutlich und ausführlich gesagt.
doch die welt hat lieber auf die expertise des 'terrorexperten' rumsfeld gehört.
und jetzt haben wir den salat.
höchste zeit, neue wege zu gehen.

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