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Den Haag prüft Kosovo-Unabhängigkeit

01.12.2009 | 11:39 |   (DiePresse.com)

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag prüft seit Dienstag, ob die Unabhängigkeit des Kosovo dem Völkerrecht entspricht. Vertreter von mehr als 30 Staaten präsentieren Argumente dafür und dagegen.

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Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) hat am Dienstag eine öffentliche Anhörung zum Kosovo begonnen. Am ersten Tag präsentieren Vertreter Serbiens und des Kosovo ihre Argumente gegen und für die Unabhängigkeit des Kosovo. Der IGH soll auf Antrag der UNO-Vollversammlung ein Rechtsgutachten anfertigen. Allein die Anrufung des IGH in dieser Frage gilt als diplomatischer Erfolg Serbiens, das den Kosovo immer noch als seine südliche Provinz betrachtet.

Der Leiter der serbischen Expertendelegation, Dusan Batakovic, bezeichnete zu Beginn der Anhörung die Verkündung der Unabhängigkeit des Kosovo als "Herausforderung für die völkerrechtliche, auf den Prinzipien der Souveränität und der Gebietseinheit beruhenden Ordnung". Dadurch seien die (Kosovo-)Serben vom staatsbildenden Volk in Serbien gegen ihren Willen zur Minderheit im eigenen Staat geworden, erklärte Batakovic.

Der argentinische Völkerrechtsexperte Marcelo Cohen, der ebenfalls dem Belgrader Expertenteam angehört, meinte, dass weder die UNO-Vollversammlung und der Sicherheitsrat noch irgendeine andere internationale Organisation bisher die Loslösung eines Gebietes von einem Staat auf jene Weise akzeptiert hätte, wie dies im Falle des Kosovo geschehen sei.

Die Delegation des Kosovo wird vor dem IGH als "Autoren der einseitig angenommenen Unabhängigkeitserklärung" auftreten. Den Ankündigungen nach werden sie zu beweisen versuchen, dass Belgrad wegen der jahrelangen anhaltenden Verletzung der Menschenrechte von Albanern das Recht auf den Kosovo verloren habe.

Mehr als 30 Staaten

An der bis zum 11. Dezember laufenden Anhörung nehmen neben Serbien und dem Kosovo weitere 29 Staaten teil, zum ersten Mal in einem IGH-Verfahren auch alle fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates, von denen drei - Frankreich, Großbritannien und die USA - den Kosovo anerkannt haben. Sie alle werden jeweils 45 Minuten für ihre Argumente bekommen. Österreichische Vertreter werden ihre Argumente für die Anerkennung des Kosovo am Donnerstagvormittag vorstellen.

Auftrag der Vereinten Nationen

Die UNO-Vollversammlung hatte den IGH auf Antrag Belgrads im Oktober 2008 mit der Anfertigung eines Rechtsgutachtens beauftragt. Ersucht wurde um eine Antwort auf folgende Frage: "Steht die einseitige Unabhängigkeitserklärung durch die vorübergehenden Institutionen der Selbstverwaltung im Kosovo im Einklang mit dem internationalen Recht?"

Das Gutachten, das Mitte 2010 vorliegen dürfte, ist für die UNO-Mitgliedstaaten nicht bindend, dürfte sich aber auf die weitere internationale Anerkennung des jüngsten Staates Europas bedeutend auswirken. Der Kosovo wurde bis dato von 63 Staaten anerkannt.

(APA)

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15 Kommentare
Gast: Gast
03.12.2009 15:08
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Kosovo

Ich versteh nicht warum die Kosovaren das mit der IGH mitmachen?


Gast: gast
02.12.2009 17:25
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Vor oder nach Haag

Vor oder nach Haag wird sowieso nichts passieren außer die gleiche Politiker an die Macht bleiben und blablabla mehr ist nix und die andren werden meckern und meckern wann hat das schei... ein ende.

