09.02.2010 23:04 | Meine Presse Merkliste0

Lautsprecher des Anti-Obama-Senders

28.11.2009 | 18:49 |  von THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Das Network Fox Newstrommelt gegen den US-Präsidenten. Von allen Obama-Kritikern haut Beck neben dem bulligen Radiorabauken Rush Limbaugh am lautesten auf die Pauke. Ein politischer "Clown".

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Servilere Stichwortgeber als die schaumgebremsten Starmoderatoren von Fox News konnte sich Sarah Palin nicht wünschen. Abend für Abend feuerte die „Evita Perón der Republikaner“, so die „Washington Post“, in einer mehrteiligen Serie ihre populistischen Salven in den Talkshows von Sean Hannity, Bill O'Reilly und Greta Van Susteren ab. Es war eine medial-politische Symbiose ganz im Sinne des Medienmoguls Rupert Murdoch, des Eigentümers von Fox News und dem Buchverlag Harper Collins, in dem Palins Autobiografie „Going Rogue“ erschienen ist. Dank der extensiven Promotion setzte die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin allein in der ersten Woche 700.000 Exemplare ab. Nur Bill Clinton hat mit seinem Memoirenband noch größere Zugkraft bewiesen.

Ein Markenname des konservativen Kabelsenders fehlte in dem Interviewreigen mit dem Shootingstar aus Alaska: Glenn Beck, der Bestseller zuletzt quasi aus dem Ärmel geschüttelt hat und selbst als Senkrechtstarter in der TV-Welt aufgetaucht ist. Fox News hatte den Radiomoderator erst im Vorjahr von den Headline News des Konkurrenzsenders CNN abgeworben.

Innerhalb weniger Monate hat sich Beck in der eher undankbaren Vorabendleiste mit seinen schrägen Verschwörungstheorien und bizarr-tränenseligen Einlagen zum Publikumsliebling mit Einschaltquoten von bis zu drei Millionen Zusehern etabliert. Er ist drauf und dran, O'Reilly den Rang als Galionsfigur abzulaufen. Von allen Obama-Kritikern haut Beck neben dem bulligen Radiorabauken Rush Limbaugh am lautesten auf die Pauke.

Während Palin mit ihrem Buch durch Smalltown-Amerika tingelt, hielt Beck in The Villages, einem Ferienort in Florida, eine politische Kundgebung ab, in der er gegen die Regierung zu Felde zog. Schon im Frühjahr hatte er mitgeholfen, die „Tea-Party“-Bewegung ins Leben zu rufen, die in Protestaktionen die vermeintliche Steuerverschwendung in Washington anprangerte. Im Sommer schließlich focht er den Widerstand der konservativen Basis gegen die Gesundheitsreform an, der sich in Dutzenden Bürgerversammlungen manifestierte. Als er dann den Präsidenten als „Rassisten“ attackierte, hat er jedoch den Bogen überspannt. „Time“ porträtierte ihn in einer Titelstory als „Mad Man“.


Obamas „Heulsusen“. In der Folge erklärte das Weiße Haus Fox News den Krieg und umging den Sender konsequent. Dabei hatte sich Barack Obama vor der Präsidentschaftswahl 2008 im New Yorker Nobelhotel Waldorf Astoria mit Murdoch getroffen, um – wie einst Tony Blair – Stimmung für sich zu machen. Vergebens. Der Fernsehsender fungiere als Kommunikationsabteilung der Republikanischen Partei, kritisierten die Obama-Leute – was ihnen von Fox News prompt den Konter eintrug, sie seien „Heulsusen“. Selbst die Konkurrenz wunderte sich über die Larmoyanz im Weißen Haus. Der TV-Kanal trug die Kritik indessen wie einen Orden, empfindet er sich doch als einzige Gegenstimme im Meer der liberalen, Obama-hörigen Mainstreammedien.

