Der Iran hat seine Ankündigung wahrgemacht: Wie das Staatsradio am Montag berichtet, ist ein erstes Schiff mit Hilfsgütern für den palästinensischen Gazastreifen bereits am Vortag ausgelaufen. Es hat angeblich Lebensmittel, Spielzeug und Baumaterialen geladen. Ein zweites Schiff soll am Freitag folgen.
Sollten die Schiffe versuchen, die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, ist eine Konfrontation vorprogrammiert. "Bis zur Ende der Blockade wird der Iran weiter Hilfsschiffe schicken", kündigte ein Funktionär der "Iranischen Gesellschaft für die Verteidigung der Palästinensischen Nation" an.
Kein Geleitschutz durch Revolutionsgarden
Derzeit sieht es immerhin nicht danach aus, dass die Revolutionsgarden dem Hilfsschiff Geleitschutz geben. Dies war vor einer Woche angekündigt worden. "So etwas ist nicht auf unserer Agenda", sagte Hossein Salami, der stellvertretende Kommandant der Garden. Diese zählen zu den wichtigsten Stützen des Regimes und kontrollieren auch das iranische Atomprogramm.
Schon im Jänner 2009 hat ein iranisches Schiff versucht, sich der Küste des Gazastreifens zu nähern. Ein israelisches Kriegsschiff verwehrte ihm 70 km vor der Küste die Weiterfahrt. Die Iraner versuchten dann, ihre Ladung in Ägypten zu löschen, doch das haben die dortigen Behörden nicht gestattet.
Neun Tote bei israelischer Militäraktion
Am 31. Mai hatte die israelische Marine einen Hilfskonvoi mehrerer Schiffe gestoppt, der Richtung Gaza unterwegs war. Beim Entern des türkischen Flaggschiffs in internationalen Gewässern kam es zu Auseinandersetzungen. Die israelischen Soldaten schossen scharf und töteten neun türkische Palästina-Aktivisten.
Der Vorfall hat internationale Proteste hervorgerufen. Die israelische Regierung steht unter steigendem Druck, die Blockade aufzuheben oder zumindest zu erleichtern, wie dies auch die US-Regierung und EU-Staaten gefordert haben. Ägypten hat kurz nach der blutigen Aktion seine Grenze zum Gazastreifen geöffnet.
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