Gast: Dito
01.12.2009 18:11
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Die staatlichen Verpflichtungen

die sich aus dem Völkerrecht ergeben, sind in erster Linie negativer Art und dienen dem elementaren Zweck, die Minderheit in ihrer Existenz nicht zu gefährden (Verbot des Völkermords), in ihrer kulturellen, sprachlichen und religiösen Identitätspflege nicht zu beeinträchtigen (Art. 27 IPBPR) und ihre Angehörigen nicht schlechter zu behandeln als die übrigen Staatsbürger (Diskriminierungsverbot). Verboten ist auch die Zwangsassimilierung, was aber einer auf freiwillige Assimilation gerichteten staatlichen Integrationspolitik nicht entgegenstehen soll (so Art. 5 II RahmenÜ).

Alle Punkte treffen auf den Völkerrechtsbruch Serbiens zu.

Antworten Gast: Zustimmer
01.12.2009 21:21
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Re: Die staatlichen Verpflichtungen

Ich gebe Ihnen ungeprüft Recht. Jedoch steht nirgends, dass durch diese Verstöße eine Unabhängigkeitserklärung legitimiert wird. Das können Sie mal die Kurden, Iren, Palästinenser, Tibeter, Basken, Tschetschenen und unzählige andere fragen. In diesem Falle ist Kosovo tatsächlich ein Einzelfall: Es befindet sich in einer altbekannten Situation, ruft aber die Unabhängigkeit aus. Und zwar nur, weil die USA das so wollen (aus welchen Gründen auch immer). Es öffnet aber auch eine Pandorakiste, die keiner mehr kontrollieren kann. Die Albaner im Kosovo sind ja keinesfalls unschuldig an ihrer Situation. Nach der Definition wird es einfach, sich als ungerecht behandelt zu fühlen,..., haufenweise Geld in Lügenpropaganda zu stecken und am Ende einen Staat auszurufen, der von Anfang an mit einer mafiabeherrschten Gesellschaft versucht, sich als "normales" Staatsvolk - am Ende mit europakonformen Idealen - zu präsentieren. Ich bitte Sie, seien Sie doch vernünftig...

Antworten Antworten Gast: An Zustimmer
02.12.2009 16:26
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Re: Re: Die staatlichen Verpflichtungen

Denkst du Albaner waren zu schüchtern um die Unabhängigkeit von alleine auszurufen?

Ich wollte weiter schreiben aber sich in so eine Disskussion zu vertiefen würde ich mir dumm vorkommen.

Faust
02.12.2009 01:09
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Re: Re: Die staatlichen Verpflichtungen

Ihrer Vernunft sollten die Kosovoalbaner aber nicht nachfolgen. Diese Aufroderung ist sehr stark untermalt von der serbischen propaganda die viel mehr gelder ausgiebt und sogar den Kosovo zwingt für einen unmötigen prozess vor dem IGH steuergelder auszugeben.

Die USA und auch niemand anders hat den Kosovoalbanern und anderen nichtserbischen minderheiten gezwungen die unabhängigkeit auszurufen. Ich wprde sie bitten aufzuhören ihre propaganda als die einzige wahrheit hier darzustellen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Zustimmer
02.12.2009 01:48
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Re: Re: Re: Die staatlichen Verpflichtungen

In welchem konkreten Fall würden sie mir gerne widerspreche? Natürlich haben die USA die Albaner nicht gezwungen, die Unabhängigkeit auszurufen. Aber sie haben gesagt: "ruf die Unabhängigkeit aus und mache dir keine Sorgen - ich decke das schon ab". Uns Österreichern vermitteln sie humanitäre Beweggründe - aber was ist den mit den richtigen humanitären Katastrophen, wie Somalia, Palästina, Kurdistan? Damit wollen sie nix am Hut haben. Das ist es, was mich aufregt. Es gibt weißgott leidendere Menschen auf der Welt. Und die kümmern die USA einen Dreck. Man fragt sich natürlich schnell. warum? Humanitäre Beweggründe haben die USA mit Sicherheit nicht.

