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UNO-Tribunal bestellt Pflichtverteidiger für Karadzic

05.11.2009 | 16:04 |   (DiePresse.com)

Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Radovan Karadzic darf sich nicht mehr selbst verteidigen. Das UNO-Tribunal hat ihm einen Plichtverteidiger zugewiesen. Der Prozess wird erst im März fortgesetzt.

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Der wegen Völkermordes angeklagte einstige Serbenführer Radovan Karadzic darf sich nicht mehr selbst vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verteidigen. Der Gerichtshof wies ihm einen Pflichtanwalt zu. Es reagierte damit auf den Boykott des Verfahrens durch Karadzic. Der Prozess wird bis zum 1. März 2010 vertagt, da sich der Pflichtverteidiger erst einarbeiten muss.

Eigentlich hätte bereits am gestrigen Mittwoch die erste Zeugenanhörung stattfinden sollen. Der Prozess hatte am 26. Oktober in Abwesenheit des Angeklagten begonnen. Karadzic boykottierte den Prozess mit dem Argument, er habe nicht genug Zeit gehabt, um seine Verteidigung vorzubereiten.

"Verfahren von Beginn an nicht fair"

Am Dienstag erschien er erstmals seit Beginn der Verhandlung vor Gericht und wiederholte seine Kritik am Verfahren: Es sei von Beginn an nicht fair gewesen, seine Grundrechte seien verletzt worden. Er benötige mehr Zeit. Der Vorsitzende Richter O-Gon Kwon wies die Einwände des Angeklagten zurück, unterbrach aber den Prozess, um über das weitere Vorgehen zu beraten.  

Karadzic, früherer Präsident der bosnisch-serbischen Republika Srpska, ist wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen während des Bosnien-Krieges in elf Fällen angeklagt. Das schwerste Einzelverbrechen ist das Massaker von Srebrenica, wo serbische Truppen 8000 bosnische Muslime ermordeten.

(Ag.)

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8 Kommentare
Theodoric
05.11.2009 21:29
0 0

Korrekt gehandelt ...

... zwar bekommt Karadzic nun über einen Umweg das, was er wollte - den Prozessaufschub und somit mehr Zeit zur Vorbereitung - dafür muss er die "Krot" eines Pflichtverteidigers schlucken ... und alleine steht es sich halt doch schöner auf dem Altar/Schafott der Weltgeschichte (je nach Blickpunkt). Eine mutige und korrekte Handlung des ICTY. Ausserdem beruhigt es, dass Karadzic recht gesund dreinschaut ... und falls nicht, kann er ja in seine Jekyll/Hyde Rolle schlüpfen und sich per Naturheilkunde des Dr. Dabic selbst behandeln ...
@ Joe1000: die Geschichte überrollt manche Argumente.

Shaka Zulu
06.11.2009 07:00
0 0

@Theodoric

Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Nich nur Karadzic, sondern der gemante Gross-Serbische Kluengel stehen hier vor Gericht, je laenger desto besser.

Gast: Aca Rankovic
05.11.2009 20:04
0 0

Falsch:

Sie sind unzureichend informiert oder versuchen Ihre Leser unzureichend zu informieren. Karadzic darf sich sehr wohl selbst verteidigen. Der Pflichtanwalt soll ab März 2010 übernehmen, wenn Karadzic nicht vor Gericht erscheint. Der Prozess wurde aufgeschoben:

zB hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,659580,00.html

oder hier

http://www.balkaninsight.com/en/main/news/23461/ 5.11.2009

Theodoric
05.11.2009 22:33
0 0

Korrekt!!

Dieser Artikel ist tatsächlich irreführend! Und für die Presse peinlich schlecht recheriert. Sollte korrigiert werden.

Ein Blick auf die ICTY Homepage zeigt (http://www.icty.org/sid/10262):

"However, considering the fundamental nature of the right to self-representation the Accused will continue to represent himself, including by dealing with the day-to-day matters that arise, such as the filing of motions and responses to motions filed by the Prosecution, and further preparing himself for the trial.

