Skandinaviens Juden fühlen sich nicht mehr sicher

16.03.2010 | 19:54 |   (Die Presse)

Zwischen Dänemark und Norwegen steigt die Anzahl antisemitischer Übergriffe. An norwegischen Schulen bekommen jüdische Schüler gelbe Sterne auf den Rücken geklebt und müssen hören, dass "alle Juden erschossen“ gehören.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Malmö/Kopenhagen (gam). Wenn sich Aron auf dem Heimweg von der Synagoge seinem Kopenhagener Wohnviertel nähert, nimmt er die Kippa ab und setzt eine Baseballmütze auf. Den Davidstern, den er um den Hals trägt, lässt er im Hemdkragen verschwinden. Auf Nørrebro, wo die Mehrheit der Bewohner muslimische Zuwanderer sind, muss niemand wissen, dass er Jude ist.

An norwegischen Schulen bekommen jüdische Schüler gelbe Sterne auf den Rücken geklebt und müssen hören, dass „alle Juden erschossen“ gehören, ohne dass die Lehrer eingreifen. Aus Malmö sind im letzten Jahr 30 jüdische Familien ausgewandert, weil ihnen die ständigen Schikanen, denen sie ausgesetzt waren, zu viel wurden. In ganz Skandinavien klagen die jüdischen Gemeinden über zunehmende Übergriffe und dass die Verantwortlichen das Problem ignorieren.

„Wenn jüdische Familien nach Israel auswandern wollen, ist das nicht Malmös Sache“, wiegelte der dortige Bürgermeister Ilmar Reepalu ab. Die Wirklichkeit, die Fredrik Sieradzki kennt, ist anders. „Wir werden angepöbelt, wir werden physisch angegriffen.“ Es gebe keinen Zweifel, wer hinter den Übergriffen stehe: „Personen aus dem Nahen Osten.“ Er klage nicht alle 40.000 Muslime in Malmö an, „nur ein kleiner Teil zeigt offen Judenhass“.

 

„Gefährliche Nachgiebigkeit“

Im norwegischen Fernsehen berichteten Lehrer und Eltern (aus Angst vor Reaktionen anonym), wie der Holocaust-Unterricht boykottiert werde und Aussagen wie „Die Juden lenken alles“ und „Die Juden standen hinter dem 11. September“ unwidersprochen florieren dürfen. Als ein Schüler klagte, dass er mit dem Umbringen bedroht werde, weil er ein „Judenschwein“ sei, wies ihn der Lehrer mit dem Hinweis ab, dass so etwas allen passieren könne.

„Es sind klar antisemitische Schikanen, die verbal und physisch ausarten“, sagte eine Mutter und warf sowohl den norwegischen Behörden wie dem Einwanderermilieu „gefährliche Nachgiebigkeit“ vor. Unterrichtsministerin Kristin Halvorsen zeigte sich überrascht über das Ausmaß des „inakzeptablen“ Rassismus, weist aber Vorwürfe zurück, dass sie durch scharfe israelkritische Aussagen solche Übergriffe legitimiert habe: „Was man von Israels Politik hält und das Schikanieren von Juden haben nichts miteinander zu tun.“

 

Muslimische Angriffe

Die 86-jährige Judith Popinski, die Auschwitz überlebt hat, erzählt immer noch an schwedischen Schulen über ihre Erfahrungen. Doch dort, wo muslimische Schüler in der Überzahl sind, ist sie nicht mehr willkommen. „Wenn es früher selten mal antisemitische Zwischenfälle gab, reagierte die gesamte Gesellschaft und zeigte ihren Abscheu. So ist das nicht mehr“, sagt sie. „Wenn Politiker Stimmen fischen, wiegen 40.000 Muslime eben mehr als 700 Juden.“ Ein Treffen von Malmös jüdischer Gemeinde mit Bürgermeister Reepalu hat diesem zu denken gegeben. „Der Hass ist viel stärker, als ich glaubte“, räumte er ein und will, dass sich „alle in Malmö sicher fühlen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.03.2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

28 Kommentare
 
12
Gast: nicht mit mir
26.11.2010 15:56
0

So ticken die Gutmenschen.

Seriöse und berechtigte Kritik ist also Verhetzung.
Aha. Danke Frau Thurnher. So offen haben Sie ihre Denkweise noch nie zur Schau gestellt.
Eigentlich wurscht. Die Mehrheit der Bevölkerung interessiert die Meinung der Frau Thurnher mit Sicherheit ohnehin nicht.
Und das ist gut.
Ach, was meine ich da.
Es ist absolut perfekt.
Weil, mehr Menschen wie Frau Thurnher in Österreich und wir hätten Zustände wie in GB, oder Schweden, Niederlanden etc.

