Der tödliche Anschlag auf ein UNO-Gästehaus in Kabul hat Folgen: Bis zu 900 internationale Mitarbeiter der Vereinten Nationen müssen die Region verlassen. Die meisten werden nach Angaben der UNO vorübergehend an sicherere Orte innerhalb Afghanistans gebracht. Manche sollen auch das Land verlassen, sagte Der Chef der Afghanistan-Mission, Kai Eide, am Donnerstag in Kabul.
"Wir sprechen nicht von einem Rückzug und auch nicht von Evakuierung", erläuterte der norwegische Diplomat. Die Auslagerung soll drei bis vier Wochen dauern. Man wolle die Lage beobachten und das abgezogene Personal erst wieder nach Kabul schicken, wenn ihre Sicherheit gewährleistet sei.
Arbeit soll nicht betroffen sein
Die Arbeit der UN in Afghanistan soll davon nicht beeinträchtigt werden. Die überwiegende Mehrheit der UNO-Mitarbeiter im Land, 80 Prozent, sind Afghanen, die von der Maßnahme nicht betroffen sind. Hilfsgüterlieferungen und ähnliches werden durchwegs von lokalen Mitarbeitern durchgeführt.
Die 1300 ausländischen UNO Mitarbeiter lebten bisher in mehr als 90 Gästehäusern in Kabul verstreut. Für sie sollen jetzt besser gesicherte Quartiere gefunden werden. Radikal-islamische Taliban hatten Ende Oktober bei einem Angriff auf ein Gästehaus der Vereinten Nationen fünf ausländische UNO-Mitarbeiter getötet.
(Ag./Red.)

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