Bagdad (APA/dpa/AFP/apn). Auch zwei Wochen nach der Parlamentswahl warten die Iraker immer noch auf ein Ergebnis. Das gibt Spekulationen über angebliche Betrügereien bei der Stimmenauszählung neue Nahrung. Sowohl der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki als auch der kurdische Staatspräsident Jalal Talabani forderten die Wahlkommission am Wochenende auf, „alle Wahlzettel noch einmal von Hand auszuwerten“. Der Vorsitzende der Kommission, Faraj al-Haidari, lehnte dies ab.
Späte Zweifel der Regierung
Nach der Auszählung von etwas mehr als 90 Prozent der Stimmen erhalten al-Malikis Koalition für den Rechtsstaat und das säkulare Bündnis von Iyad Allawi jeweils rund 90 der 325 Sitze im Parlament. Das Bündnis der religiösen Schiitenparteien von Ammar al-Hakim und Muqtada al-Sadr liegt mit 68 Sitzen auf dem dritten Platz. Die Allianz der Kurdenparteien von Talabani und Massoud Barzani besetzt 39 Sitze.
Zuerst hatten nur Kandidaten von Allawis Liste behauptet, Mitarbeiter der Wahlkommission hätten versucht, Ergebnisse zu fälschen. Erst jetzt, da es so aussieht, als könne Allawis Bündnis die stärkste Fraktion werden, haben auch al-Maliki und die Kurden Zweifel angemeldet.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2010)

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