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Erster Auftritt: Karadzic beharrt auf mehr Zeit für Verteidigung

03.11.2009 | 18:02 |   (DiePresse.com)

Bei seinem ersten Auftritt vor dem UNO-Tribunal drohte der mutmaßliche Kriegsverbrecher Radovan Karadzic mit weiterem Boykott. Richter O-Gon Kwon setzte das Verfahren vorläufig aus.

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Der Prozess gegen den ehemaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist am Dienstag vorläufig unterbrochen worden. Das Gericht werde die Situation "sorgfältig bedenken" und bis Ende der Woche eine Entscheidung über das weitere Verfahren fällen, sagte Richter O-Gon Kwon.

Karadzic erschien am Dienstag erstmals seit Beginn des Prozesses vor dem Haager Tribunal. Er forderte eine Unterbrechung des Verfahrens, weil er noch Monate brauche, um sich auf die Verteidigung vorzubereiten. Sonst werde er weiter fernbleiben.

Mit genau diesen Argumenten hatte Karadzic, der sich selbst verteidigt, bisher den Prozess boykottiert. "Es ist sehr bedauerlich, dass Sie hier nur Ihre bekannten Positionen wiederholt haben", sagte der aus Südkorea stammende Richter.

Prozess war "von Beginn an nicht fair"

"Ich will das Verfahren nicht boykottieren, aber ich kann nicht an etwas teilnehmen, das von Beginn an nicht fair war und wo meine Grundrechte verletzt worden sind", sagte Karadzic. Das Beweismaterial umfasst rund 1,3 Millionen Seiten.

Richter O-Gon Kwon widersprach. Karadzic habe ausreichend Zeit für seine Verteidigung gehabt. Außerdem sei es "Sache des Gerichtes und nicht des Angeklagten, zu entscheiden, wann ein Verfahren reif für die Eröffnung eines Prozesses ist".

Staatsanwältin Hildegard Uertz-Retzlaff deutete einen Kompromiss an. Falls Karadzic am Prozess teilnehmen und mit seiner Verteidigung beginnen würde, könne ihm erlaubt werden, später mehr Zeit in Anspruch zu nehmen und zusätzliche Argumente vorzubringen.

Tribunal droht mit Pflichtverteidiger

Sollte er dazu nicht bereit sein, müsse das Gericht ihm das Recht aberkennen, sich selbst zu verteidigen und einen Pflichtverteidiger einsetzen. Dann könne der Prozess auch ohne den Angeklagten weitergehen.

Ein Belgrader Rechtsberater des Haager Angeklagten hatte indes vor der Verhandlung gegenüber dem serbischen Fernsehsender B-92 angekündigt, dass Karadzic mit "radikalen Maßnahmen" auf eine eventuelle Bestellung des Pflichtverteidigers reagieren würde. Gemeint sei ein Hungerstreik.

(Ag.)

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5 Kommentare
Shaka Zulu
04.11.2009 06:48
0 2

Wir haben uns

ergoetzt wie der einst stolze Gross-Serbe vorgefuehrt wurde. Er kann trotzen, aber er sitzt - und das voraussichtlich lebenslang.

Serbien ist zu einer Mini-Republik geschrumpft und ist mittlerweile ein zu vernachlassigender Faktor im SO-Europe, und zwar ohne Kosovo. Dank der Hilfe von US, die den Balkan stabilisiert haben.

Adam
03.11.2009 15:46
0 0

-

Ich würde ihm die Zeit geben, abhauen kann er ja nicht mehr... Wozu die Eile?

Antworten Gast: gast
03.11.2009 16:13
0 0

Re: -

Weil das Gericht Angst hat, dass dasselbe passiert wie bei Milosevic. Dass sich der Prozess nämlich jahrelang hinzieht und der Angeklagte stirbt, bevor ein Urteil gefällt worden ist.

Gegen das was die Tschechen


nach dem Krieg mit der deutschsprachigen Bevölkerung gemacht haben, sind die Serben ausschließlich Waisenknaben !

Die Straffreiheit der Tschechen wird von der EU einzementiert.

Warum sollte sich also Karadzic einem Gericht stellen ?

Gleiches Recht für Alle !

PS. In Wien wird sogar ein Platz nach einem tschechischen Spion benannt.
Was soll man sich dabei denken ?


Theodoric
03.11.2009 17:51
0 0

Re: Gegen das was die Tschechen

Ich hätte zwei Vorschläge (suchen sie sich aus, was mehr Sinn macht):

1. Einen Platz nach Karadzic benennen. Zur Wahl stehen:
a) Belgrad
b) Moskau

2. Dem Modell der Franzosen folgen (hat zwar 91 Jahre gedauert, aber immerhin): diese feiern den 11. November als den Tag der Deutsch-Französichen Freundschaft.

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