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Iran: Widerstand gegen Regierung flackert wieder auf

04.11.2009 | 21:09 |  Von unserem Korrespondenten Jan Keetman (Die Presse)

Während „offizielle“ Demonstranten den Sturm auf die US-Botschaft in Teheran vor dreißig Jahren feierten, gingen zahlreiche Menschen gegen ihre eigene Regierung auf die Straßen.

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Teheran/Istanbul. Ausgerechnet die Tage, an denen die iranische Republik sich auf die Schulter klopft und ein „Weiter so!“ zelebriert, sind zu Tagen des Protests geworden: Wie am „Jerusalem-Tag“ im September nutzte die Opposition gestern den „Tag der Konfrontation gegen den Weltimperialismus“ zu regierungsfeindlichen Demos. An diesem Tag gedenkt der Iran der Besetzung der US-Botschaft vor genau dreißig Jahren.

Vor der Ex-US-Botschaft versammelten sich wie jedes Jahr tausende regimetreue Demonstranten mit Plakaten, auf denen in Persisch und Arabisch „Tod Amerika!“ steht– und etwas diplomatischer auf Englisch „Down with US!“ Etwa eineinhalb Kilometer davon entfernt hatte sich freilich eine ganz anders gesinnte Menge eingefunden. Sie rief „Tod dem Diktator!“

Prügeleien und Schüsse

Auf einer oppositionsnahen Webseite war ein wohl mit einem Handy aufgenommenes Video davon zu sehen, das Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften zeigt. Menschen fliehen, offenbar werfen Demonstranten etwas. Man hört Schüsse, wahrscheinlich sind es nur Warnschüsse oder das Abfeuern von Tränengasgranaten.

Die Polizei setzte, unterstützt von teils auf Motorrädern herumfahrenden Mannen der Basij-Miliz, Tränengas und Knüppel ein. Wirbel gab es auch am zentralen Firdouz-Platz. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen. Die Miliz soll das Haus von Oppositionsführer Mir Hussein Moussavi umstellt haben, um ihn daran zu hindern, an der Demonstration teilzunehmen. Ein anderer Führer der Opposition, der 72-jährige Geistliche Mehdi Karroubi, nahm kurz an der Demo teil, angeblich soll er geschlagen worden sein.

Massive Einschüchterungen

Nach offiziellen Angaben waren nur 200 Menschen bei regierungsfeindlichen Kundgebungen. Die wirkliche Zahl dürfte höher sein. Augenzeugen sprachen von etwa 1000. Aber allein die Tatsache, dass ein halbes Jahr nach der umstrittenen Wiederwahl Mahmoud Ahmadinejads zum Präsidenten weiter gegen ihn demonstriert wird, spricht für sich. So etwas hat es in 30 Jahren Islamischer Republik nicht gegeben.

Dabei wurde alles getan, um die Demonstranten einzuschüchtern. Die Revolutionsgarden hatten vor dem Jahrestag der Botschaftsbesetzung zur Wachsamkeit gegen „Pläne feindlicher Agenten“ aufgerufen und angekündigt, „ablenkende Parolen“ würden nicht geduldet.

Regime weiter gewaltbereit

Dass das Regime Proteste mit Gewalt zu unterdrücken bereit ist, hat es zur Genüge gezeigt. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen wurden rund 4000 Demonstranten festgenommen, etwa 200 sind noch in Haft, gegen drei wurde die Todesstrafe verhängt. Im Sommer wurden mindestens 30, laut Opposition 79 Demonstranten getötet. Einige starben wahrscheinlich durch Folter.

Prominente Oppositionelle stehen vor Gericht. Doch an die oberste Spitze der Opposition, die unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Moussavi und Karroubi und die Ex-Präsidenten Mohammed Khatami und Ali Akbar Rafsanjani, wagte man sich nicht heran. Nur Karroubi soll vor einem Gericht für Geistliche angeklagt werden, da er behauptete, Demonstranten beiderlei Geschlechts seien nach der Festnahme vergewaltigt worden. Doch er ist weiter in Freiheit.

AUF EINEN BLICK

Dreißig Jahre nach der Erstürmung der US-Botschaft in Teheran am 4.November 1979 gab es gestern in Teheran zwei Demonstrationszüge. Der eine – angeführt von Loyalisten der Regierung – erinnerte an die Ereignisse von damals. Der andere– organisiert von Gruppen rund um den unterlegenen Präsidentschafts

kandidaten Mir Hussein Moussavi – ist das erste Aufflackern von Oppositionsprotest seit September. Damals fanden ebenfalls Proteste im Windschatten eines „offiziellen“ pro-palästinensischen Aufmarsches statt. Der Iran wird seit den Präsidentenwahlen im Juni immer wieder von Unruhen erschüttert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 5. November 2009)

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12 Kommentare
Gast: alibaba
05.11.2009 22:21
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Neuanfang

ich bin für einen atomaren krieg, wo es keine überlebenden geben sollte , wieso ?

keine menschen, keine probleme.

nach einer evolution von einigen milliarden jahren können wir wieder WoW spielen.

und die ratten wären endlich ganz oben auf der nahrungsmittelkette.

vielleicht bekommen wir dann ein leben ohne atombomben ...


