Das brasilianische Sicherheitskabinett sucht derzeit einen "falschen Lula". Dabei handelt es sich um einen geschickten Stimmenimitator, der als "Präsident Luiz Inácio Lula da Silva" in mehreren Ländern Radiointerviews gab. In einer E-mail wurde der vermeintliche Staatschef verdutzten Redakteuren unter anderem in Australien und Angola als Gesprächspartner zum Thema Rio de Janeiro und Olympia 2016 angeboten. Die E-mail wurde nach Medienangaben vom Wochenende von einem ebenso falschen "Präsidentenberater Caio Martins" verfasst.
Mit typisch rauchiger Stimme, markanten Sätzen und ohne Punkt und Komma beteuerte "Senhor Presidente" in einem 23 Minuten langen Interview mit einer portugiesischsprachigen Redakteurin des Senders SBS in Australien, wie sehr er sich über die Wahl Rios als Olympiastadt freue. "Ich möchte die ganze Welt küssen und alle Brasilianer." Dies hätte auch der echte Lula sagen können, der sich aber während dieses Telefonats gerade auf dem Rückweg von Großbritannien befand. Der Redakteurin kam schon die E-mail verdächtig vor, und sie informierte die brasilianische Regierung, die die Täuschung aufdeckte. Das Interview wurde nicht gesendet.
In den portugiesischsprachigen Ländern Mosambik und Angola ging der falsche Lula dagegen "on air". Teile des Interviews sind auf dem Internetportal "Youtube" zu hören. Hinter der Aktion soll der Stimmenimitator eines Radiosenders aus Sao Paulo stecken. Auch er dürfte demnächst wohl einen Anruf von einem Berater des Präsidenten bekommen, diesmal aber von einem "echten".
(Ag. )

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