Um Beschwerden entgegenzunehmen, ließ Beck im Studio einen roten Telefonapparat installieren. Der 45-jährige Ex-Alkoholiker, der zu den Mormonen konvertiert ist, versteht sich eher als Agitator denn als Moderator, als Sprachrohr einer ohnmächtigen Masse und Entertainer. „Ich bin ein Rodeo-Clown.“ In jungen Jahren war ihm der geniale Radiomanipulator Orson Welles ein Vorbild, jetzt ist es Howard Beale, der zornige TV-Prediger aus „Network“, einer Filmsatire über das zynische Nachrichtenbusiness.

Auf einer Schultafel rechnet der Untergangsprophet der Nation grimassierend die Schuldenmisere vor. „Ich habe Angst. Ihr solltet auch Angst haben“, stachelt Beck seine Zuschauer auf. „Irgendetwas fühlt sich hier nicht richtig an.“ Seine mitunter hysterischen Auftritte haben das Multitalent – er geht auch als kabarettistische One-Man-Show auf Tournee – zum Lieblingsobjekt von Satirikern à la Jon Stewart gemacht. Stephen King ernannte ihn zum „geistig behinderten jüngeren Bruder Satans“. MSNBC, der liberale Gegenpart von Fox News, proklamierte ihn zum idealen Vizepräsidentschaftskandidaten Sarah Palins – und das war keineswegs nur als Witz gedacht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.11.2009)

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17 Kommentare
vinniepaz
24.12.2009 22:44
0 0

Noch mal an den/die Zeilinger

http://www.youtube.com/watch?v=a2mhpqCPpuE

Vielleicht sollten Sie sich das mal ansehen.

vinniepaz
24.12.2009 22:36
0 0

@Zeilinger

Sie sollten sich, vielleicht um einen "fair and balanced view" Bezug zu bekommen, Jon Stewarts Daily Show. Da kann man auch lachen ;)

Dunkelheit
24.12.2009 19:16
1 0

wenn man Fox betrachtet

dann kommen einem Zweifel an der Pressefreiheit auf

Bombur
29.11.2009 12:29
1 0

Glenn Beck sowie der ganze FOX News Sender....

haben nichts mit professionellen Nachrichten zu tun. Es handelt sich hierbei um das republikanische Sprachrohr und nicht um Nachrichten.
Dort wird ohne Fakten, Hass und Angst geschührt und die Nachrichten selbst erzeugt. Das mag vielleicht Strache Anhängern gefallen aber es ist nicht wünschenswert so einen Sender in Österreich/Europa zu haben.

FOX News ist reine Show und hat mit Nachrichten genausoviel zu tun wie die Bild Zeitung.

dihaus
29.11.2009 21:35
1 1

Re: Glenn Beck sowie der ganze FOX News Sender....

Sie klingen ganz so als ob Sie entweder noch nie FOX gesehen haben oder nicht Englisch verstehen. Vielleicht sind aber auch einfach Ihre Brillengläser zu rot eingefärbt. Probieren Sie es einmal mit einer normalen Brille.

Zeilinger
29.11.2009 18:43
0 1

Re: Glenn Beck sowie der ganze FOX News Sender....

Ich würde ihnen raten, nicht über etwas zu urteilen, von dem sie keine ahnung haben. glennbeckclips.com, das hat mit den republikanern nichts zu tun, sie schwachkopf

Antworten Antworten Gast: Joe
24.12.2009 19:31
0 1

Re: Re: Glenn Beck sowie der ganze FOX News Sender....

Das glaubt ihnen niemand

Zeilinger
29.11.2009 09:01
0 0

Weiß die Presse was sie schreibt...?

Ich sehe mir fast täglich im Internet die Glenn Beck Show an. So etwas bräuchten wir in Österreich. Der bringt elementare Politische Inhalte wie niedrige Steuern, Chancengleichheit, Freiheit des Einzelnen, Small Government,.....
Die Sendung hat mehr tiefgang, als der gesamte Müll, den wir in unseren deutschsprachigen TV-Anstalten zu sehen bekommen.
Und Sprachrohr der Republikaner ist er auch keines. Er kritisiert das Republikanische Mainstream genauso, wie er gegen den Sozialismus der Bush zeit und den Patriot-Act war. Er ist ein Libertär mit konservativen Werten.

