Am 51. Jahrestag des tibetischen Volksaufstands, der von China blutig niedergeschlagen wurde, hat Peking den exilierten Dalai Lama wieder scharf attackiert. Die "antichinesischen Kräfte und die Dalai-Clique" seien durch nichts von ihrem Vorhaben abzubringen, "die Stabilität und Harmonie in Tibet zu erschüttern", erklärte der tibetische KP-Chef Zhang Qingli. Tibets KP-Chef Zhang warnte den Dalai Lama am Mittwoch vor weiteren Versuchen, "Chaos" in Tibet zu erzeugen.
Dalai Lama: KP will Buddhismus auslöschen
Der Dalai Lama warf den chinesischen kommunistischen Behörden indessen die Absicht vor, den Buddhismus in Tibet auszulöschen. Mönche und Nonnen würden unterdrückt, erklärte das tibetische Exil-Oberhaupt in seinem Exilort Dharamsala in Nordindien. Mönche und Nonnen müssten unter gefängnisähnlichen Bedingungen leben und könnten nicht in Frieden studieren und ihren Glauben leben. So solle der Buddhismus in Tibet absichtlich zerstört werden. Zu der Rede des Friedensnobelpreisträgers kamen Tausende Tibeter in den Tempelkomplex von Dharamsala.
Den Dalai Lama beschuldigte die chinesische Führung, die Unruhen vom März 2008 angezettelt zu haben und einen "Geheimplan" zur Erlangung der Eigenstaatlichkeit zu verfolgen. Dabei wurden in der tibetischen Hauptstadt Lhasa nach offiziellen chinesischen Angaben 22 Menschen getötet, nach tibetischen Schätzungen liegt die Zahl der Opfer deutlich höher. Mehr als 950 Menschen wurden danach festgenommen. Peking stockte die Sicherheitskräfte in Tibet massiv auf.
Hunderte Verhaftungen vor Jahrestag
Zum Jahrestag des Volksaufstands von 1959 an diesem Mittwoch sind die Sicherheitsvorkehrungen in Lhasa verschärft und nach offiziellen Angaben 442 Menschen festgenommen worden. In der tibetischen Hauptstadt patrouillieren zusätzliche Polizeikräfte, "um soziale Stabilität zu wahren und Verbrechen zu verhindern", sagte Vizepolizeichef Ma Jun.
Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking hatte die chinesische Führung unter internationalem Druck der Aufnahme von Gesprächen mit der tibetischen Exilführung zugestimmt, die jedoch keine Ergebnisse brachten. Die 1965 errichtete Autonome Region Tibet ist wesentlich kleiner als das alte Tibet, das große Teile der heutigen chinesischen Provinz Qinghai und den Westen der Provinz Sichuan umfasste.