Einem "Stern"-Bericht zufolge setzen Nato-Truppen in Afghanistan Todeslisten ein, um Taliban-Führer gezielt gefangen zu nehmen oder zu töten. Wie das Magazin am Mittwoch berichtet, ist an diesen Operationen neben amerikanischen Spezialeinheiten auch das Kommando Spezialkräfte (KSK) der deutschen Bundeswehr beteiligt.
Im Potsdamer Kommando des KSK wird entschieden, wen die Deutschen auf so genannte JPEL-Listen (Joint Priority Effects List/Gemeinsame Wirkunsvorrangliste) setzen. Die endgültige Genehmigung erteilt dann das Isaf-Hauptquartier in Kabul.Dem Bericht zufolge werden Personen auf diesen Listen in den Kategorien "c" und "c/k" geführt. "c" stehe für "capture" (festnehmen), "k" für "kill" (töten).
US-Einheiten nutzen deutschen Stützpunkt
Dokumente und Aussagen von Beteiligten belegen dem "Stern"-Bericht zufolge die Existenz dieser Listen und ihre Verwendung in Afghanistan. Die Bundeswehr trägt demnach angeblich nur Zielpersonen in die Liste ein, die gefangen genommen werden sollen.
Dem "Stern" zufolge benutzen amerikanische Special Operations Forces (SOF) den deutschen Stützpunkt in Mazar-i-Sharif für ihren Einsatz. Die Stationierung von 300 US-Elitekämpfern sei vom Pentagon Anfang August 2009 beantragt worden, ohne dass der damalige deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) und das Bundeskanzleramt darüber informiert worden seien.
KSK wegen Luftangriff unter Beschuss
Das Kommando Spezialkräfte ist auch wegen des umstrittenen Luftangriffs auf zwei Tanklaster unter Beschuss. Wie der "Spiegel" berichtet, soll die Elitetruppe - entgegen der Aussagen der politisch Verantwortlichen - in der Bombennacht eine entscheidende Rolle gespielt haben. Bei dem Angriff, den ein deutscher General befahl, starben bis zu 140 Menschen.
(APA/Red.)

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