Handabhacken als Lehrinhalt.
http://diepresse.com/home/panorama/religion/612406/Grossbritannien_Handabhacken-als-Lehrinhalt-an-Koranschulen?_vl_backlink=/home/panorama/religion/index.do
Skandinaviens Juden fühlen sich nicht mehr sicher.
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/546769/Skandinaviens-Juden-fuehlen-sich-nicht-mehr-sicher?from=suche.intern.portal

…es gibt so vieles.
Sehr geehrte Frau Thurnher, darf man nicht mehr darüber schreiben, reden?
Soll man alles negieren und so tun wie wenn nichts wäre.
Friede, Freude, Eierkuchen?
Ganz sicher nicht.
Und wenn Sie sich auf den Kopf stellen.
Leben Sie weiter in Ihrer Traumwelt.



Gast: Killjoy
19.03.2010 09:50
0

Komisch

Ich finde es ganz merkwürdig, dass die linken Gutmenschen Europas sich nur für den von Europäern ausgehenden Antisemitismus "interessieren", aber wenn es um echten, virulenten Antisemitismus handelt, wie bei den Schätzen aus dem islamischen Kulturkreis, dann bleiben die Politiker still. So heuchlerisch! Das zeigt nun, wer die echten Nazis sind.

Gast: Rüdiger
18.03.2010 12:53
2

Muslimische Übergriffe

Komisch - dieser Zeitungskommentar scheint einigen politischen Parteien in Deutschland nicht zu schmecken - er wurde einfach aus dem Diskussionsforum entfernt.

Ja wenn die Überzahl der islamischen

Friedensverbreitung nach Ihren Regeln lebt wie es die Religion gebietet mussen halt andersgläubige leiden.
Nicht aufregen oder wundern wurden diese Menschen doch ins Land geholt und alle Anzeichen für Auseinandersetzungen von den Linken Gutmenschen samt Politikern mit der ewigen Nazikeule plattgemacht.
Wenn die Gebärmaschinen erst die Mehrheit der Bevölkerung erzeugt haben wird der ehemalige Rest der Ureinwohner im besten Fall in Getthos leben.

Gast: tribunusplebis
18.03.2010 08:17
1

Wenn die Geschichten stimmen sollten,

wäre es doch mal langsam an der Zeit zu intervenieren, das gebieten die Menschen-rechte, die Vernunft und der Humanismus. Solch ein Fehlverhalten ist nicht akzeptabel unabhängig davon, wer Täter und Opfer ist.

Daß Sieradzki nicht pauschal alle Muslime in seiner Umwelt zu Monstern erklärt, sollte den Rechten, die schon wieder losgelegt haben, zu denken geben. Der Mann erlebt das Problem aus nächster Nähe und scheint verstanden zu haben, daß man durch eine Imitation des Fehlverhaltens der anderen Seite nichts ändert.

Der Versuch aus Kritik an Israel Antisemitismus
zu machen, sollte doch langsam langweilig werden, gibt mehr als genug Juden, die Israel sehr heftig kritisieren und mit dem Erstarken der Rechten in Israel ihre Probleme haben.

Zudem würde ich empfehlen ein wenig mehr Ordnung im Artikel zu pflegen, damit der Leser sieht, wo welches Problem sein soll.

Zum 11.9 existieren viele Verrschwörungs-theorien, die von den jeweiligen Propagan-disten aufgegriffen und zur Wahrheit verklärt werden. Das Internet macht dies leider möglich und leider folgen Menschen blind einer Meinung, wenn sie sie glauben möchten und fallen auf jede als Beweis getarnte Lüge rein.

Bei solchen Vorgängen muß interveniert wer- den, allein schon um zu verhindern, daß Rassisten und Rechtsextremisten mit einem anderen ethnischen und religiösen Hintergrund keine Chance haben, diese Idiotie für sich auszuschlachten.

Hat nicht vor wenigen Wochen erst eine EU-Antirasissmusbeörde

gegen Österreich Stimmung gemacht? Das Antisemitismusproblem in Skandivanien ist ja nun wahrlich keine Neuheit. Wie also kommt es zu dem Schweigen hierzu - und zeitgleich zu Verleumdungskampagne gegen Österreich? Die EU-Leute sind nicht blöd. Machen wir uns nichts vor, es gibt eine verborgenen Linie hinter dieser Haltung der Eurokraten.

