Zwischen Großbritannien und Israel bahnt sich ein diplomatischer Zwist an. Grund ist die Ausstellung eines Haftbefehls gegen die frühere israelische Außenministerin Tzipi Livni in London.
Medienberichten zufolge werden Livni darin mutmaßliche Kriegsverbrechen während der israelischen Offensive im Gaza-Streifen vor einem Jahr vorgeworfen. Die britischen Behörden bestätigten das bisher nicht.
Israelischer Botschafter: "Lage unerträglich"
Der israelische Botschafter in London, Ron Prosor, kritisierte am Dienstag die Entscheidung des Londoner Gerichts, Haftbefehl gegen Livni zu erlassen. "Die aktuelle Lage ist unerträglich geworden", sagte er dem Armee-Rundfunk. London müsse nun handeln.
Die Auswirkungen der Affäre würden geprüft, teilte das britische Außenministerium am Montagabend mit. Großbritannien sei entschlossen, "alles zu tun, um einen Beitrag zu Frieden im Nahen Osten zu leisten", erklärte eine Sprecherin. Das heiße auch, dass führende Vertreter Israels die Möglichkeit haben müssten, zu politischen Gesprächen nach Großbritannien zu reisen.
Livni, die inzwischen Oppositionsführerin ist, sagte unterdessen einen für Ende der Woche geplanten Besuch in London ab. Ihr Büro gab dafür "terminliche Gründe" an. Israelische Medien begründeten den Schritt hingegen mit dem Haftbefehl. Livni erklärte am Dienstag, sie trage die Verantwortung für die Entscheidungen während der Gaza-Offensive. Ziel des Einsatzes sei gewesen, die israelische Bevölkerung zu schützen und die "abschreckende Macht" Israels wieder aufzubauen.
(Ag.)
Historische Präsidentenwahl ''Mubarak-Überbleibsel'' vs. Islamisten
Auch Politiker waren einmal jung Erkennen Sie die Politiker auf Ihren Kinderfotos?
Eklats im Parlament Prügeleien, Partys, Stinkefinger
Politiker beim Sport Kicken & kämpfen für das Foto
Zitate der Woche ''Ich bin ein Antifaschist reinsten Wassers''