Übrigens lasse ich mir durch Ihre "serbische Prpaganda"-Paranoia nicht den Mund verbieten.

Faust
03.12.2009 13:22
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Re: Re: Re: Re: Die staatlichen Verpflichtungen

Na scheinbar sind sie von paranoia geplagt. Es gibt weitaus höhere instanzen,die ihnen ihren mund verbieten werden,durch argumente und durch taten.

Ihr sicht der dinge,die sie in ihrem kommentar darstellen, sind sehr infantil. die USA haben mit dem Kosovo begonnen, weil es leichter zu lösen war, weil die Menschen dort die hilfe der USA gewollt haben. In Somalia - wenn sie etwas ahnung hätten- hat die USA 1994 versucht frieden zu stiften - die Somalis haben den USA das durch Mord und Totschlag an ihre soldaten gedankt. Weiter zu den Palästina, die wollen einfach die Hilfe der USA nicht,sie wollen die Hilfe der Russen und des Irans und die Kurden,die wissen selbst nicht was sie wollen.Sie sehen also,es bedarf schon einer Basis an Strukturen,mit der man die Hilfe leiten kann.

Woher haben sie das mit den humanitären beweggründen? Die Unabhängigkeit des Kosovo hat sowohl politische als auch juristische fundamente,aus humanitären beweggründen greift man ein um ein akkutes problem zu lösen.Die unabhängigkeit des kosovo ist schon eine längerfristige lösung eines politischen problemes.

Gast: Gast
01.12.2009 17:31
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Kosovo

Warum soll es eine Herausforderung für IGH sein?

Da hält sich wohl jemand für besonders schlau und ziemlich sicher.


sale79
01.12.2009 13:50
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Unabhängigkeit für Kärten

Wieso nicht?
Man kann auch sagen, dass die Slowennen diskriminiert werden, da sie die 2 sprachige Ortstaffel seit Jahren nicht erhalten haben.
Während der Hitlerzeit wurden sie auch diskriminiert. Also demnach kann man die selbe Formel anwenden und Kärten als Unabhängig erklären.
Mit Südtirol kann man das selbe anwenden.
Dann kommt der Baskenland, Kurdenteil in Türkei, ....

Am besten wäre es, dass jedes Dorf ein eigener Staat ist.

Was ich nicht verstehe ist: was hat Österreich eigentlich zu diesem Thema zu sagen.
USA, Grossbritanien, Russland, China und Deutschland verstehe ich, aber andere Länder nicht wirklich egal ob pro oder contra.

Antworten Gast: Iraklis
12.12.2009 04:10
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Kosovo ist Serbien

Seit wann kann ein Bundesland zum Staat werden? Das geht ganz und garnicht und das einzige was die Albaner im Kosovo wollen ist ein Gross Albanien, sie geben es auch offen zu das sie Südserbien(Kosovo), die hälfte Montenegros und ein teil Griechenlands erobern wollen.
Die Albaner haben einen Staat und der heisst Albanien und sonst nichts.
Kosovo ist ein Serbisches Bundesland und wird es immer bleiben.
Und ich hoffe das der Internationale Gerichtshof die Unabhängigkeit für nichtig erklärt.
Und ich würde es begrüssen wenn die Regierungen der Staaten die den Kosovo anerkannt haben zur Rechenschaft gezogen werden!

Druven
01.12.2009 17:45
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Re: Unabhängigkeit für Kärten

warum sollte österreich dazu nichts zu sagen haben. gerade die großen länder sind doch viel zu verblendet von ihren gegenseitigen machtspielchen um wirklich objektiv urteilen zu können.
österreich hat dagegen eine jahrzehntelange und international anerkannte tradition als unabhängiges Land.