Re: Hat nicht vor wenigen Wochen erst eine EU-Antirasissmusbeörde

So verborgen ist die Linie nicht, das haben diese Leute gar nicht mehr notwendig.
Wir erleiden Karthagos Schicksal: Auf den Verlust des zweiten punischen Krieges folgt eine wirtschaftliche Blütezeit, dann die Zerstörung. Vorwand: Karthago hatte sich gegen Übergriffe der Numider nach langem Zögern gewehrt.

Antworten Gast: Rüdiger
18.03.2010 00:19
3

Muslimische Angriffe

Komisch, die islamische Gefahr wird ingnoriert und als Ablenkungsmanöver Barbara Rosenkranz ins Spiel gebracht, in der interessierte Kreise die größte Gefahr sehen.

Gast: Anton
17.03.2010 22:08
5

Es kommt drauf an, wer es tut und sagt...

Es ist schon interessant und gleichzeitig erschreckend, dass Aussagen und Aktionen, würden sie von Neonazis kommen, zu heftigen Protesten bei Lehrern und Bürgermeistern führen würden. Bei uns wäre sofort der Staatsschutz zur Stelle. Kommen sie aber von Migranten, so zieht hier der Kulturbonus. Da ist alles erlaubt, bis zu den (in türkischer Sprache) "Juden ins Gas" - Rufen. Passiert ist das hier in Deutschland - ohne Einschreiten der Ordnungskräfte. An den Flaggenskandal wird sich der eine oder andere noch erinnern, wo unsere Polizei sich zum Büttel des tobenden Milli-Görus-Mobs machen ließ und ausgehängte israelische Fahnen entfernte, nicht ohne vorher Türen mehrerer Wohnungen einzutreten. Man empfand die Flaggen offensichtlich als "Provokation". Meinungsäußerungen werden eben manchmal mit Grundgesetzverstößen geahndet. Wir sind wieder auf dem Weg dorthin, wo wir schon mal waren. Nur das es diesmal nicht die Neonazis sein werden...

Gast: realize
17.03.2010 18:49
1

Da haben die Islamisten und die Blau-Braunen viel gemeinsam


Antworten Gast: heinrich heine
18.03.2010 04:07
7

Re: Da haben die Islamisten und die Blau-Braunen viel gemeinsam

Ich bin Jude (zumindest meine Eltern sind es) und aktives Mitglied in der FPÖ.
Die schlimmsten Erfahrungen in Österreich hab ich leider nur mit muslimischen Mitbürgern gehabt.
Hingegen wurde ich nur ein einziges mal von einem Österreicher antisemitisch angefeindet.
Die Welt ist viel Komplexer als wie ihr Gutmenschenhirn es ihnen vorgaukelt.
Und die Blau-Braunen sind viel Bunter und gar nicht so braun wie sie es gern hätten.

der Lichtertanz der Helden

"Wenn es früher selten mal antisemitische Zwischenfälle gab, reagierte die gesamte Gesellschaft". Das erinnert mich an den heldenhaften Kampf unserer Linken in Österreich gegen rechts. Gegen die Rechten spielen sie die Helden, weil von rechts keinerlei Gewalt ausgeht. Oder muß jemand Angst haben, wenn eine Frau Rosenkranz eine Wahlveranstaltung abhält?
Gegen die radikalen Islamisten wagt man sich nicht einmal mehr zu äußern. So viel Angst ist erbärmlich. Verlasst euch darauf, die Islamisten gehen zuerst gegen die Juden vor und dann geht es der einheimischen Bevölkerung an den Kragen. Siehe Berichte vom Bezirk Neukölln in Berlin oder Brüssel.

Übergriffe

Tagtäglich kommt es zu Übergriffen auf die Einheimischen. Wen interessiert das?
Derjenige, der sich dann für schärferes Durchgreifen ausspricht, wird von jenen getadelt, die sich jetzt aufregen.
Wieso sollte man sich solidarisch mit den Unsolidarischen zeigen?

Antworten Gast: pour le mèrite
17.03.2010 17:31
1

Was ist los, Dhimmi ?


Re: Was ist los, Dhimmi ?

Ich weiß schon, dass es schwierig ist, Deutsch zu lesen, wenn man das Lesen von rechts nach links gewohnt ist.
Vielleicht haben Sie ja jemanden in der Gemeinde, der Ihnen den Inhalt meines Kommentars erklärt?

Gast: Badger1911
17.03.2010 09:08
4

Na sowas...

All of this has happened before. All of this WILL happen again.

