DEN HAAG (htz.) Das Minarettverbot in der Schweiz ruft Nachahmer auf den Plan: In den Niederlanden fordert der Chef der rechtspopulistischen und islamkritischen ,,Partei für die Freiheit‘‘ (PVV) Geert Wilders nun ebenfalls ein Verbot für den Neubau von Minaretten. Er kündigte eine Volksabstimmung an. ,,Falls dies von den anderen Parteien verhindert werden sollte, dann bringen wir im Haager Parlament einen Gesetzesentwurf zum Verbot des Baus von Minaretten und des Neubaus von Moscheen ein“, sagte Wilders: ,,Denn in den Niederlanden stehen schon zu viele Moscheen und Minarette.“
In den Niederlanden lebt rund eine Million Muslime. Sie stellen etwa sechs Prozent der Bevölkerung. Es gibt derzeit 450 Moscheen in Holland. Die meisten davon haben ein oder mehrere Minarette. In Den Haag beispielsweise werden islamische Gotteshäuser, die bisher kein Minarett hatten, damit ausgestattet. Es wird neu zur Moschee hinzugebaut.
Heftigen Streit gab es in Rotterdam über den Neubau einer Moschee, die mit zwei Minaretten mit einer Höhe von je 55 Metern ausgestattet werden soll. ,,Die Minarette sollen künftig die Skyline der größten Hafenstadt Europas mitprägen“, verkündigte ein Imam in Rotterdam. Die Baugenehmigung für die beiden Minarette wurde vom Rotterdamer Stadtrat zunächst eingezogen.
Nach Neuwahlen des Gemeinderates und einer Veränderung der Mehrheitsverhältnisse haben die nun in Rotterdam wieder mehrheitlich regierenden Sozialdemokraten den Minarettneubau aber wieder genehmigt.
In Belgien fordert übrigens der extrem rechte „Vlaams Belang“ (VB) ein Minarettverbot.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2009)
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