Das US-Repräsentantenhaus hat den UNO-Bericht zur israelischen Offensive im Gazastreifen, der am Mittwoch in der UN-Vollversammlung debattiert wird, als unausgewogen kritisiert. Der Bericht sei es nicht wert, weiter erörtert zu werden, hieß es in einer Resolution, die die Abgeordneten am Dienstag mit 344 zu 36 Stimmen verabschiedeten.
Sie forderten US-Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton auf, sich eindeutig jeglicher Billigung des Berichts zu widersetzen. Der Fraktionschef der Demokraten, Steny Hoyer, nannte das Dokument "unfair, unausgewogen und fehlerhaft".
Israel ruft zu Boykott auf
Israel hat die Staatengemeinschaft indessen zum Boykott des Berichts aufgefordert. "Die Palästinenser manipulieren die internationalen Institutionen, um Israel zu schwächen und zu kritisieren", sagte der israelische Vize-Außenminister Danny Ajalon am Dienstag während eines Sondertreffens mit dem diplomatischen Korps in Jerusalem.
Israel befürchtet, dass der Bericht nach der Debatte in der UN-Vollversammlung dem UN-Sicherheitsrat übermittelt wird und schließlich vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gelangt.
Unverhältnismäßige Gewalt
Während der Kämpfe vom 27. Dezember bis 18. Jänner wurden 13 Israelis und rund 1400 Palästinenser getötet, darunter mehrere hundert Zivilpersonen. Dem Goldstone-Bericht zufolge wandte Israel während der Offensive im Gazastreifen unverhältnismäßige Gewalt an. Es seien willkürlich Zivilpersonen angegriffen und zivile Infrastruktur zerstört worden.
Auch bewaffneten palästinensischen Gruppen und der Hamas wird vorgeworfen, vorsätzlich israelische Zivilpersonen angegriffen und Raketen auf südisraelische Grenzorte abgefeuert zu haben.
(Ag.)

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