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Alles was die Welt so braucht: eine fanatisch isl amis tische Diktatur mit Atombo mben


Antworten Gast: STFU
05.11.2009 10:42
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Re: Alles was die Welt so braucht: eine fanatisch isl amis tische Diktatur mit Atombo mben

Und für was brauchen die NA(zional)ZI(onisten) geschätzte 300 Atombomben, mit und ohne denen die Na-zis (siehe oben) seit 1946 die Region geiseln?

Antwort!

hw
05.11.2009 09:51
0 0

Re: Alles was die Welt so braucht: eine fanatisch isl amis tische Diktatur mit Atombo mben

wozu brauchen die anderen länder atombomben, wenn sie versichern diese sowieso nie einzusetzen?

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Re: Re: Alles was die Welt so braucht: eine fanatisch isl amis tische Diktatur mit Atombo mben und deren "Versteher"


Gast: Gast
05.11.2009 07:00
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Weiterhin Widerstand gegen das Mullah-Regierung


Vertreter der „Kritischen Islamkonferenz“ riefen schon vor Wochen zu „Solidarität mit der iranischen Oppositionsbewegung“
auf.

In der von Ralph Giordano, Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime), Hartmut Krauss (Zeitschrift Hintergrund), Michael Schmidt-Salomon (Giordano Bruno Stiftung) unterzeichneten Erklärung heißt es, die Menschen im Iran hätten

„ein Recht auf umfassenden Widerstand gg das staatsislamistische Terrorregime und für eine säkular-demokratische Umwälzung der bestehenden Herrschaftsverhältnisse“.

Die deut. Bundesregierung wurde szt in der Erklärung aufgefordert,
„die Wahl Ahmadinedjads nicht anzuerkennen, sich für schärfere Sanktionen gg den Gottesstaat einzusetzen.“

Die polit. und wirtschaftl. Beziehungen zum Iran sollten baw vollständig eingefroren werden.
Als „bezeichnend“ werteten es die Vertreter der „Kritischen Islamkonferenz“,
dass die von der offiziellen
„Deutschen Islamkonferenz“ hofierten MUSLIMVERBÄNDE
SICH nachm wie vor hartnäggig WEIGERN, DIE MenschenrechtsVERLETZUNGEN im Iran ZU VERURTEILEN und EINE entsprechende ERKLÄRUNG ZU UNTERZEICHNEN:

„DIESEN KRÄFTEN GILT ES fortan DIE öffentl. UNTERSTÜTZUNG ZU ENTZIEHEN UND SIE endlich ALS DAS ZU BEGREIFEN, WAR SIE
jenseits aller rhetorischen Floskeln
IN WAHRHEYT SIND:
PROTAGONISTEN der Gegenaufklärung und DER DESINTEGRATION.“

http://www.blick.ch/news/fam/freiheit-fuer-die-moscheen-131707" target="_blank">http://www.blick.ch/news/fam/freiheit-fuer-die-moscheen-131707

http://www.neo-liberalismus.de/forum/messages/4561.html
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hw
05.11.2009 01:08
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was soll man denken

man will ans öl und gas.
alle anderen staaten, wos teilweise schlimmer zugeht, sind den medien (sorry machthaber)wurscht. die medien hier mögen zwar frei sein, aber um so mehr manipuliert.

ich will damit sicher nicht die iranischen machthaber belobigen. aber bevor man jetzt ueber den iran herzieht, solltem man den scherbenhaufen im irak wieder in ordnung kriegen. wäre mal schön dazu eine objektiven bericht (vorher nachher) zu bekommen!

Gast: Fidel Gastro
04.11.2009 23:18
1 0

"... offenbar werfen Demonstranten etwas ..."

"Auf einer oppositionsnahen Webseite war ein wohl mit einem Handy aufgenommenes Video davon zu sehen ..."

Ich lach mich krumm - bei einem so plumpen Propagandaversuch lachen doch die Hühner vom Atlantik bis zum Ural ...

Wieso nehmt ihr nicht ein Foto von den linken Maikrawallen in Berlin und setzt den Antifa-Steinewerfern in Photoshop grüne Turbane auf? Das hätte wesentlich mehr Unterhaltungswert ...

;-)

Gast: STFU
04.11.2009 21:18
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Der Mainstream kotzt mich an

scusi.twoday.net/stories/6025790/

Gast: STFU
04.11.2009 20:01
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hw
05.11.2009 01:13
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Re: Weltklasse

wenn sie menschen am reden und nicht am tun beurteilen, sind die völker für ihre pleiten aber schon selber schuld.

ich glaube nämlich gar nicht, dass regierungsmitglieder so über alles bescheid wissen.

Antworten Antworten Gast: STFU
05.11.2009 06:53
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Re: Re: Weltklasse

Die Völker bzw. ein Großteil des Volkes tut mir leid, da sie im "Schafsmodus" durch die Geschichte taumeln nur weil ein paar den Hals nicht voll genug kriegen können.

Das was bis jetzt getan wurde, reicht für meine Unzufriedenheit über das Handeln der Lenker.

Und das ging schon rel. früh los.....

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