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Afghanistan: Hamid Karzai irritiert westliche Unterstützer

05.04.2010 | 18:28 |  (Die Presse)

Der afghanische Präsident sorgt mit antiwestlichen Aussagen zunehmend für Irritationen in jenen Staaten, die Soldaten für die Afghanistan-Schutztruppe stellen. Nun droht er mit der Blockade einer Nato-Großoffensive.

KABUL (Reuters). Der afghanische Präsident Hamid Karzai sorgt mit antiwestlichen Aussagen zunehmend für Irritationen in jenen Staaten, die Soldaten für die Afghanistan-Schutztruppe stellen, allen voran die USA. Zuletzt drohte er am Osterwochenende an, eine geplante Nato-Großoffensive in der umkämpften Provinz Kandahar blockieren zu wollen, sollte es für diese Operation keine Unterstützung von der örtlichen Bevölkerung geben.

Karzai hatte dem Westen zuvor schon „weit verbreiteten Betrug“ bei den afghanischen Präsidentenwahlen von 2009 vorgeworfen, was ihm einen erbosten Anruf von US-Außenministerin Hillary Clinton eintrug. Auch warf Karzai den westlichen Staaten vor, ihn als Präsidenten sowie das Parlament in Kabul schwächen zu wollen.

In Kandahar erklärte Karzai am Sonntag, Afghanistan werde erst dann zur Ruhe kommen, wenn die Afghanen daran glaubten, dass ihr Präsident unabhängig und keine „Marionette“ sei. Sollten die USA und ihre Verbündeten der Regierung in Kabul aber weiterhin vorschreiben, was sie zu tun habe, könnte der Aufstand der Taliban zu einer „legitimen Widerstandsbewegung“ werden.

 

„Bleiben in Afghanistan“

Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die nach den jüngsten blutigen Zwischenfällen wieder schärfer werdende Kritik am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zurückgewiesen: „Wir bleiben in Afghanistan.“ Zwar entwickle die Bundeswehr eine Abzugsperspektive, aber die könne nicht darin bestehen, „dass man sich Hals über Kopf zurückzieht“.

Bei schweren Kämpfen waren am Karfreitag drei deutsche Soldaten getötet und acht verletzt worden. Außerdem wurden durch deutschen Beschuss sechs afghanische Soldaten irrtümlich getötet.


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