Nach einem handfesten "Schlagabtausch" im türkischen Parlamentsplenum geht der Streit zwischen den Parteien in Ankara weiter. Die rechtsnationalistische Partei MHP warf Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach Zeitungsberichten vom Donnerstag vor, seine Abgeordneten auf die Regierungsgegner gehetzt zu haben. Vertreter von Erdogans AKP hielten dagegen der MHP vor, die Eskalation begonnen zu haben. Bei der Schlägerei hatten sich einige Abgeordnete blaue Augen und Prellungen geholt.
Zwei Parlamentarier im Krankenhaus
Ausgangspunkt für die Keilerei am Dienstagabend war eine Rede des MHP-Politikers Osman Durmus. Dieser hatte die Weigerung der Armee gelobt, Erdogans Kopftuch tragender Ehefrau Emine Zutritt zu einem Militärkrankenhaus zu gewähren. In gespielter Empörung fragte Durmus im Hinblick auf den frommen Muslim Erdogan, wie es der Armee einfallen könne, einen "Propheten" - also eine Art neuer Mohammed - so zu behandeln.
Erdogan antwortete Durmus wutentbrannt, während sich einige Abgeordnete im Plenum in die Haare gerieten. Nach Presseberichten konnten Saaldiener mit Mühe verhindern, dass bewaffnete Personenschützer von MHP-Chef Devlet Bahceli ins Plenum eindrangen. Laut Presseberichten mussten zwei Volksvertreter im Krankenhaus behandelt werden.
(Ag.)

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