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Goldstone im Porträt: "Ein Mann von makellosem Anstand"

16.10.2009 | 17:03 |  (DiePresse.com)

In seiner Heimat Südafrika ist der Verfasser des umstrittenen Gaza-Berichts für seine Fairness bekannt. In Israel gilt der Topjurist jüdischer Abstammung hingegen als "Nestbeschmutzer".

Der Menschenrechtsexperte und Jurist Richard Goldstone ist in seiner Heimat Südafrika für seine Fairness und Ausgewogenheit bekannt. "Er ist ein Mann von makellosem Anstand", sagte sein Landsmann und Kollege Mervyn Smith, der Goldstone seit mehr als 25 Jahren kennt, kürzlich der "Los Angeles Times". "Die Tatsache, dass er jüdisch ist, beeinflusst ihn weder in die eine noch in die andere Richtung". Von Israel wird Goldstone dagegen wegen seines Berichts über Kriegsverbrechen im Gazastreifen als Nestbeschmutzer angesehen.

Nach außen kühl und taktvoll wie ein Diplomat, hat der 70-Jährige dennoch eine Passion, die ihn eigenen Angaben zufolge ein Leben lang angetrieben hat. "Was mich bewegt, ist die Auswirkung der Rechtsprechung auf Opfer. (...) Opfer sehnen sich danach, dass das ihnen widerfahrene Unrecht öffentlich anerkannt wird", sagt er in einem Interview des Videoportals. In einer Rede in Jerusalem hatte Goldstone 2000 bereits erklärt, dass sein Bestreben, "Kriegsverbrecher zur Verantwortung zu ziehen, von den Lektionen des Holocaust stammt".

Am 26. Oktober 1938 in Südafrika geboren, wurde Goldstone an der Witwatersrand-Universität zum Rechtsexperten ausgebildet. Er begann seine Laufbahn als Anwalt in Johannesburg, wurde Verfassungsrichter in seiner Heimat, bevor ihn die Vereinten Nationen zum Chefankläger der UNO-Tribunale für Kriegsverbrechen im früheren Jugoslawien und in Ruanda bestellten. Danach leitete er die internationale unabhängige Untersuchungskommission im Kosovo. Seit einigen Jahren arbeitet Goldstone als Rechtsprofessor an der New York Universität sowie der Fordham Universität, beide in New York City. Er ist Vater zweier erwachsener Töchter und hat vier Enkelsöhne.


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