Antworten Gast: Buba Mara
01.12.2009 16:22
0 1

Lügen mit Lügen belegen

Sale, ich kann Dir sagen, was Österreich und andere dort wollen: Als Lakaienstaaten der USA (wie alle, die die serbische Provinz Kosovo anerkannt haben) haben sie unter hohem Druck die "Unabhängigkeit" Kosovos anerkannt und jetzt singen sie das Lied weiter und versuchen, ihre Position zu verteidigen. Dabei ist jedem dieser Länder bewusst, dass sie internationales Recht extrem verletzt und damit die Vereinten Nationen ad absurdum geführt haben. Es handelt sich also um eine Flucht nach vorne, nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung. Dass dieses Spiel durchschaut wird, ist denen natürlich bewusst, aber die Propagandamaschinerie muss weiter laufen. Machen wir uns keine Hoffnungen, dass es eine eindeutige Stellungnahme des IGH geben wird. Versuche mal, alle Argumente von denen auf Palästina zu projizieren, dann siehst Du, was die von humanitären Argumenten halten.

Pozdrav...Mara

Gast: Ümit
01.12.2009 12:29
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Recht sprechen...

...werden die Richter eh nicht. Das internationale Recht ist, nicht nur im Falle Kosovo und Bombardierung Serbiens, so oft verletzt und von den "Westländern" gebeugt worden, dass hier kaum Hoffnung besteht, dass sich an dieser Praxis was ändert. Beispiele: Angriffe ohne UN-Resolution => Nichtbeachtung von UN-Resolutionen (1244) => Anwendung des Ahtisaari-Plans ohne UN-Zustimmung (laut UN ist dieser Plan gescheitert) => Nötigung der EWG-Staaten durch Genscher-BRD zur Anerkennung Sloweniens und Kroatiens => Vertreibung der Serben aus Kroatien => Bildung von ethnisch reinen Territorien, außer in Serbien, wo immer noch alle (!) Balkanvölker ungehindert zusammen leben => Freispruch von megakriminellen Kosovaren, Kroaten und Muslimen in Den Haag => Weigerung der USA, verschiedenen UN-Gremien beizutreten (Kriegsverbrechertribunal, Umweltprotokolle) => Rechtswidrige Invasion des Irak auf der Grundlage von Lügen (Massenvernichtungswaffen) => Nichtverfolgung nichtserbischer Balkanbewohner mit extrem krimineller Vergangenheit (Thaschi, Haradinaj, Ceku, Izetbegovoc, Tudjman...) => Hundertfaches Veto der USA im Falle des Palästinakonfliktes => Ignoranz des türkisch-kurdischen Konflikts trotz erheblicher Parallelen mit Kosovo-Fall => Beteiligung der Bundeswehr an Angriffskrieg auf Jugoslawien auf der Grundlage von erfundener Propaganda ("zweites Auschwitz" etc.) und viele viele Fälle mehr.

Sie glauben doch nicht, dass jetzt Recht geprochen wird.

Antworten Gast: Gast
12.01.2010 01:50
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Re: Recht sprechen...

Das ist doch nicht ihr ernst oder...
"Freispruch von megakriminellen Kosovaren, Kroaten und Muslimen in Den Haag "...megakriminelle Muslime...sehr schön ausgedrückt...
Man hat gesehen wie "alle Balkanvölker" unter Serbischer Führung friedlich zusammen leben können. Deswegen gibt es Jugoslawien ja noch nicht wahr. Was ist mit Montenegro, warum war dies kein Problem für Serbien das abzugeben??
Von unabhängigen Organisationen bestätigte Völkermorde in Bosnien und Kosovo brachten einiges zu Tage. Lassen Sie die alten Kamellen. Eine neue Zeit ist angebrochen für den Balkan. Eine gemeinsame Europäische. Dies beweisen die neuen Visa-Bestimmungen unter anderem auch für Serbien und die Beitrittsbemühungen Kroatiens. Ich hoffe das gelangt bald in die Köpfe verbohrter auf beiden Seiten, dass solche Kriegszustände zwischen den Völkern keine Zukunft haben dürfen.