Ein offizielles Flugregister, an das die Helsinki-Stiftung für Menschenrechte gelangt ist, bestätigt, dass im Jahr 2003 mindestens sechsmal CIA-Maschinen auf dem polnischen Militärflugplatz in Szymany (Masuren) gelandet sind. "Das ist ein Durchbruch. Die Informationen stammen nicht aus anonymen Quellen. Die Daten stammen von einem Staatsorgan", erklärte Adam Bodnar von der Stiftung gegenüber Radio Tok FM. Die polnische und die US-Regierung sollen die Flüge vertuscht haben.
Die Stiftung erhielt das Flugregister von drei Maschinen, die angeblich von der CIA im Zuge geheimer Gefängnisse genutzt wurden, von der Polnischen Luftfahrtbehörde. Bisher hatten polnische Staatsinstitutionen mehrmals Zugang zu solchen Informationen verweigert.
Maschinen aus Kabul und Rabat
Aus den 19 Seiten mit kodierten Informationen über die Flüge geht hervor, dass die Flugzeuge auf dem Flugplatz in Szymany zwischen Februar und September 2003 sechsmal gelandet sind. Fünf Maschinen kamen aus Kabul und eine aus Rabat in Marokko, also Plätzen, wo CIA-Gefängnisse betrieben worden sein sollen.
Die Flugzeuge flogen laut der Helsinki-Stiftung entweder ohne jeglichen Flugplan oder als Ankunftsziel wurde Warschau genannt, obwohl sie in Szymany landeten. Statt wahrer Namen der Piloten wurden nur ihre Decknamen genannt. Alle Flüge wurde als "privat" gemeldet.
Kein Beweis für Geheimgefängnisse
Die Bestätigung, dass Polen CIA-Maschinen gelandet seien, beweist laut Bodnar von der Helsinki-Stiftung aber noch nicht, dass es in Polen geheime CIA-Gefängnisse gab. Alle polnischen Regierungen haben derartige Vorwürfe bisher vehement bestritten. Im August 2008 wurde in Polen dennoch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
(Ag.)
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