09.02.2010 23:36 | Meine Presse Merkliste0

China: Dissident zu drei Jahren Haft verurteilt

23.11.2009 | 13:23 |   (DiePresse.com)

Der bekannte Bürgerrechtler Huang Qi ist wegen "illegalen Besitzes von Staatsgeheimnissen" verurteilt worden. Er hat sich für die Opfer des Erdbebens in Sichuan eingesetzt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der chinesische Bürgerrechtler Huang Qi ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der südwestchinesischen Stadt Chengdu befand den 46-Jährigen des "illegalen Besitzes von Staatsgeheimnissen" für schuldig. Das berichtete "Chinese Human Rights Defenders" (CHRD) am Montag.

Die Menschenrechtsorganisation geht davon aus, dass das Urteil mit seinem Einsatz für Familien zusammenhängt, deren Kinder bei dem schweren Erdbeben in Sichuan im Mai 2008 in Schulen ums Leben gekommen sind. Nach dem Erdbeben hatte Huang über die Proteste der empörten Eltern, die bauliche Mängel und Korruption als Grund für die Einstürze anprangerten, berichtet. Er gab auch ausländischen Reportern Interviews. 

Huang war bereits von Februar 2003 bis Juni 2005 wegen "Anstiftung zum Sturz der Staatsgewalt" in Haft gesessen und nahm danach seine Menschenrechtsaktivitäten wieder auf. Im Juni 2008 wurde er wieder in Haft genommen.

Vorwürfe nicht näher ausgeführt

Der Richter des Wuhou-Bezirksgerichts warf Huang nach Angaben seiner Frau Zeng Li vor, drei Dokumente einer Stadtregierung besessen zu haben. Der Richter habe aber nicht begründet, warum sie als "Staatsgeheimnis" eingestuft würden. Zeng kritisierte, während des ganzen Verfahrens hätten Anklage und Gericht nicht ausgeführt, welche Staatsgeheimnisse Huang besessen haben soll. Nach ihrer Überzeugung werde er in Wirklichkeit für seine Beschäftigung mit den Folgen des Erdbebens und anderen Themen bestraft.

Amnesty International erklärte, das Urteil beziehe sich auf zwei Dokumente der Stadtverwaltung, die in Huangs Wohnung gefunden worden seien. Der Menschenrechtsaktivist sei ein Opfer der ungenauen chinesischen Gesetzgebung über Staatsgeheimnisse, die den Behörden weiten Auslegungsspielraum ließen. Ein Gerichtssprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Fall ab.

Huangs Anwalt Mo Shaoping beharrte auf der Unschuld seines Mandanten. "Wir erkennen dieses Urteil nicht an", sagte er.

Huang Qi wurde durch seine Webseite bekannt, die anfangs Informationen über Menschenschmuggel enthielt und später auch über Ungerechtigkeiten und Klagen von Bürgern gegen Behörden berichtete. Der 46-Jährige betrieb auch ein eigenes Menschenrechtszentrum.

 

(Ag.)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
Gast: Franz
23.11.2009 14:25
3 0

Susanne Winter auf Chinesisch.

Wir brauchen uns da wirklich nicht über andere Länder aufregen.

Antworten Gast: frau holle
23.11.2009 20:11
0 2

Re: Susanne Winter auf Chinesisch.

Mein Gott, Sie mit der Frau Winter verstehen wirklich rein GAR nichts von China. Sie verstehen lediglich chinesisch. Waren Sie schon jemals dort ? Haben Sie sich mit Chinesen unterhalten ? Wissen Sie wie es dort ist zu leben ?

Re: Susanne Winter auf Chinesisch.


Vollkommen richtig, bei uns gibt es sogar noch wesentlich schlimmere Beispiele !

Bei uns wird man auch für das Schreiben unangenehmer Bücher für viele Jahre eingesperrt !