26.05.2012 10:15 | Meine Presse Merkliste 0

Gaza: Erstes iranisches Hilfsschiff gestartet

14.06.2010 | 14:53 |   (DiePresse.com)

Irans Regime fordert Israel heraus: Bis die Blockade des Gazastreifens aufgehoben wird, sollen weitere Schiffe folgen. Militärischen Geleitschutz gibt es entgegen früheren Ankündigungen nicht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Iran hat seine Ankündigung wahrgemacht: Wie das Staatsradio am Montag berichtet, ist ein erstes Schiff mit Hilfsgütern für den palästinensischen Gazastreifen bereits am Vortag ausgelaufen. Es hat angeblich Lebensmittel, Spielzeug und Baumaterialen geladen. Ein zweites Schiff soll am Freitag folgen.

Sollten die Schiffe versuchen, die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, ist eine Konfrontation vorprogrammiert. "Bis zur Ende der Blockade wird der Iran weiter Hilfsschiffe schicken", kündigte ein Funktionär der "Iranischen Gesellschaft für die Verteidigung der Palästinensischen Nation" an.

Kein Geleitschutz durch Revolutionsgarden

Derzeit sieht es immerhin nicht danach aus, dass die Revolutionsgarden dem Hilfsschiff Geleitschutz geben. Dies war vor einer Woche angekündigt worden. "So etwas ist nicht auf unserer Agenda", sagte Hossein Salami, der stellvertretende Kommandant der Garden. Diese zählen zu den wichtigsten Stützen des Regimes und kontrollieren auch das iranische Atomprogramm.

Schon im Jänner 2009 hat ein iranisches Schiff versucht, sich der Küste des Gazastreifens zu nähern. Ein israelisches Kriegsschiff verwehrte ihm 70 km vor der Küste die Weiterfahrt. Die Iraner versuchten dann, ihre Ladung in Ägypten zu löschen, doch das haben die dortigen Behörden nicht gestattet.

Neun Tote bei israelischer Militäraktion

Am 31. Mai hatte die israelische Marine einen Hilfskonvoi mehrerer Schiffe gestoppt, der Richtung Gaza unterwegs war. Beim Entern des türkischen Flaggschiffs in internationalen Gewässern kam es zu Auseinandersetzungen. Die israelischen Soldaten schossen scharf und töteten neun türkische Palästina-Aktivisten.

Der Vorfall hat internationale Proteste hervorgerufen. Die israelische Regierung steht unter steigendem Druck, die Blockade aufzuheben oder zumindest zu erleichtern, wie dies auch die US-Regierung und EU-Staaten gefordert haben. Ägypten hat kurz nach der blutigen Aktion seine Grenze zum Gazastreifen geöffnet.

 

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr zum Thema:

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

8 Kommentare
Gast: passenger
19.06.2010 15:45
0 0

Eindeutige provokation

Seit Israel nachgeben musste, könnte die Hilfe den Gazastreifen auch über den Landweg erreichen, sogar über Ägypten, falls man Israel nicht involvieren will. Wer trotzdem blockadebrechende Schiffe losschickt, dem geht es nicht um Hilfe bringen, sondern um Konfrontation.
Wenn das so weiter geht, wird der nächste Krieg in Nahost wohl nicht lange ausbleiben.

Gast: IDF
14.06.2010 20:12
1 0

Zu viele Schiffe?

Dem kann abgeholfen werden....

Gast: Fidel Gastro
14.06.2010 20:06
2 2

"Irans Regime fordert Israel heraus"

Was für eine schwachsinnige Aussage! Die Schiffe werden nicht vom iranischen "Regime" entsendet, sondern von der Hilfsorganisation "Roter Halbmond", einer Schwester-Organisation des Roten Kreuzes!

bufo
14.06.2010 18:51
1 1

Und von wo starten die?

Das Land, das ihnen eine Basis dafür bietet, ist genaus schuldig an Komplikationen und evtl. Gewaltausbruch.

Antworten Sochard
14.06.2010 19:44
0 1

Re: Und von wo starten die?

Es kann niemand verurteilt werden, der anderen Menschen helfen will!

Die Motivation ist nicht unerheblich, aber im Grunde uninteressant, denn wer Hilfe unterbindet macht sich strafbar!

Wer Gewalt ausübt ist auch letzten Endes dafür verantwortlich!


0 0

Re: Und von wo starten die?

Am Ende ... vom Iran aus???

Das die Geschichte eine Provokation ist, sei unbestritten.
Die Ankündigung über Saudi-Arabien kommend den Iran zu bombardieren ist nach Diktion einiger Poster wahrscheinlich keine Provokation.
Jetzt sollte es schnell gehen, die Blockade aufgehoben und die Schiffsladung unter internationaler Beobachtung in Gaza gelöscht werden.

Iran wird Israel sicher nicht direkt angreifen, egal was passiert. Vielleicht richtet er jedoch bei einem Angriff auf eines seiner Schiffe "ein bisserl eine Seeblockade" ein, ist ja ohnenhin nix dabei, oder?

Gast: Harun
14.06.2010 17:28
2 1

Provokation

Es droht der Krieg zwischen dem Iran und Israel auszubrechen. Die Iraner möchten hier doch nur die Isrealis provozieren, damit die israelischen Streitkräfte, die iranischen Schiffe gewaltsam abfangen, woraufhin der Iran, der sowieso einen kalten Krieg gegen Israel führt, einen Grund sieht, Israel anzugreifen. So sind jedenfalls meine Befürchtungen und ich hoffe, dass mein Heimatland, die Türkei gegenüber der EU und der NATO loyal bleibt und sich nicht zu Gunsten Irans daren beteitigt.

Antworten Sochard
14.06.2010 19:37
0 0

Re: Provokation

Das hat Erdogan auch erreicht!

Israel ist in der Klemme, denn wie soll es die Blokade durchsetzen wenn sie Schiffen unter anderer Flagge nicht aufhält?

Ich persönlich halte Israels Politik für unsinnig, denn sie zeugt nur von der Ohnmacht des Militärs. Nimm einen Menschen den Sinn des Lebens und er wird dich mit seinen Reaktionen überraschen …