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UNO fordert Kampf gegen afghanische Korruption

07.11.2009 | 10:22 |   (DiePresse.com)

Der UN-Sicherheitsrat will von Präsident Karzai Maßnahmen gegen Drogenhandel, Vetternwirtschaft und Korruption sehen. Afghanistan reagiert empört auf die Vorwürfe.

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Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den im Amt bestätigten afghanischen Präsidenten Hamid Karzai aufgerufen, die Korruption und den Drogenhandel stärker zu bekämpfen. In einer am Freitag in New York veröffentlichten Erklärung verlangte das Gremium von der neuen Regierung, sich aktiv um die Probleme der Bevölkerung - wie die Frage der Sicherheit und den wirtschaftlichen Aufbau - zu kümmern. Die Lebensbedingungen der Menschen sollten verbessert werden. Die Mitglieder des Sicherheitsrats beglückwünschten die Bevölkerung für ihr aktives Engagement und ihre Teilnahme an den Wahlen.

Afghanistan hat empört Vorwürfe gegen Präsident Karzai zurückgewiesen. Solche Aussagen "widersprechen den anerkannten internationalen Normen", erklärte das Außenministerium am Samstag in Kabul. Zudem werde mit den Vorwürfen die afghanische Souveränität verletzt.

Laut dem Korruptionsbekämpfungsnetzwerk Transparency International gehört Afghanistan zu den fünf korruptesten Ländern der Erde. Karzai selbst hatte am Dienstag für seine zweite Amtszeit eine bessere Regierungsführung versprochen und das Problem eingestanden: "Afghanistan ist von der Korruption beschmutzt worden. Unsere Regierung ist von der Korruption beschmutzt worden", sagte der Präsident bei seinem ersten Auftritt nach seiner umstrittenen Ausrufung zum Wahlsieger.

Umstrittener Wahlsieg

Karzai war am Montag nach wochenlangem Chaos und dem Rückzug seines Konkurrenten Abdullah Abdullah vor der geplanten Stichwahl am 7. November von der umstrittenen Wahlkommission (IEC) zum Sieger der Wahl erklärt worden. In der ersten Wahlrunde am 20. August bekam Karzai nach Worten des IEC-Chefs Asisullah Ludin mit 49,67 Prozent der Stimmen die Mehrheit. Karzai wichtigster Gegenkandidat, der ehemalige Außenminister Abdullah, war auf 30,59 Prozent der Stimmen gekommen.

Da Karzai bei der Stichwahl keinen Gegenkandidaten mehr hatte, beschlossen die IEC-Mitglieder einstimmig, dem Amtsinhaber den Sieg zuzuerkennen.

Guttenberg fordert klare Schritte

Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) forderte von Karzai ebenfalls klare Schritte zur Bekämpfung des Drogenhandels und der Kriminalität in seinem Land. Die "fraglos vorhandenen" Probleme in Afghanistan dürften nicht verschwiegen werden, sagte Guttenberg der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe).

Es habe lange dauert, bis sich die internationale Gemeinschaft von dem "hehren Traum" einer sofortigen Demokratisierung Afghanistans nach westlichen Maßstäben verabschiedet habe. Derzeit befinde sich das Land in einer "Phase des Übergangs", sagte der Minister. Eine "Übergabe in Gesamtverantwortung" an die Afghanen werde das Ende des Militäreinsatzes in dem Land bedeuten.

Für diesen Übergang müssten nun klare Ziele und Bewertungsmaßstäbe gesetzt werden, sagte Guttenberg. Diese sollen nach Einschätzung des Ministers von der geplanten internationalen Afghanistan-Konferenz festgelegt werden, die so bald wie möglich einberufen werden solle.

 

(Ag.)

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4 Kommentare
Kantig
09.11.2009 10:46
0 0

Danach beginnt nun Afghanistan in Wien?


Gast: IAIS
08.11.2009 18:05
1 0

UNO fordert Kampf gegen europäische Korruption

...wär sicher auch toll..

0 0

Maßnahmen gegen Drogenhandel, Vetternwirtschaft und Korruption

Na, das ist ja mal wieder eine ganz tolle Idee: von den Afghanen Maßnahmen gegen Drogenhandel, Vetternwirtschaft und Korruption zu fordern! Das ist in etwa so realistisch wie von den Taliban zu fordern, auf Gewalt zu verzichten. Das kommt wohl dann als nächstes.

Der Drogenanbau und -handel ist so ziemlich die einzige, auf jeden Fall aber lukrativste Einkommensquelle für weite Kreise der Bevölkerung. Wieso sollte da irgend jemand drauf verzichten wollen? Es gibt ja auch niemanden, der das durchsetzen könnte.

Vetternwirtschaft -- ohne jemand zu nahe treten zu wollen, aber in einer Clan- bzw. Stammesgesellschaft ist das der Normzustand. So funktioniert diese Gesellschaft!

Und Korruption ist ja nun auch Definitionssache. Auf jeden Fall kann man einem Polizeibeamten, der kein oder nur unregelmässig Gehalt erhält, nicht verdenken, dass er seine Familie durchbringen will. Von der Großkorruption mal ganz abgesehen.

Also alles in allem eine völlig aberwitzige Forderung an den völlig falschen Mann. Wer Wahlen in großem Stil fälscht und sich die Unterstützung von Drogenbaronen, Warlords und sonstigen Stammesgranden sichert, der ist wirklich nicht in der Lage, diese Forderungen zu erfüllen.

Warum verlangen wir nicht gleich, dass Afghanistan so funktioniert wie unsere Gesellschaft? Die UNO beweist ihre Kompetenzlosigkeit ein ums andere Mal und ist dabei dermaßen von Freiheitsfeinden und Diktaturen dominiert, dass solche Forderungen ihnen eigentlich im Halse stecken bleiben müssten.

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Zuerst müssen die Amerikaner die Zahlungen an die Karzai Familie stoppen!

Warum bezahlen denn eigentlich die Amerikaner die Familie des Staatsprasidenten?

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