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EU: „Dürfen Russland nicht enttäuschen“

27.05.2010 | 18:22 |  BURKHARD BISCHOF (Die Presse)

Eine mehrtägige Konferenz in Salzburg beleuchtet das Verhältnis zwischen Russland und Europa.Russland ist an einer starken Partnerschaft mit Europa interessiert.

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SALZBURG.Was Russland sich von Europa erwartet, versucht eine mehrtägige Konferenz zu klären, zu der die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste und die Russische Akademie der Wissenschaften nach Schloss Leopoldskron in Salzburg geladen haben. Der russische Kulturminister Alexander Awdejew machte dabei sogleich klar, was Russland nicht erwartet: einen Beitritt zur EU. „Wir möchten keiner Institution beitreten, in der wir Machtbefugnisse und Souveränität an eine übergeordnete Instanz abtreten müssten, die auch die Verfügungsgewalt über unsere Rohstoffe hätte.“ Die EU sei einfach zu stark bürokratisiert: „Mit dieser Überbürokratisierung geben sie Russland kein gutes Beispiel.“

Gleichwohl sei Russland an einer starken Partnerschaft mit Europa interessiert, sagt Awdejew. Neue Gefahren wie religiöser Extremismus, Drogen und Verbreitung von Massenvernichtungswaffen ließen sich nicht mit Armeen bekämpfen. „Je stärker und demokratischer Russland ist, je enger die Zusammenarbeit mit Europa, desto weniger Erfolgschancen haben die destabilisierenden Faktoren, um sich durchzusetzen.“ Ganz besonders aber hofft der Kulturminister auf die Abschaffung der Visumpflicht in der EU: „Schengen mag ja gut sein, aber viel besser ist Reisefreiheit.“ Es sei ein Anachronismus, dass die Visummauer sich als langlebiger erweise als die Berliner Mauer: „Lasst uns auch diese Mauer endlich abreißen, sie behindert uns alle.“

 

Von Ängsten beherrscht

Ex-Vizekanzler Erhard Busek, inzwischen auch Präsident des EU-Russland-Zentrums in Brüssel, bedauerte, dass die russische Haltung gegenüber Europa noch immer vornehmlich von Ängsten beherrscht werde. Es gelte auf beiden Seiten, die Restposten der Geschichte endlich aus dem Weg in eine gemeinsame Zukunft zu räumen und mit alten imperialen Traditionen zu brechen.

Der Münchener Politologe Werner Weidenfeld sieht es für eine europäisch-russische Partnerschaft als Problem an, dass die EU-Staaten kein gemeinsames Konzept hätten. Russland seinerseits verhandle lieber mit den einzelnen europäischen Staaten. Der langjährige österreichische Botschafter in Moskau, Martin Vukovich, wies darauf hin, dass bei der dringend notwendigen Modernisierung die EU und die USA die wichtigsten Partner Russlands seien: „Gerade angesichts dieses Modernisierungsbedarfs schaut Russland erwartungsvoll nach Europa. Wir sollten die Russen da nicht enttäuschen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.05.2010)

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7 Kommentare
Svenfekter
28.05.2010 09:00
0 0

West Europa wird früh oder spaet das Angriffsziel der Russen sein!

Die West europaer haben in der Vergagenheit den Russen viel zu viel Leid und Schaden zugefügt! Das muss irgrend wann abgegolten sein!

Antworten Stephanos
28.05.2010 23:11
0 0

Re: West Europa wird früh oder spaet das Angriffsziel der Russen sein!

Sie schätzen die Russen völlig falsch ein.
Der Gast Denker sieht das ganz richtig.

Antworten Gast: Denker
28.05.2010 13:52
1 0

Re: West Europa wird früh oder spaet das Angriffsziel der Russen sein!

Das mit dem "Leid zugefügt" stimmt schon und die Russen reden auch darüber. Aber die Russen sind kein Volk, das Rachgefühle jahrzehntelang kultiviert. Man wird als Deutscher oder Österreicher herzlich empfangen und sehr freundlich behandelt.
Der WK II und die Besatzungszeit sind seit fast 70 Jahren vorbei,
der Kommunismus, der unterdrückerisch und expansiv war, ist auch längst zu Ende.
Die Russen sind besonders Österreich sehr freundlich gesinnt und wir sollten froh sein, dass eine Grossmacht uns so sieht. Keinesfalls aber sollte sich Europa unreflektiert auf dauernde Kritik an den Russen einlassen. Nach Jahrzehnten autoritärer Unterdrückung sind die "demokratisch" genug.
Die Russen sind Europäer und haben zum Unterschied z. B. der Türkei eine europäische Geschichte. Wir werden noch froh sein, dass wir sie haben, wenn es um die Erhaltung des abendländischen und christlichen Charakters Europas geht.

Antworten Antworten Stephanos
28.05.2010 22:42
0 0

Re: Re: West Europa wird früh oder spaet das Angriffsziel der Russen sein!

Genau so ist es.

Antworten Antworten Antworten Gast: Terek
18.06.2010 23:59
0 0

Re: Re: Re: West Europa wird früh oder spaet das Angriffsziel der Russen sein!

Was hat bitteschön die Türkei in dieser Frage zu tun..???

Natürlich ist und war die Türkei über Jahrhunderte unter anderem auch eine und ist Europäische Großmacht.

Zu deiner Europäischen Nächstenliebe...Und Schutzpatron Europas

Die Kriege mit Russland im Osten Europas...Schon vergessen...

Zurück zur Türkei, die Türkei ist in Asien und sowohl auch in Europa ein Macht am kommen.Wie Russland auch...Ob es Dir passt oder nicht...

Gast: Peter Schober
28.05.2010 08:19
0 0

Georgia on my mind.


Gast: gast
27.05.2010 23:57
0 1

wer ist russland ?

die bürgermeisterin von moskau, nicht nur wahlkitzbühlerin, sondern zufällig auch die größte bauunternehmerin moskaus ?
herr putin der vermutlich mit abstand reichste mann der welt ?
oder herr abramowitsch, der sich gerade die größte privatjacht der welt bauen lässt ?