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Wirtschaftskrieg? Präsident Köhler entfacht Afghanistan-Debatte

27.05.2010 | 16:01 |   (DiePresse.com)

Der deutsche Bundespräsident sprach im Hinblick auf den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr von einem Militäreinsatz für Wirtschaftsinteressen. Die SPD ist empört.

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Die SPD hat den deutschen Bundespräsident Horst Köhler für dessen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr gerügt. Deutschland führe in Afghanistan "keinen Krieg um Wirtschaftsinteressen, sondern es geht um unsere Sicherheit", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Donnerstag zu "Spiegel Online". Wer anderes behaupte oder fordere, "redet der Linkspartei das Wort".

Köhler hatte am Samstag in einem Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt, ein Land mit einer Außenhandelsorientierung wie Deutschland müsse wissen, "dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel regionale Instabilitäten zu verhindern."

Linke: "Krieg um Einfluss und Rohstoffe"

Köhler habe offen gesagt, was nicht zu leugnen sei, erklärte Linken-Chef Klaus Ernst. "In Afghanistan riskieren Bundeswehr-Soldaten Gesundheit und Leben für die Exportinteressen riesiger Konzerne." Die laute Kritik der SPD solle nur von der Verantwortung der Sozialdemokraten für dieses militärische Abenteuer ablenken. "Das ist kein friedenssichernder Einsatz, sondern ein Krieg um Einfluss und Rohstoffe." Das Grundgesetz erlaube der Bundeswehr aber keine Wirtschaftskriege.

Grünen-Fraktionsvize Frithjof Schmidt bezeichnete Köhlers Äußerungen als "bestenfalls unglücklich". Sie würden ein "gefährlich falsches Verständnis von Auslandseinsätzen" entlarven, sagte er gegenüber "Spiegel Online". Der Präsident rede "offenbar in Unkenntnis über die ausführliche Debatte um den Afghanistan-Einsatz". Köhler solle seine Äußerungen schnellstens richtig stellen.

CDU: "Keine glückliche Formulierung"

Der Bundespräsident habe sich "etwas missverständlich ausgedrückt", sagte der CDU-Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz.  Allerdings habe er keine neue Militärdoktrin für Deutschland verkünden wollen. Vielmehr habe Köhler deutlich machen wollen, dass Deutschland mit seinem Beitrag in Afghanistan einen Beitrag zur internationalen Sicherheit und Stabilität leiste.

Und dabei habe Deutschland natürlich ein Interesse an freien Handelswegen. Voraussetzung sei selbstverständlich immer ein "klares völkerrechtliches Mandat". Bei Köhlers Äußerungen habe es sich um "keine besonders glückliche Formulierung" gehandelt.

(Ag./Red.)

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11 Kommentare
Gast: gast
27.05.2010 18:32
2 0

krieg um rohstoffe

welche rohstoffe gibt es in afghanistan - opium?

Antworten Gast: ...
28.05.2010 02:14
0 0

Re: krieg um rohstoffe

Rohstoffe in Afgahnistan..

Eisenerz (1,8 Milliarden Tonnen), Kupfererz (240 Millionen Tonnen), Erdgas, Steinkohle, Erdöl, Halbedelsteine, Blei, Zink, Gold, Silber, Asbest, Glimmer, Schwefel, Beryll, Lapislazuli, Chrom, Fluor, Talkum, Bariumsulfate;


Antworten Gast: hans
27.05.2010 20:12
0 0

Why is Afghanistan so important? A glance at a map and a little knowledge of the region suggest that the real reasons for Western military involvement may be largely hidden.

http://www.rabble.ca/news/2009/08/pipeline-politics-afghanistan-and-new-great-game

Cymry
27.05.2010 18:14
1 1

Wie man sieht,

wurden nicht nur anno dazumal deutsche Grenadiere für die Schlachfelder der USA verkauft, sondern heute werden sie zum Nulltarif an die US-Schlächter abgegeben.

Gast: Eurrora
27.05.2010 17:34
1 0

Ehre wem Ehre gebührt,die Wahrheit zu sagen.

Präsident Köhler hat den Nagel am Kopf getroffen und dafür bekommt er von den Sozen die Prügel.Kommunismus -Sozialismus= Kapitalismus.

SIMO
27.05.2010 17:17
3 0

.... wenn man Geschichte lernt...

Bei jedem Krieg liegt die Ursache in einem Zusammentreffen mehrerer Faktoren. Fehlt der wirtschaftliche Faktor, findet der Krieg in 99% der Fälle nicht statt. In 99% der Fälle wird ein Krieg auch nicht NUR aufgrund wirtschaftlicher Interessen geführt, auch diese häufige Behauptung (Bush-Irak-Öl) ist grundlegend falsch
(ich fühle mich aufgrund einer militärakademischen Ausbildung und das damit im Zusammenhang stehende kriegsgeschichtliche Wissen zu dieser Behauptung legitimiert). Also: was Köhler sagt, stimmt natürlich auch in diesem Kontext.

Antworten Gast: anWürstchen
28.05.2010 06:50
0 0

Re: .... wenn man Geschichte lernt...

Und jeder andere der zwar auf die gleichen 2 Sätze käme und kein "militärakademische" Ausbildung hat, wäre nicht legitimiert. Na dann bleiben sie schön auf Ihrem angetrauten Denkgebiet und lesen Sie mal über die selbstverschuldete Unmündigkeit bei Kant nach, denn Richtschnüre brauchen Sie ja, wie man sieht.

Antworten Cymry
27.05.2010 18:16
1 0

Re: .... wenn man Geschichte lernt...

Zustimmung! Ich fühle mich aus den selben Gründen dazu legitimiert.

PERSIL
27.05.2010 17:12
0 0

Die Milliarden für den maroden Süden


haben sie aber kampflos abgegeben.

Genau wie unsere Vers.ger !


Gast: Wahrheit
27.05.2010 17:01
0 0

Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar


Die Weltwirtschaft ist keine Kinderjause.

Das werden auch unsere Gutmenschlein bald erfahren. Die Krise machts möglich - und selbige unnötig wie einen Kropf.

Cymry
27.05.2010 16:30
0 0

Genau so ist es!

Köhler hat zum Ausdruck gebracht, was tatsächlich vor sich geht. Die SPD beweist wiederum ihren heuchlerischen Charakter.