Europa wird wieder im Krieg versinken und ganz ehrlich... wenn man sich ansieht wie sich Europa entwickelt hat, zum anti-demokratischen, menschen-verachtenden, Terroristen-liebenden Moloch, Europa hat den kommenden Krieg so verdient wie noch nie zuvor.

Wenn ich mich heute hinstelle, und auf die Probleme hinweise, die der islam verursacht, nennt man mich Nazi und Rassist. Und wo ist der Aufschrei der ach so tollen toleranten Gutmenschen in diesem Fall? Ach Moment... sind ja nur Juden. Und nur tote Juden zählen für den linken Flügel, da kann man Krokodilstränen weinen. Lebende Juden sind egal. Was ja nicht von ungefähr kommt. Judenhass ist Teil des linken Programms. Geht zurück auf Marx und Lassalle.

Re: Na sowas...

Marx und Lassalle waren sellbst jüdischer Herkunft. Wie übrigens viele andere Prominente im linken Lager.
Ihrer Ansicht nach ist also der jüdische Selbsthass Grundlage der Ressentiments?

Gast: 1789
17.03.2010 07:58
1

Abwählen!

"Was man von Israels Politik hält und das Schikanieren von Juden haben nichts miteinander zu tun." - Dem stimme ich vollkommen zu. Ehrlichgesagt bin ich überrascht, dass das in Europa in dieser Form möglich ist.

Diese Nachricht ist ja nicht neu, aber vor allem die Handlungsunfähigkeit der involvierten Politiker ist immer wieder erstaunlich. Selbst wenn es ihnen um die Stimmen geht - bedenken sie denn nicht, dass auch diese Selbstsucht ihren eigenen Enkeln schaden wird, wenn sie in einer intoleranten, radikalisierten Umgebung aufwachsen, sie also auch und gerade selbst betrifft? Und was ist mit den Bevölkerungsschichten, die ihnen die Stimme verweigern werden, gerade weil sie gegen derlei Radikale nichts tun? - Ich bin nicht Jude und doch würde ich eine derartige Regierung abwählen.

Was lernt man daraus?

Sind sie erst mal in der Überzahl wird (wenn auch nicht von allen) KLARTEXT geredet.

Gast: Beobachter
17.03.2010 02:26
3

am Samstag die Juden

und am Sonntag die Christen steht auf vielen Häuserwänden im arabischen Palästina, habe ich selbst gesehen, die autochone Bevölkerung muss nicht denken, sie würde verschont, sie kommt nur als Zweites dran.

Na, wenn man sich die Themen zu Israel nur hier anschaut und den dazu gehörigen Kommentarbereichen, muss man sich auch über nichts mehr wundern, dort wird gehetzt und verleumdet, daß es eine Pracht ist......von linken Antizionisten und ich denke auch von rechtschreibschwachen Muslimen......vereint im Judenhass, nur merken diese Idioten nicht, daß der Islam NIEMANDEN neben sich gelten lässt.

Gaza ist gar nicht mehr weit von Europa, in Brüssel gibt es es schon......

Re: am Samstag die Juden

Sie haben aber vergessen (?), dass sich gerade linke Intellektuelle (auch jüdischer Herkunft) für den schrankenlosen Zuzug von Muslimen stark gemacht haben.

Gast: Die Eliten haben ihr Ziel erreicht
16.03.2010 23:15
5

Bitte Artikel weiterleiten an den Obermusikanten


"Toleranz nützt nur den Rücksichtslosen" Henrik M. Broder


Es bleibt ein schwacher Trost dass die linksgrünlichen Gutmenschen und die Genderemanzen dann die nächsten Opfer der selbst verursachten orientalischen Zuwanderung sein werden.

Gast: Herzl
16.03.2010 21:55
0

Wo ist das Problem?

Israel ist das Land, in dem alle Juden Willkommen sind!
Wozu in Ländern bleiben, in denen das nicht so ist?

Antworten Gast: Usotsuki
17.03.2010 00:58
0

Re: Wo ist das Problem?

Seltsame Logik, ich meine das könnte man auf jeden Menschen anwenden der mal ausgewandert ist oder von Auswanderern abstammt.


Schande!

Judenhass ist leider ein zentraler Bestandteil der "Friedensreligion". In Deutschland dürfen die
"Personen aus dem Nahen OSTEN" "Juden ins
Gas" schreien... Ungestraft natürlich...

Weil diese Fakten von den Verantwortlichen jahrelang verdrängt werden, müssen Juden wieder aus Europa flüchten! Es ist eine Schande!!

 
12
AnmeldenAnmelden