Ein Anti-Minarett-Plakat prägt den Regionalwahlkampf der rechtsextremen Front National in Frankreich. Es erinnert frappant an das Plakat, mit dem die Schweizer Volkspartei für ein "Nein" zu Minarettbau warb. Nun hat es neben Rassismus-Vorwürfen auch den Zorn der algerischen Regierung auf sich gezogen.
Über dem Bild einer verschleierten Frau und sieben Minaretten in Raketenform prangt die Aufschrift "Nein zum Islamismus". Eine Landkarte Frankreichs ist mit einer algerischen Flagge bedeckt. Diese soll Ausdruck der angeblichen Überfremdung Frankreichs durch die einstige nordafrikanische Kolonie und deren Emigranten sein.
Algerien legt Protest ein
Algerien hat nun offiziell Protest eingelegt. Der französische Staat müsse einschreiten, wenn Symbole anderer Länder verunglimpft würden, erklärte der algerische Außenminister Mourad Medelci am Montag.
Zuvor hatte bereits die internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (Licra) Klage gegen das Plakat eingereicht und der Front-National-Jugend eine "antimuslimische Kampagne" vorgeworfen. Die Partei wurde jedoch aus formellen Gründen freigesprochen.
In Frankreich leben schätzungsweise fünf Millionen Muslime und damit mehr als in jedem anderen westeuropäischen Land. Die Hafenstadt Marseille ist das Eingangstor für viele Einwanderer aus Nordafrika.
(Ag./Red.)

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