Should the Accused continue to absent himself from the resumed trial proceedings in March, or should he engage in any other conduct that obstructs the proper and expeditious conduct of the trial, he will forfeit his right to self-representation, no longer be entitled to assistance from his assigned defence team, and the appointed counsel will take over as an assigned counsel to represent him, the Trial Chamber found. "

Heisst: ein Verteidiger bereitet sich AUF DEN FALL VOR dass Karadzic weiterhin die Zusammenarbeit mit dem Gericht verweigert - dieser erhält bis 1. März Vorbereitungszeit für seinen ggf. stattfindenden Einsatz. Diese Zeit gewinnt Karadzic somit ebenfalls, sollte er allerdings ab dem 1. März weiterhin unkooperativ sein, wird der Verteidiger aktiv.

Richtig berichtet weiters: IHT
http://www.nytimes.com/2009/11/06/world/europe/06karadzic.html?_r=1&ref=global-home

Schade Presse! Schlecht recherchiert!!!

Gast: edu
05.11.2009 17:55
1 0

Richtig so !

Schnell weiter mit dem Prozess und danach ab für immer ins Gefängnis! Was anderes hat dieses Monstrum nicht verdient.

Shaka Zulu
05.11.2009 16:29
0 1

Wir haben uns

ergoetzt wie der einst stolze Gross-Serbe am Dienstag vorgefuehrt wurde. Er kann trotzen, aber er sitzt - und das voraussichtlich lebenslang. Jetzt dunstet er halt bis Maerz, bis es weitergeht und er seinem Urteil entgegensieht.

Serbien ist ziemlich geschrumpft und jetzt ist auch der Kosovo weg. Dank der Hilfe von US , die den Balkan stabilisiert haben.

richard
06.11.2009 07:43
0 0

Re: Wir haben uns

Die Stabilisierung des Balkans ist fragwürdig: 1. Es sind 2 mohamedanische Staaten auf dem Balkan entstanden, die uns noch großes Kopfzerbrechen bereiten werden. Einer dieser beiden Staaten ist jedoch aufgrund des serbischen Vetos auf Dauer de facto unregierbar und der Abgabe von Macht an eine mohamedanisch dominierte Zentrale werden die Serben wohl nie zustimmen. 2. Es sind bisher nur Serben aber kaum Mohamedaner verurteilt worden - offensichtliche Kriegsverbrecher sogar freigesprochen worden. Der Verdacht von Politurteilen liegt nahe und aus Karadzic & Co. werden dort Märtyrer. Irgendwann kommt ein neuer Karadzic. 3. Es sind noch immer alle Mujahedins aus Syrien, Ägypten und anderen islamischen Staaten in Bosnien und werden auf kurz oder lang auch bei uns landen. Diese Extremisten werden auch versuchen den Staat Bosnien vollständig zu islamisieren. Summa sumarum: Nix is stabilisiert, außer einem zukünftigen Konflikt. Wer weiß, vielleicht stehen dann dieses Mal die Russen voll hinter Serbien und das kann sich auch durchaus zu einem größeren Konflikt entwickeln in dem dann auch die USA und EU mit dabei sein werden. Das Pulverfaß Balkan ist wieder aktuell.

Shaka Zulu
06.11.2009 14:03
0 0

@Richard

richard, das Problem sind nicht die moslemischen Staaten in Europa an sich sondern der extremistische Einfluss. (das sind wohl die sunnitischen Wahabiten). Mustafa Ceric (GrossMufti von Bosnien ist besipielsweise sehr weiser und gemaesigter Mann). Auch Hitler und Milosevic waren keine Muslime, Milosevic, Karadcic&Co haben sich sogar in serbisch-orthotoxed Kirchen herumgetrieben und wurde dort herzlichst behandelt. M. E. haben muslimische Staaten oder Buerger in Europe ihre berechtigung, muessen sich aber auf legalem Grund Bewegen.

ad Serben: die haben Hunderttausende am Gewissenund tragen wohl die Haupt-Schuld Unbestritten ist, dass es bei kroaten und Bosniaken Uebergirffe gegeben hat, die zu verfolgen sind.... zahlenmaessig garantiert nicht Relation zu dem was die Serben angerichtet haben.

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