Zu Beginn seines Antrittsbesuchs in Israel hat Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle in Jerusalem der sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden gedacht. In der Gedenkstätte Yad Vashem entzündete er am Montag eine Mahnflamme und legte einen Kranz nieder. Anschließend schrieb er ins Gästebuch: "Wir werden nicht vergessen, unsere Verantwortung bleibt, unsere Freundschaft wächst".
Zuvor hatte sich Westerwelle mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu getroffen. Das einstündige Gespräch wurde in der deutschen Delegation als "intensiv und sehr freundlich" beschrieben. Themen waren der Nahostkonflikt, der Atomstreit mit dem Iran und Finanzfragen.
Kritik an Siedlungspolitik
Vor Beginn seiner Reise am Montag sprach sich Westerwelle klar für den Stopp des israelischen Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten aus. Deutschland bekenne sich zur sogenannten Road Map, die vorsehe, dass Israel auf dem Weg zum Frieden seine Siedlungspolitik einfriere, sagte der Vizekanzler.
Er sprach sich für eine gerechte Zwei-Staaten-Lösung aus. Israel habe das "Recht auf sichere Grenzen", sagte er am Montag unmittelbar vor dem Abflug in Berlin. Zugleich hätten auch die Palästinenser das "Recht darauf, einen eigenen Staat zu haben". Westerwelle fügte hinzu: "Wir haben als Deutsche eine besondere Verantwortung gegenüber Israel."
Westerwelle wird auf der Reise von der Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, begleitet. Die Reise dient auch der Vorbereitung der gemeinsamen Kabinettssitzung von deutscher und israelischer Regierung.
(Ag.)

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