Aber die Presse wird halt immer linksliberaler in ihrer US-Berichterstattung, viellecht bringen sie den Obama bald nur noch mit HeiligenSchein

Bombur
29.11.2009 12:32
0 0

Re: Weiß die Presse was sie schreibt...?

Glenn Beck hat nur für jene Leute Tiefgang, die nichts anderes Wollen als eine Bestätigung für ihre beschränkten Ansichten.

Fair&Balanced schaut anders aus!

renmin
29.11.2009 04:07
0 0

Vielleicht wäre bei uns in Österreich

auch einer angebracht, der der Bevölkerung auf einer Schultafel vorrechnet was hier so abgeht.
Er kann sich ja aussuchen auf welchem Sender er auftritt. ORF1 oder ORF2. Muß nur vorher die Regierung fragen ob er das eh darf.

Zum Artikel: In den USA erhält man halt am meisten Aufmerksamkeit, wenn man als geläuterter Sünder, Baptistenprediger und/oder Untergangsprophet auftritt. It¿s showtime! Don¿t forget, Jesus loves u! God bless u all!
Kopfschüttel...

0 2

aug um aug

wer glaubt, dass die klima- und rassismushysterie die von der linken geschürt wird (zB auf zdf, orf, arte etc) auch nur um einen deut beser ist, liegt falsch. genau die gleiche propaganda mit untergriffigen tricks. die linken haben sich beck verdient.

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dihaus
28.11.2009 22:21
0 1

So dümmlich ist er nicht!

Die Show die er täglich abzieht mag etwas zu theatralisch sein, die Inhalt aber keinesfalls. Er rechnet dem einfachen Zuschauer sehr übersichtlich vor, wieviel Geld die Regierung ausgibt, welches sie schon lange nicht mehr hat. Das beginnt bei Reisen des Präsidenten mit 500 (!) Begleitpersonen, dutzenden Spezial limos, dem US one Chopper sowie Nahrungsmittel für alle Reisenden und endet bei der Erklährung wie derzeit die Treasury Bonds von der Fed mit gedrucktem Geld gekauft werden. Alle Fakten die er anreisst sind belegbar, sonst wäre sein Licht schon ausgeblasen worden.

dihaus
28.11.2009 22:20
0 1

So dümmlich ist er nicht!

Die Show die er täglich abzieht mag etwas zu theatralisch sein, die Inhalt aber keinesfalls. Er rechnet dem einfachen Zuschauer sehr übersichtlich vor, wieviel Geld die Regierung ausgibt, welches sie schon lange nicht mehr hat. Das beginnt bei Reisen des Präsidenten mit 500 (!) Begleitpersonen, dutzenden Spezial limos, dem US one Chopper sowie Nahrungsmittel für alle Reisenden und endet bei der Erklährung wie derzeit die Treasury Bonds von der Fed mit gedrucktem Geld gekauft werden. Alle Fakten die er anreisst sind belegbar, sonst wäre sein Licht schon ausgeblasen worden.

Merlin
28.11.2009 20:30
0 2

Haha

Wer den Eliteuniabgänger und Unternehmer Bush kritisierte war einfach hochintelligent. Wer hingegen jetzt den Ex-Sozialarbeiter und Medienmessias Obama kritisiert ist ein Clown. Haha!

1 0

Re: Haha

Dass Obama in Harvard Jus studiert hat, dort Herausgeber des Law Journal war (eine Aufgabe die nur Top-Studenten übertragen wird) und später Professor für Verfassungsrecht an der Chicago Law School war (einer der Top 5 Jus Fakultäten der USA) übergehen Sie geflissentlich.

dojon86
03.12.2009 08:58
0 0

Re: Re: Haha

Abgesehen davon, daß Bush Senior wahrscheinlich die Spendentöpfe von Yale und Harvard reichlich füllen konnte. Ein Schelm, wer schlecht darüber denkt.